Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

Die alleinerziehende Mutter Evangeline „Eva“ Le Roy war einer der Menschen, die von dem damals kranken Vampir Lorcan O'Halloran angegriffen und verwandelt wurde. Da sie aber keinerlei Rachegedanken gegen Lorcan hegt, hilft sie ihm natürlich auch, als er verletzt vor ihre Füße fällt.

Überhaupt scheint dieser Lorcan recht undurchsichtig und fühlt sich zudem sehr schuldig Eva verwandelt zu haben. Eva fühlt sich dagegen sehr zu Lorcan hingezogen, kann ihm aber seine Schuldgefühle nicht ausreden. Überhaupt hat sie genug anderes im Kopf.

Als Wandelblut, das von einem königlichen Vampir gewandelt wurde, verfügt sie über die Fähigkeit mit Tieren, bzw. mit Menschen, die in Tiere verwandelt wurden, zu kommunizieren und diese zu beherrschen. Eine wichtige Waffe im Kampf des Vampir-Konsortiums gegen seine Feinde, aber auch für die feindlichen Reihen nicht uninteressant. Und so geraten Eva und ihre Tochter zwischen die Fronten.

Lorcan ist ein toller Held. Ein wenig unheimlich, geheimnisvoll und wunderbar tortured. Ein Held bei dem man nie weiß, was er als nächstes tun wird.
Der aber leider, jedenfalls für meinen Geschmack, viel zu sehr im Hintergrund bleibt und damit ein bisschen blass wirkt.

Die Geschichte wird eindeutig von der Hauptfigur beherrscht. Wenn man diese sympathisch findet und sich mit ihr identifizieren kann, dann wird man bestimmt großes Vergnügen an der Geschichte haben. Ich allerdings konnte weniger mit der Figur anfangen und damit hat mir beim Lesen so auch ein Stück weit etwas gefehlt.

Auch das Gefühl, dass die Story nicht gleichmäßig an einem Stück fließt, sondern teilweise sprunghaft war, hat mich gestört. Immer wieder wacht Eva in der Gewalt einer anderen Figur auf, wird mal dahin und mal dort hin hingeschleppt. Mit der Zeit wusste ich schon gar nicht mehr die Frage nach dem „Wo,“ „Wie,“Warum“ und von „Wem“ eigentlich, zu beantworten? Ergo: Ich konnte einfach dem Plot nicht folgen.

Als eher leidvoll bzw. einfallslos, empfand ich einige Erklärungen der Werwolf Vergangenheit. Wieder einmal müssen hier Hitler und das Dritte Reich herhalten. Sorry – vielleicht geht es uns Deutschen, und mir im speziellen, einfach so damit – aber ich kann es nicht mehr in diesem Zusammenhang hören.

Was bleibt also überhaupt noch Positives übrig, was meine relativ gute Bewertung rechtfertigt?
Michele Bardsley hat einen amüsanten Humor und ich konnte immer wieder laut heraus lachen. Aber bestimmt ist dieser nicht jedermanns Geschmack und wird so mit Sicherheit sehr unterschiedlich empfunden.
Ihr Schreibstil ist angenehm und sehr flüssig zu lesen. Sie beherrscht den geschickten Umgang mit der „Ich-Form“ und versteht es durchaus den Leser zu fesseln.

Besonders gut hat mir die Einführung gefallen. Auf geschickte Art wird der „Ich-Erzähler“ an die nächste Hauptfigur übergeben. In diesem Fall von Jessica an Eva. Das fand ich wirklich gelungen und ich hatte so überhaupt keine Probleme damit, mich mit einen anderen Ich-Erzähler zurecht zu finden.

Überhaupt Einführung, Anmerkungen und Glossar sind sehr unterhaltsam, umrahmen die Geschichte und passen zur Stimmung des Buches, überhaupt zur ganzen Serie.

Abschließend möchte ich auf jeden Fall festhalten, dass mir der 1. Teil besser gefallen hat. Dass aber trotz meiner Kritik ich mich erstaunlich gut unterhalten habe und das Buch praktisch in einem Rutsch gelesen habe.

Kurz gefasst: Ich persönlich hatte meine Probleme beim Lesen, empfehle das Buch aber dennoch gerne weiter, weil es unterhaltend und amüsant ist.