Rezensionen

Kerstins Bewertung 05 Sterne.png

Kurz vor ihrem 16. Geburtstag hält Jodie es zu Hause nicht mehr aus: seit der Vater arbeitslos geworden ist (wegen der Indianer, die gegen die Abholzung protestierten, so dass die Papierfabrik, in der er arbeitete geschlossen werden musste) streiten sich ihre Eltern nur noch - bis ihr Vater eines Tages nicht mehr heimkommt. Trost findet Jodie nur am Computer, an dem sie ihrem Internet-Freund Tim schreibt. Doch als ihre Mutter diesen dann verkauft, um eine Autoreparatur zahlen zu können, ist für Jodie das Fass voll: sie haut ab, zu Tim.

Doch unterwegs steigt sie bei einem Trucker ein, der Böses im Sinn hat: an einer einsamen Lichtung versucht er sie zu vergewaltigen, doch der junge Indianer Jay kann Jodie retten. Doch sie sind allein mitten im Nirgendwo, Jay muss schnellstmöglich zu seinem Camp zurück, kann aber Jodie nicht allein lassen. Notgedrungen nimmt er sie mit - mitten in die Wildnis Kanadas, fernab von jeder Zivilisation. Langsam beginnt Jodie das Leben und die Sichtweise der Indianer zu verstehen und sich in Jay zu verlieben - doch kann das gut gehen? Stadt versus Wildnis, weiß versus rot? Die beiden sind zumindest entschlossen, es zu versuchen...

"Libellensommer" ist ein Jugendbuch, in dem Jodie ihre Geschichte in der 1. Person erzählt. Die Autorin schafft es wunderbar, die Atmosphäre, die Landschaft, die Gefühle, die Ängste einzufangen und in einem sehr stimmungsvollen Bild wiederzugeben. Mir hat es großen Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen. Neben den Mythen der Indianern, den Beschreibungen über das Leben in der Wildnis, hat mich besonders die zarte Liebesgeschichte zwischen Jay und Jodie berührt. Auch für Erwachsene auf jeden Fall empfehlenswert!