Rezensionen

Kerstins Bewertung 04 Sterne.png

Ellen Kirsch arbeitet von Deutschland aus an einem wohltätigen Projekt für ein Indianerreservat. Jetzt fliegt sie zum ersten Mal in die USA, um das Projekt vor Ort zu begutachten. Sie ist voller Enthusiasmus, doch sie stellt bald fest, dass nichts so ist, wie sie es sich vorgestellt hat: die Indianer und ihre Denkweise sind ihr fremd, außerdem stößt sie überall auf Misstrauen. Die Indianer scheinen ihre Hilfe gar nicht zu wollen und zu allem Überfluss wird sie auch noch in einen Mordfall verwickelt. Schnell ist ihr klar, dass der vermeintliche Mörder unschuldig ist und sie verhilft ihm zur Flucht. Doch das lockt nur den eigentlichen Mörder auf ihre Fährte...

Ellen erzählt in der 1. Person von ihren Erlebnissen, Ängsten, Zweifeln, aber auch von ihrer Faszination und langsamen Annäherungen an eine fremde Lebensweise. Den größten Teil des Buches nehmen die Indianer ein: ihre Lebensweise, ihre Zerrissenheit zwischen den Welten, ihr Kampf ums Überleben. Nur als Zuckerl gibt es noch eine Liebesgeschichte und einen Mordfall. Diese beiden Erzählstränge sind schön eingebettet in die "richtige" Geschichte und stören den Erzählfluss in keiner Weise. Auch die Landschaft wird so gut geschildert, dass man sie vor seinem geistigen Auge richtig sehen kann. Selbst kleine Nebenfiguren sind gut geschildert und ihr Schicksal berührt den Leser. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, doch 5 Gesichter vergebe ich immer nur an Bücher, die für mich sozusagen noch das "gewisse Etwas" haben - sosehr mir die Geschichte auch gefallen hat, so hat sie mich nicht weiter beschäftigt. "Libellensommer" von der gleichen Autorin hat mich auf jeden Fall mehr mitgenommen (auch wenn es "nur" ein Jugendbuch ist), ich kann das Buch aber auf jeden Fall weiterempfehlen!