
Annette Maries "Three Mages and a Margarita" eine Serie über eine un-magische Barkeeperin in einer magischen Welt.
Novella A Damsel and a Demigod (2020)
1. Drei Magier und eine Margarita 
Three Mages and a Margarita (2018)
2. Dunkle Künste und ein Daiquiri 
Dark Arts and a Daiquiri (2018)
3. Zwei Hexen und ein Whiskey
Two Witches and a Whiskey (2019)
4. Dämonenmagie und ein Martini
Demon Magic and a Martini (2019)
5. Alchemie und ein Amaretto
The Alchemist and an Amaretto (2019)
6. Druid Vices and a Vodka (2020)
7. Lost Talismans and a Tequila (2020)
8. Damned Souls and a Sangria (2020)
Auf der Suche nach Abwechslung - hin und wieder auch ein passionierter Historical-Leser einmal einen Tapetenwechsel - bin auf Annette Maries „Guild Codex: Spellbound“-Serie aufmerksam geworden. Angelockt hat mich die Serie damit, dass sie mich, in Aufmachung und Beschreibung an Helen Harpers „Slouch Witch“-Serie erinnert hat, die ich heiß und innig liebe.
Um es vorneweg zu nehmen, die erhoffte flotte und humorig Urban Fantasy light-Unterhaltung habe ich nur zum Teil gefunden. Immerhin hat mir der Auftakt, „Drei Magier und eine Margarita“, so gut gefallen, dass ich im Anschluss gleich mit dem 2. Teil, „Dunkle Künste und ein Daiquiri“, weitergemacht – und dann aufgehört habe.
Die „Guild Codex: Spellbound“-Serie ist ein Teil eines größeren magischen Universums, in dem die als „Mystiker“ bezeichneten Hexen und Zauberer größtenteils unerkannt (zumindest die durchschnittliche Bevölkerung betreffend), in Gilden organisiert, in der modernen Welt leben. Mit einer solchen Gilde, zu deren Hauptquartier die Bar „Crow & Hammer“ gehört, macht die ganz und gar un-magische Hautprotagonistin Victoria „Tori“ Dawson Bekanntschaft als ihr sprichwörtlich eine Stellenanzeige als Barkeeperin vor die Füße fällt.
Tori, die sich dank ihres Temperamentes in einem chronisch-gekündigten Zustand befindet, fühlt sich im „Crow & Hammer“ hinter der Bar endlich angekommen. Als Nicht-Mystikerin ist ihr Status als Mitarbeiterin zwar noch nicht gänzlich geklärt, doch nachdem sie ihre Loyalität beweist, wird Tori auch zunehmend von den Mitgliedern akzeptiert. Und sie wird in die Runde der drei eng befreundeten Mystiker Aaron, Kai und Ezra aufgenommen, die regelmäßig an Toris Theke herumhängen.
Sehr schön finde ich, dass sich jedes Buch der Serie einem abgeschlossenen Abenteuer widmet. Dabei sind die Geschichten grundsätzlich flott und actionreich erzählt und laden hier und da zum Schmunzeln ein. Dass sie kurzweilig zu hören sind, liegt auch an der Sprecherin Yeşim Meisheit der Hörbuch-Ausgaben, die mit ihrem Vortag einen erheblichen Anteil daran hat.
Die Hauptfigur „Tori“ ist lustig, herzlich und loyal: ein Kumpel, mit dem man Pferde stehlen kann. Gleichzeitig ist alles an ihr etwas „too much“, oder, was ihren Verstand betrifft, „too little“. Vielleicht liegt es daran, dass Tori mit ihren 21 Jahren noch recht jung ist und ihr es deswegen noch an einem ernstzunehmenden Profil fehlt?
Möglicherweise steht mein Problem mit der Serie auch im Kontext mit der Geschichte, die dunkle und gefährlich sein will gleichzeitig, aber auch komisch. Problematischerweise löst die Autorin das, in dem sie z.B. im 2. Teil den „dunklen“ und „gewalttätigen Druiden“ „Ghost“ sein goldenes Herz auspackt und einen Baby-Drachen retten lässt – was tatsächlich ziemlich komisch war, wenn auch unfreiwillig.
Womit wir bei den drei (im 2. Teil erhöht sich die Zahl auf 4) unsäglich heißen Typen wären. Immerhin, meine Befürchtungen, es könnte sich hier um eine „reverse harem“-Serie handeln, hat sich zum Glück nicht bestätigt; zumindest nicht in Teil 1 und Teil 2. Es hat mich jedoch nicht davor bewahrt, schnell genervt zu sein, von den ständigen Lobpreisungen ihrer ach so tollen Attribute. Vielen Dank auch, aber ich hatte es bereits beim ersten Mal kapiert: es handelt sich hier um ultra-sexy Typen, die alle interessiert sind und die Tori nicht von der Bettkante stoßen würde.
Trotz meiner Kritik war ich anfangs des 2. Teils noch guter Stimmung, doch die „Ich-rette-allein-die-Welt-kein-Problem-dass-ich-nur-ein-kleines-Menschlein-bin“-Naivität und später die „Böse-Buben-Baby-Drachen-Rettung“ war dann einfach zu viel. Ich habe „Dunkle Künste und ein Daiquiri“ zwar noch fertig gehört, aktuell jedoch keinen Bedarf mehr von Tori zu hören.
Kurzgefasst: durchaus kurzweilige Urban Fantasy-Serie, mit College- und „reverse harem“-Vibes und einer unreifen Hauptprotagonistin.
Gehört und rezensiert von Anke im Mai 2025.