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Tinas Bewertung

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"Ferne Tochter", ist ein Roman der in die Tiefe geht und man muss beim Lesen teilweise schon ganz schön schlucken.

Die Autorin Renate Ahrens verstand es erneut gekonnt, durch ihren flüssigen und zudem einfühlsamen Schreibstil, mich für sich einzunehmen.
Die Geschichte wird immer wieder durch Rückblicke aus Judiths Sicht lebendig, so dass der Leser sich ein eigenes Bild machen kann und vor allem Judith sehr viel besser zu verstehen lernt, z.B. warum sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen hat.
Ich finde, dass es Renate Ahrens wirklich gelungen ist, die Familie rund um Judith so zu zeichnen, dass man sehr gut nachvollziehen konnte, wie ihr Leben war und nun ist und warum und wie in der Vergangenheit alles in eine Schieflage geraten konnte.

Einzig das Ende der Geschichte schien für mich von Gefühl her einfach nicht "richtig". Vielleicht war es ein wenig des "Friede, Freude, Eierkuchens Feelings" zu viel, dem ich so richtig nicht trauen konnte. Und ich musste mich auch fragen, ob es wirklich ist oder ob erneut der Schein trügt. Mir kam die Nähe am Ende des Buches noch zu dünn vor, als dass sie mich von so einem überaus strahlenden Ende überzeugt hätte.
Dennoch, die Autorin konnte mich auch dieses Mal wieder von sich begeistern, denn sie spielt die Partitur der Gefühle sehr gekonnt aus, sie stimmt nachdenklich und berührt.

Ein Zitat aus dem Buch hat mir sehr gut gefallen und fasst die Geschichte wunderbar zusammen: "Jeder Mensch trägt einen Engel in sich, der nach einer langen Entwicklung, durch zahlreiche Verwandlungen hindurch, in Erscheinung treten kann."

Kurz gefasst: Ein berührendes und zu Herzen gehendes Buch über die Familie - mit all ihren Schattenseiten und kleinen Glücksmomenten.


Ferne Tochter

Renate Ahrens

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Originaltitel: ----
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426510933
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Genre: Contemporary

Klappentext

Der Anruf dauert höchstens drei Minuten, doch er verändert alles. Das neue Leben, das Judith sich in Rom aufgebaut hat, gerät ins Wanken. Sie wird eingeholt von dem, was sie vor zwanzig Jahren, nach einer verhängnisvollen Entscheidung, hinter sich gelassen hat – Hamburg, die Eltern, ihre Jugendliebe. In Rom arbeitet Judith als Restauratorin von Fresken der Renaissance; Engel sind ihre Spezialität. Mit Francesco führt sie eine glückliche Ehe, nur Kinder sind ihnen versagt geblieben. Von ihrem früheren Leben ahnt er nichts. So hatte es bleiben sollen. Nie mehr, das hatte Judith sich geschworen, wollte sie nach Hamburg zurückkehren. Aber jetzt muss sie zurück, muss sich ihrer Vergangenheit stellen – dem Tod des Vaters, der kranken Mutter und dem Menschen, an den sie die letzten zwanzig Jahre jeden Tag gedacht hat. Wie soll sie ihrem Mann erklären, dass ihr gemeinsames Leben auf einer Lüge basiert?

Quelle: Knaur

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