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Nicoles Bewertung

Sarah Mallory - Miss Charity und der maskierte Gentleman

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Miss Charity hat einen wahren Rabenvater. Nachdem ihr der bibelfeste unbarmherzige Prediger nach einem, wie er findet, unzüchtigen Verhaltensvorfall, die Haare schert, reicht es Charity, deren Mutter bereits seit einigen Jahren verstorben ist und sie nimmt Reißaus. Zuflucht findet sie ausgerechnet bei einer fahrenden Schauspielertruppe und Jahre später ist sie eine gefragte Schauspielerin, die bereits an Londons berühmtesten Bühnen Arrangements hatte. Dennoch zieht es sie wieder in die Nähe ihres Heimatortes, als ein guter Freund aus Kindertagen dort ein Theater eröffnet. Ihre Vorstellungen dort bleiben nicht lange verborgen, denn sie hat wieder ihren richtigen Namen angenommen, was auch ihren Vater, mittlerweile ein gemachter, mächtiger Mann im Nachbarort, auf den Plan ruft. Er will unter allen Umständen vermeiden, dass seine Tochter ihm Schande macht, selbst, wenn er den Auftrag erteilen muss, sie töten zu lassen. Und wer käme ihm da besser recht, als der maskierte Straßenräuber, der seit einiger Zeit sein Unwesen auf dem Land treibt. Doch der Straßenräuber zögert, diese Pläne in die Tat umzusetzen…

Die erste Geschichte in diesem Doppelband wartet endlich einmal wieder mit einem Straßenräuberplot auf, doch leider entpuppte sich der Straßenräuber als solches, für mich dann leider als eine kleine Mogelpackung, weil er im wahren Leben einfach nicht überzeugend und stark genug wirkt, da die Figur der Charity so viel zupackender, wagemutiger und entscheidungsfreudiger gestrickt ist. Nichtsdestotrotz ist zumindest der Bösewicht in diesem Roman wahrlich durch und durch böse, wenn er allerdings auch mit wenig Raffinesse vorgeht. Und trotz allem fragt man sich beim Lesen immer wieder, welche sonstigen Motive der Vater bloß haben muss, um so verhasst auf seine eigene Tochter zu sein. Irgendwie reichte mir da das religiöse Motiv nicht allein aus, um zu überzeugen. Da sich die Autorin darüber leider ausschweigt, bleibt beim Lesen so stets das Gefühl, als wäre einem etwas Entscheidendes entgangen. Wie zuvor angesprochen, ist Charity eine sehr starke Romanheldin, die für meinen Geschmack sogar einen Helden verdient hätte, der etwas alphamäßiger konzipiert worden wäre, um überhaupt neben der Heldin bestehen zu können. Zwar mag seine anfängliche Schweigsamkeit und geheimnisvolle Aura durchaus interessant wirken, doch fehlte mir da einfach das gewisse Etwas bezüglich seiner Figur.
Und dennoch kommt beim Lesen trotz meiner Kritikpunkte keine Langeweile auf. Zwar geizt die Autorin mit spannenden Momenten, wie ich fand, doch gefielen mir dadurch Ausdruck und Schreibstil und auch die Dialoge zwischen dem Heldenpaar sehr.

Kurz gefasst: Solider, recht unterhaltsamer Historical mit Luft nach oben.

Christine Merrill - Die süßeste aller Sünden

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Sam und Evelyn wuchsen wie Bruder und Schwester miteinander auf, obgleich beide einen anderen Namen trugen. Ausgerechnet nach ihrem ersten Kuss, der Evelyn darin bestärkt, dass nur Sam als ihr zukünftiger Ehemann in Frage kommt, verlässt er sein gewohntes Zuhause und somit auch die ratlose Evelyn. Was mag bloß geschehen sein, dass Sam von nun an kein Interesse mehr an ihr haben mag? Und das, obwohl Evelyn ihm in der Folgezeit zahlreiche Briefe schreibt. Als er Jahre später vom Militärdienst zurückkehrt, ist Evelyn immer noch nicht verheiratet. Doch sie hat einen ernstzunehmenden Verehrer, der keinen Hehl daraus macht, Evelyn heiraten zu wollen. Evelyn setzt alles auf eine Karte und offenbart Sam zuvor ihre Gefühle, doch dieser weist sie trotz eines leidenschaftlichen Kusses ab. Was mögen nur seine Beweggründe für dieses abweisende Verhalten sein? Hat er wirklich nur schwesterliche Gefühle für Evelyn, wie er sagt oder steckt mehr dahinter?

Die zweite Geschichte in diesem Doppelband gab eigentlich den Ausschlag mich für diesen Roman zu entscheiden, denn die Romane von Christine Merrill sind für mich sozusagen autobuy. Doch auch in diesem Fall muss ich leider sagen, dass mich hier diesmal zwar eine ansprechende, aber leider auch nicht zu Hundertprozent überzeugende Geschichte erwartet hat. Zwar geht das Heldenpaar auf eine Art sehr süß und vertraut miteinander um und auch der Grund für Sams Zurückhaltung ist plausibel, doch fand ich, dass Evelyn so manches Mal recht forsch an die Sache herangeht. Auch was ihr Verhalten zum Vater angeht, den sie glaubt, stets mit Tränen umstimmen zu können und nicht zu vergessen, ihre Hinhaltetaktik ihrem Verlobten gegenüber. Daher wurde ich mit ihr leider auch im Laufe der Story nicht so sehr warm und dann, wenn ein entscheidender Moment folgt, zögert sie und zeigt wenig Vertrauen zu Sam, was mich ein wenig befremdete.
Sam dagegen ist ein toller Liebesromanheld. Da man seinen Grund, Evelyn aus dem Wege zu gehen, schnell erfährt, kann man sich gut in seine Figur hineinversetzen und leidet mit ihm mit. Die Nebenhandlung um Sams Herkunft fand ich ebenfalls überraschend, so dass ich, trotz der Tatsache, dass mich die weibliche Romanheldin leider nicht so sehr überzeugen konnte, für die romantischen Momente des Romans und weil ich ein Faible für eine „Sandkastenliebe“ in Romanen habe, dennoch eine 4.0 Bewertung vergeben möchte.

Kurz gefasst: Nette, wenn auch nicht zu Hundertprozent überzeugende „Sandkastenromanze“.


Historical Saison Band 26
Skandalöse Verführung

Sarah Mallory
Christine Merrill

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Originaltitel: At The Highway Man’s Pleasure / The Greatest Of Sins
Verlag: CORA Verlag
Band: Historical Saison Band 26
Erscheinungsdatum: Januar 2015
Genre: Historische Liebesromane

Klappentext

Sarah Mallory – Miss Charity und der maskierte Gentleman

Zu Unrecht entehrt führt Ross Durden ein Doppelleben. Bei Tag ist der Gutsbesitzer ein eleganter Gentleman, bei Nacht ein skrupelloser Straßenräuber. Dabei hat er nur ein Ziel: Vergeltung! Bis er auf Charity Weston trifft, die schöne Tochter seines Feindes - denn ihre heißen Küsse lassen ihn all seine Rachepläne vergessen …

Christine Merrill- Die süßeste aller Sünden

Wenn er der Versuchung nachgibt, wird er die Frau, die er liebt für immer ruinieren! Sam darf Lady Evelyn aufgrund seiner Herkunft niemals den Hof machen. Denkt er zumindest … Am Tage ihrer Verlobung mit einem anderen erfährt Sam jedoch, dass er jahrelang an eine Lüge geglaubt hat. Ist es nun zu spät für ein Happy End?

Quelle: Cora

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