Emmi West

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Originaltitel: A Duke at Midnight
Verlag: selbst
Ausgabe: ebook
Erscheinungsdatum: August 2022
Genre: Historical
Teil einer Serie: Summer Nights in St. James
Ankes Bewertung 
Als die verwitwete Schneiderin, Mrs. Rosalie Wayfield, aufgrund eines Missverständnisses in den Armen und im Bett von Hudson Somersault, Duke of Blackbourne landet, weiß sie nicht, wer er ist, noch kennt sie seinen schlechten Ruf. Von diesem erfährt sich erst am hinterher, als öffentlich wird, dass sie die Nacht mit ihm verbracht hat.
Hudson Somersault, Duke of Blackbourne, war schnell klar gewesen, dass die Frau nicht die professionelle Begleitung war, mit der er gerechnet hat, trotzdem hat die Leidenschaft, die er Leidenschaft mit der Witwe Wayfield, wie er später herausfindet, so sehr genossen, dass er sie aufsucht – und spontan beschließt sie zu heiraten. Damit erledigen sich gleich mehrere Probleme für ihn, sie sind kompatibel in ihrer Leidenschaft, er muss nicht mehr nach einer Braut suchen und es ist keine Liebe im Spiel, sondern die Verbindung stellt einen Handel dar.
Doch nach und nach muss er erkennen, dass Rosalie mehr für ihn ist. Ein Eingeständnis, was gegen alles geht, an das er glaubt.
Emmi West scheint mir mit ihren Romanen omnipräsent und vielleicht war es auch genau deswegen, dass ich sie so lange ignoriert habe. Als ich zuletzt eine interessante Rezension zu einem ihrer Romane gelesen habe und ich zurzeit in Stimmung bin, neue Autoren zu entdecken, habe ich mich dann doch für „A Duke at Midnight“ entschieden, dem 1. Teil, der nur lose zusammenhängenden Reihe „Summer Nights in St. James“. Und ich bin zwiegespalten, ob ich die Autorin mag und ihre eine weitere Chance gebe oder ihre Romane fürs Erste nicht mehr in Erwägung ziehe.
„A Duke at Midnight“, hat etwas Altmodisches, etwas gothic-romance’iges, was mich fern an die Werke von Kathleen Woddiwiss erinnert. Gleichzeitig hat der Roman, aber auch sehr moderne Elemente, wie die eigenständige, selbstbewusste, offene und manchmal frech-fröhliche Heldin.
Auch die Geschehnisse und Wendungen der Geschichte haben diesen „übergeschnappten und verrückten“ Vibe, der mich an Old School Historicals erinnert hat und der mich damit auf nostalgische Art zu unterhalten wusste. Das bedeutet jedoch nicht, dass er den Ansprüchen, die ich an historische Liebesromane stelle, Genüge getan hat. Eher im Gegenteil.
Das lag vor allem am wechselnden Verhalten der Hauptprotagonisten, was von irrelevant zu nachvollziehbar hin und schwankte. So hat Rosalie Hudson vertraut, um sich ihm hinzugeben, andererseits war sie viel zu offen dafür, Gerüchten über ihn Glauben zu schenken. Ich habe sie als engagiert, klug und eigenständig erfahren, nur um sie im nächsten Moment furchtsam durch einen dunklen Wald begleiten zu müssen.
Diese Unbeständigkeiten in den Charakteren, die von den Autoren mal so und mal so gedreht werden, nervt mich dermaßen, dass ich die Tatsache, dass er mal wieder so ein Held war, der nicht mit der Heldin redet, fast schon nebensächlich empfand.
Aktuell bin ich unsicher, ob ich weitere Romane der Autorin lesen will. Ich denke schon, dass sie Spaß machen können, vor allem wenn man sie durch eine Nostalgie-Brille anschaut und es einem gelingt eine Verbindung mit den Protagonisten aufzubauen. Ersteres hat für mich gut funktioniert, die Hauptcharaktere hingegen konnte mich nicht für sich gewinnen.
Kurzgefasst: Old School Historical trifft auf frech-fröhliche Heldin; etwas, was für mich hier nicht ganz so gut funktioniert hat.
Gelesen im englischen Original und rezensiert von Anke im Dezember 2025.