Rezensionen

Kathis Bewertung 05 Sterne.png

Wenn ich den Namen Antje Babendererde auf einem Roman lese, weiß ich: Dieses Buch wird mich zutiefst berühren. So war es auch, als ich den Titel "Zweiherz" auf einem Mängelexemplar-Tisch liegen sah und spontan zugriff. Ich wurde vom Inhalt nicht enttäuscht.

Antje Babendererde schreibt Romane, in denen sie eine Verbindung zwischen der "modernen Welt" und den traditionellen Werten der Indianer schafft. In "Zweiherz" widmet sie sich den Navajo-Indianern. Kaye, dessen Vater ein balagáana - ein Weißer - ist, fühlt sich dem Volk ihrer Mutter stark verbunden und sieht sich selbst als vollwertige Indianerin. Will, ihre große Liebe aus Kindertagen, ist ebenfalls ein Navajo. Doch er hat ein Verbrechen begangen und wurde zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Nun kommt er zurück ins Reservat. Doch auch dort, zurück in der Heimat, findet er keine Ruhe, denn er wird von den Schatten der Vergangenheit verfolgt. Auch Kojote, der Unruhestifter in der Mythologie der Navajos, ist Will auf den Fersen.

Einfühlsam wie eh und je geht Antje Babendererde den Weg der Toleranz. Sie schafft es, mit ihren Roman den schmalen Grat zu meistern, der den Lesern Unterhaltung und Wissenswertes zugleich bietet. Sie öffnet die Augen für fremde Kulturen; lehrt uns, den Glauben und die Traditionen der Indianer verstehen und ehren.

Ich habe diesen Roman verschlungen. Es ist ein Jugendroman aufgrund seiner jugendlichen Protagonisten. Der Inhalt aber, die Botschaft, richtet sich auch an Erwachsene. Die Kultur, die hier im Mittelpunkt steht, scheint fremd. Doch Gefühle sind in jedem Volk der Welt gleich. Jeder, der sich auf diese Reise in eine fremde Kultur einlassen kann und will, wird diesen Roman ebenso genießen wie ich.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.cultural-noise.de