Emma Orchard

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Originaltitel
Verlag: Boldwood Books
Ausgabe: ebook
Erscheinungsdatum: 2025
Genre: Historical
Sprecher:in Hörbuch: Polly Edsell
Teil einer Serie: Spicy Regency Romances
Ankes Bewertung 
Als Tochter des skandalumwitterten, doch mittlerweile verstorbenen Marquess of Wyverne sieht Amelia keine andere Chance, um sich unerwünschter Verehrer zu erwehren, als eine vorgetäuschte Verlobung mit Major Lord Thornfalcon in Erwägung zu ziehen. Auch Major Marcus Thornfalcon könnte davon profitieren, da auch er, trotz seines Heldenstatus, zuletzt in die Skandalblätter geraten ist.
Und obwohl sich Amelia und Marcus schnell einig sind und beide auf den ersten Blick auch von der Fake-Verlobung profitieren, so häufen sich doch die Probleme. Zum einen fühlen sich Amelia und Marcus mehr zueinander hingezogen, als sie dank der Umstände zulassen können, und zum anderen ist Marcus’ verwitwete Schwägerin, Lavina verzweifelter, ihren Stand zu erhalten, als Marcus je gedacht hätte.
Während sich Amelia und Marcus bemühen, ihre Anziehungskraft zu unterdrücken, läuft Lavina zur Höchstform auf und versucht alles, um die vermeintlichen Verlobten zu trennen und wieder als Lady Thronfalcon in ihrem alten Zuhause einziehen zu können.
Die „Spicy Regency Romances“-Serie ist eine „standalone Serie“, deren Romane lediglich lose thematisch miteinander verbunden sind. Eine Ausnahme machen „For the Viscount's Eyes Only“ und „To Catch a Lord“ deren Teile beide von Mitgliedern der Wyverne Familie erzählen.
So ist es zwar nicht zwingend notwendig, könnte jedoch von Interesse sein, beide Teile nacheinander zu lesen. Ich habe nicht auf die Reihenfolge geachtet und eher zufällig ein Buch der Autorin, Emma Orchard, die ich bisher nicht kannte, herausgepickt.
Zunächst war ich jedoch zögerlich, zur Serie zu greifen, da mich der Begriff „Spicy“ abgeschreckt hat, da ich einen historischen Liebesroman im klassischen Nackenbeißer-Format auswählen und Liebesromane, mit einer härteren Gangart vermeiden wollte. Meine Befürchtungen waren jedoch völlig unbegründet, da die intimen Szenen tatsächlich eher mild beschrieben werden.
Der Erzählstil der Autorin Emma Orchard orientiert sich an traditionellen Regencys, ist jedoch in vielerlei Hinsicht moderner. So scheint das Verhalten der Protagonisten nicht immer historisch korrekt. Die Autorin vermeidet mit der Offenheit ihrer Charaktere jedoch konsequent, dass Missverständnisse aufkommen könnten, eine Herangehensweise, die ich allen anderen vorziehe.
Gleichzeitig bremst das Erörtern und das Analysieren aufkommender Probleme mit allen und jedem leider auch das Erzähltempo. So habe ich mich, vor allem zum Ende hin, einige Male dabei erwischt, Seiten lediglich zu überfliegen, statt sie zu lesen.
Zudem entwickelt sich die Liebesgeschichte nur sehr langsam und findet zumeist in den Köpfen der Protagonisten statt. Direkter Kontakt zwischen Amelia und Marcus ist eher selten. Das macht es mitunter ein wenig schwierig, die Entwicklung ihrer Gefühle nachzuvollziehen oder im Verlauf der Geschichte, ihre Gründe, die vorgegebene Verlobung nicht endlich zu einer echten zu machen, zu verstehen.
Abwechslung in dem wortgewandten, aber eher ruhigen Fluss der Geschichte bietet Marcus’ Schwägerin, deren dramatische Einlage fast ein wenig zu dick aufgetragen ist.
Grundsätzlich ist die Geschichte locker, leicht und sehr wortgewandt geschrieben. Sie verliert sich zwar mitunter in Details und wirkt dadurch manchmal etwas langatmig, trotzdem hat mich die Geschichte ausgezeichnet unterhalten.
Kurzgefasst: eine slowburn-Liebesgeschichte im Regency-Stil.
Gelesen und rezensiert von Anke im September 2026.