Vergeltung im Münzhaus

Petra Schier

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Originaltitel

Verlag: Rowohlt
Ausgabe: ebook
Erscheinungsdatum: August 2016

Genre: Historischer Roman

Teil einer Serie: Adelina 06

Klappentext

Köln 1408: Im Haus des Münzwechslers Henns Birboim wird ein Toter aufgefunden - brutal erstochen. Ein Knecht beschuldigt die junge Hebamme Clara des Mordes an ihrem Vater. Offenbar ein Racheakt: Der Tote hatte das Mädchen einst an ein Hurenhaus verpfändet, um seine Schulden zu begleichen.
Im Kerkerturm wird Clara bald ein zweiter Mord zur Last gelegt. Apothekerin Adelina setzt mit ihrer Tochter Griet alles daran, dem unglücklichen Mädchen zu helfen. Unterstützung erhalten sie dabei aus einer Richtung, aus der sie es nie für möglich gehalten hätten ...

Quelle: Rowohlt

Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Die Hebamme Clara fällt aus allen Wolken, als sie in der Stadt ihrem Vater, dem Kürschner, und dessen Knecht begegnet. Einst gab ihr Vater sie und ihre Mutter nämlich in ein Hurenhaus, damit die Frauen seine Schulden abtragen sollten. Nachdem Clara, nach einem Streit mit einem Freier, aus dem Hurenhaus geflohen war, machte sie sich auf nach Köln, um dort ihr Glück in der Freiheit zu suchen, wo sie unter anderem auch Adelina begegnete.

Clara musste durch eine seelische Hölle gehen und gibt ihrem Vater nun deutlich zu verstehen, dass er keine Macht mehr über sie besitzt und sie nichts mehr mit ihm zu schaffen haben will. Ein Verhalten, das nicht nur ihren Vater, sondern auch dessen Knecht erbost, der Clara immer schon für hochnäsig hielt.

Als Claras Vater nur ein paar Tage später ermordet aufgefunden wird, im Haus des Münzwechslers Henns Birboim, gerät sogleich Clara als Hauptverdächtige ins Visier des Hauptmannes der Kölner Stadtsoldaten, Cristan Reese, der in Bälde zum neuen Gewaltrichter ernannt werden soll und nun in dieser Sache ermittelt. Denn kein anderer, als der Knecht von Claras Vater hat sie beschuldigt. Angeblich sei es nicht ihr erster Mord gewesen.

Adelina, Griet und die übrige Familie Burka kann und will nicht glauben, was für ein übles Gerücht über Clara im Umlauf ist und so machen sie sich daran, den wahren Täter zu finden und zu überführen. Dabei kommen sich ausgerechnet die scheue Griet und der attraktive Cristan näher, doch beide haben Geheimnisse, die sie einander zunächst offenbaren müssen…

Der womöglich letzte Teil, um die kriminalisierende Apothekerin Adelina, ist mit „Vergeltung im Münzhaus“ kürzlich erschienen und ich war schon im Vorfeld sehr neugierig darauf, zu erfahren, ob denn auch die scheue und traumatisierte Griet im abschließenden Band den Mann fürs Leben finden würde, weil sie mir im Laufe der Reihe sehr ans Herz gewachsen ist. Und mit Cristan Reese hat die Autorin ihrer „eigentlichen Heldin“ in diesem Abschlussband, dann auch einen Romanhelden zur Seite gestellt, der sympathisch und charismatisch zugleich ist und dazu mit ausreichend Feinfühligkeit ausgestattet ist, um Griet überhaupt aus der Reserve locken zu können. Da Petra Schier in Bezug auf die Liebesgeschichte, ebenfalls sehr sensibel zu Werke gegangen ist, ist diese für den Leser nachvollziehbar und romantisch zugleich geraten und auch die erotischen Liebesszenen wirken nicht wie ein Fremdkörper, sondern fügen sich gut ins Gesamtgebilde.

Zugegeben, ich finde schon, dass sich die Haupt- und Nebenfiguren, streng genommen, nicht unbedingt ihrer Zeitepoche gemäß ausdrücken in manchen Situationen, doch sieht man einmal von diesem Kritikpunkt ab, ist dennoch ausreichend historisches Flair vorhanden- zum Beispiel, wenn diverse Handlungsweisen, Berufe der damaligen Zeit etc., auf interessante Art und Weise, erläutert werden.

Wunderbar fand ich in „Vergeltung im Münzhaus“, dann aber wieder den beschriebenen Zusammenhalt der Familie Burka nebst Freundeskreis, und dass man allen Haupt und Nebenfiguren als Leser noch einmal begegnen darf. Und selbst ein einstiger Feind scheint nun endlich geläutert und eilt der Familie zur Hilfe, was mich dann doch etwas überrascht hat. Aber die Wege des Herrn sind schließlich unergründlich. ;-)

Nicht nur die Liebesgeschichte wurde toll in Szene gesetzt, sondern auch der Kriminalfall sorgt für durchaus spannende Momente, sodass die Lesezeit für mich leider mal wieder wie im Fluge verging. Mit einem lachenden und weinenden Auge hieß es dann schließlich Abschied nehmen von den Burkas, doch wer weiß, vielleicht ja doch nicht für immer. Zumindest die clevere Adelina lässt ein Ende offen…

Kurzgefasst: Tschö Adelina! Schön war es mit Dir - Überraschend gefühlvoller Abschlussband der Adelina Reihe, der auf ganzer Linie überzeugen kann.

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