Ann Aguirre
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Originaltitel: Grimspace
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442268023
Erscheinungsdatum: Februar 2012
Genre: Science Fiction
Teil einer Serie: Sirantha Jax / Dunkles Universum
Klappentext
Sirantha Jax ist eine begnadete Navigatorin, die in der Lage ist, Raumschiffe durch den gefährlichen Grimspace zu steuern und dabei unvorstellbare Entfernungen zurückzulegen. Doch nun soll sie für eine Tat bestraft werden, an die sie sich nicht einmal erinnert. Plötzlich taucht der geheimnisvolle March in ihrer Zelle auf. Er will Jax zur Flucht verhelfen – wenn sie die Rebellen in ihrem Kampf gegen das Regierungssystem unterstützt. Doch March scheint auch noch ein anderes Motiv zu haben, der schönen Jax die Freiheit zu schenken…
Quelle: Blanvalet
Ankes Bewertung
Bis ich mich einmal eingelesen hatte, empfand ich den Stil der Autorin nicht als so ganz einfach zu lesen. Obwohl Ann Aguirre meiner Meinung nach die Ich-Form wirklich gut beherrscht, so hatte ich doch zum Teil meine liebe Not den manchmal sprunghaften Gedanken der Ich-Erzählerin Sirantha Jax zu folgen.
Womöglich lag das auch an den vielen Abkürzungen, die im Buch verwendet werden und für die mir anscheinend die Fantasie fehlt. So habe ich eine Weile gebraucht, um herauszufinden, was z.B. ein oder eine "KI" ist. (Ja, lacht mich mir nur aus, aber auf "Künstliche Intelligenz" bin ich einfach nicht gekommen). Unter "Nav-Sitz" konnte ich mir gerade noch den "Sitzplatz des Navigatoren" vorstellen, bei "S-Fleisch" (wahrscheinlich synthetisches Fleisch), "S-Gen" oder "L-Gen" (vermutlich "Springer", bzw. "Langlebigkeit"), "San-Dusche" (wahrscheinlich Sanitär-Dusche), "Sys-Terminal" (wahrscheinlich "System-Terminal") oder "P-Planeten" ("Primitiv") kam ich dann oft nicht mehr mit. Bei Wörtern wie "triggern", war es dann für mich vorbei.
Vielleicht liegt es daran, dass ich weder ein im Genre bewanderter Science Fiction Leser, noch ein Technikfreak bin, doch für eine Legende, die mir die im Buch gebräuchlichsten Abkürzungen erklärt hätte, wäre ich sehr dankbar gewesen. Es hätte mir das Lesen sehr erleichtert und mir vielleicht einen besseren Lesefluß beschert.
Trotz dieser Probleme mit dem Text war ich schnell von der Geschichte und den Figuren gefesselt und wurde tief in die Handlung und die Schicksale der Charaktere eingezogen. Dazu hat mich Jax's vorlaute Klappe immer wieder um Schmunzeln gebracht, die Fantasie der Autorin zum Staunen und ihr Talent von anderen Welten zu erzählen absolut fasziniert.
"Sonnenfeuer", erzählt neben der Hauptstory um eine Jumper/Springerin, die in eine Verschwörung verwickelt wird, auch eine schöne Liebesgeschichte. Die zwar intensiv und gefühlvoll, aber nicht übermäßig romantisch angelegt ist; und vielleicht auch wegen der Action im Buch ein klein wenig in den Hintergrund tritt.
Einmal abgesehen von den leidlichen und intensiv genutzten Abkürzungen verzichtet die Autorin auf technische Ausführungen und konzentriert sich auf die Handlung und Sirantha Jax Rolle innerhalb der Geschehnisse.
Diese war bis dato eine verhätschelte und hofierte, aber durchaus erfolgreiche, Star-Springerin. Doch auf einmal findet sie sich ungewollt und völlig unvorbereitet in der Rolle der Weltraum-Rebellin wieder. Mit einmal muss sie, um zu überleben alles, was sie je gelernt und erfahren hat, hinterfragen.
Ich finde, dass gerade dieser Aspekt der Geschichte um Jax besonders gelungen ist. Insbesondere da man als Leser genauso unwissend und unerfahren in der fiktiven Welt des Buches ist und somit praktisch auf gleicher Stufe zur Ich-Erzählerin steht und mit ihr gemeinsam Neues entdecken kann.
Ein wirklich toller Auftakt zu einer Serie, die noch viele spannende Lese-Abenteuer verspricht.
Kurzgefasst: ein spannendes und sehr fesselndes Weltraum-Abenteuer.
Gelesen und rezensiert von Anke, im Jahr 2012.
Wildfees Bewertung
Als "altgedienter" SF Fan ist das Buch für mich natürlich ein absolutes MUST HAVE und ich bin zu meiner großen Erleichterung auch in keinster Weise enttäuscht worden.
Der Roman ist für mein Empfinden Science Fiction in Reinkultur, aber eben mit der gelungenen Beimischung einer Lovestory. Und genau das ist etwas, das ich mir seit Jahren immer gewünscht habe *glücklichaufseufz*
Ok, bei Ann McCAffrey gab es mit dem Rowan Zyklus schon Ansätze in dieser Richtung und auch bei der Liaden Reihe von Sharon Lee und Steve Miller gibt es eine Lovestory, aber beide Reihen sind eben bekannt und teilweise älter, da musste was Neues her.
Der Roman hat wirklich alles, was mein SF Herz begehrt, die Charaktere sind vielschichtig und komplex und sie machen es einem eben nicht leicht, mit ihnen warmzuwerden. Aber gerade das ist für viele SF Storys sehr typisch, spielen sie doch auch meistens in Settings, die actionreich und gefährlich oder gar lebensfeindlich sind. Einfach zu durchschauende Protagonisten wären da unpassend und schnell zu langweilig.
Die Storyline selbst ist ebenso interessant, zwar nicht gerade sooo außergewöhnlich, aber halt doch wieder genretypisch und passend. Etwas holprig fand ich auf den ersten Seiten den Stil der Autorin, das hat sich jedoch rasch gebessert und letztendlich bin ich über die Seiten nur so hinweggeflogen.
Ich hoffe wirklich, dass mit diesem Buch der Knoten platzt und möglichst viele Leserinnen und Leser(!) das Buch kaufen, damit die Reihe weiter übersetzt wird. SF ist leider ein Genre am Rand des Büchermarktes, das durch die Mischung mit Romance hoffentlich einen neuen Leserkreis finden wird.
Kurzgefasst: Perfekte SF mit Romance.