Judith McNaught

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Originaltitel: Whitney, My Love
Verlag: Cora Verlag
ebook: Historical Gold
Band: Historical Gold 12
Erscheinungsdatum:
Neuauflage Juli 2018
Erstauflage 1988
Genre: Historical
Teil einer Serie: Westmoreland Dynasty Saga 02
Klappentext
Die junge Engländerin Whitney Allison Stone erblüht unter der Obhut ihrer eleganten Pariser Tante zu einer der begehrtesten Schönheiten am Hof Napoleons. Doch sie weist jeden Bewerber ab - auch Clayton Westmoreland, den stolzen und leidenschaftlichen Herzog von Claymore. Gekränkt von ihrer Zurückhaltung und getäuscht von einer bösen Intrige, entführt er sie auf sein Schloss. Erst dort erkennt er, dass die betörende Whitney keine Trophäe für ihn ist - sondern die einzige Frau, die er je geliebt hat. Wird es ihm nach allem, was geschah, gelingen, ihr Herz doch noch zu gewinnen?
Quelle: Cora
weitere Ausgaben:
Titel: Sturm der Leidenschaft
Verlag: Bastei Lübbe + Weltbild Romantica Edition
Ankes Bewertung
Judith McNaughts „Betörende Whitney“ oder auch „Sturm der Leidenschaft“ wurde im Original im Jahr 1985 veröffentlich und fällt damit, in die Anfänge meiner Liebesroman-Leser-Laufbahn und in eine Zeit, in der insbesondere Historicals also historische Nackenbeißer im Umbruch waren. Zum Glück, denn so war spätestens in den 1990-zigern bis 2000-sender, als Autoren und Autorinnen wie Amanda Quick die Bühne betraten, endgültig aus mit den kruden Vorstellungen darüber, wie Liebesromane erzählt werden müssen.
Doch ganz zu Anfang meiner Leser-Laufbahn gab es sie noch, und es war schwer ihnen zu entgehen, da sie von hochgelobten Autoren und Autorinnen stammten, die jedem unbedarften Leser ans Herz gelegt wurden. Also habe auch ich von wankelmütigen, instabilen und schmerzhaft naiven (weibliche) Hauptfiguren gelesen, deren höchst übergriffige Handlungen (und zwar von beiden Seiten) von den Autoren und Autorinnen immer wieder gut geredet wurden. Von Helden, die sexuell gewalttätig wurden, ob nun gegen die Heldin oder andere weibliche Figuren des Romans. Und Heldinnen, die „gebrochen“ werden mussten und sie sich am Ende aller körperlichen und emotionalen Gewalt zum Trotz, in den Helden verliebt haben.
Gemocht habe ich diese Liebesromane noch nie und es war vermutlicher meiner fehlenden Lebenserfahrung zuzuschreiben, dass ich die Geschichten lediglich irritierend befremdlich empfand. Aus heutiger Sicht sind solche Romane für mich nicht mehr tolerabel – egal, ob sie als Klassiker gelten oder wie großartig und qualitativ hochwertig die Autoren oder Autorinnen diese angeblich geschrieben haben.
Judith McNaughts „Betörende Whitney“ oder auch „Sturm der Leidenschaft“ ist genauso ein Roman.
Ich mochte ihn schon damals nicht und finde ihn heute nur noch furchtbar. Dabei ist es mir völlig egal, wie hervorragend Judith McNaught Erzählstil sein mag, auch hier muss wieder einmal eine vernachlässigte Kindfrau und Systemsprengerin von einem brutalen Choleriker „gebrochen“ werden, damit sie am Ende ein Happy End bekommen kann.
Aber wie komme ich überhaupt, wieder einmal, zu diesem Thema? Nun, bin ich auf einer aktuellen Rezension von Judith McNaughts „Something Wonderful“ (1988) gestoßen, in der deutschen Ausgabe als „Zwei Männer für die Herzogin (Historical Gold 16)“ und „Lass mich deine Liebe spüren (Bastei Lübbe)“ veröffentlich, in der der exzellente Erzählstil der Autorin gepriesen wurde. In der Folge dachte mein Hirn, he, ich habe doch ein paar McNaught Bücher, warum also nicht mal ein Re-Reading machen? Und so habe ich „Sturm der Leidenschaft“ angefangen und nach 91 von 265 ebook-Seiten wieder abgebrochen, weil mir mittlerweile der ganze Mist des Restes der Geschichte wieder eingefallen war.
Dies ist also keine Rezension, sondern eine Erinnerung daran, dass wir die Liebesromane, die wir vielleicht als junge Menschen bejubelt haben, heute neu überdenken sollten.
Gelesen und rezensiert im Monat Jahr.