Rezensionen

Ankes Bewertung 03 05 Sterne.png

In Gerry Bartletts erstem Teil ihrer Glory St.Clair Serie geht es wie in so vielen anderen diesen Genres um die übliche Geschichte: Gut gegen Böse, also gute Vampire gegen böse Vampirjäger.

Nicht dass ich etwas dagegen einzuwenden hätte, schließlich ist das die Essenz aller Geschichten. Das Problem ist, dass Gerry Bartlett dem nichts Neues hinzuzufügen hat und der frische Wind fehlt, der eigentlich mit einer neuen Serie einhergehen müsste.

Wirklich fantastisch und genau nach meinem Geschmack ist dagegen der Humor der Autorin. In ihrem Buch fehlt der übliche überdrehte Witz, den Autorinnen des Genres so gerne ihren Para Chic Lit beimischen. Sogar der Einkaufs- und Schuhtick der Hauptfigur hält sich in Grenzen!

Viel dazu beiträgt auch der sarkastisch angehauchte Humor von Valdez, dem (Super-)Hund und Beschützer der Hauptfigur Glory. Einfach klasse!

Pluspunkte bekommt Gerry Bartlett von mir auch für ihren tollen Erzählstil und die meisterhafte Handhabung der Ich-Form. Flüssig, humorvoll, aber nicht überdreht lässt sich das Buch leicht und locker lesen, wenn….ja, wenn das Wörtchen, wenn nicht wäre….

Zwei Dinge, die ich einfach nicht kapieren wollte, haben doch reichlich an meinen Nerven gezerrt: Glorys Pölsterchen und ihre Beziehung zu Blade.

Wie kann es sein, dass eine Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin derartige Probleme mit ihrem Körper hat, wo sie doch in Berufen arbeitet, die eigentlich doch gerade ein positives Körpergefühl voraussetzen. Zudem würde sie keine Las Vegas Show nehmen, wenn sie nicht entsprechend ansehnlich wäre und dann wären ihr wahrscheinlich als Tänzerin nur zweitklassige Clubs geblieben, wobei ein Auftreten dort erst recht ein gutes Körpergefühl voraussetzt.

Wie dem auch sei: Ich liebe mollige Heldinnen, aber bitte dann wenigstens selbstbewusste, die der vielleicht ebenso unperfekten Leserin ein gutes Gefühl vermitteln.

Ebenso schwer in Mitleidenschaft hat mich das „ich will Blade – ich will ihn nicht“, „ich gehe mit ihm ins Bett – will ihn aber erst recht nicht“ und „gehört mir, ich bin eifersüchtig- ich will ihn aber nicht“ usw. *stöhn*

Einerseits ganz die selbstbewusste und selbstbestimmt Frau markieren und andererseits das naive Weibchen, das es einfach nicht schafft, die selben Talente wie ihre Vampir-Kollegen an den Tag zu legen. Das passt für mich einfach nicht zusammen, bzw. ich will es zurzeit einfach nicht lesen.

Und so kann es natürlich gut sein, dass meine Kritik einfach nur an meinen momentanen Lesevorlieben oder Stimmungen liegt und mir zu einem anderen Zeitpunkt diese Punkte gar nicht so störend aufgefallen wären.

Das Buch ist nicht schlecht und die Autorin versteht ihr Handwerk wirklich, dennoch würde ich mir der Geschichte einfach nicht warm. Dem Leser aber, dem genau diese Punkte nichts ausmachen oder gerade nach solchen Geschichten einer etwas harmloseren „Becky“ sucht, dem sei „Echte Vampire haben Kurven“ unbedingt ans Herz gelegt.

Kurz gefasst: Mir persönlich hat die Geschichte nicht so zugesagt, aber mit Sicherheit wird Glory viele Leser für sich gewinnen können. Für Para Chick Lit Fans unbedingt zu empfehlen.

Schnees Bewertung 05 Sterne.png

Die Welt ist reif für eine Vampirin mit Format und Stil- und bekommt sie! Gloria St. Claire ist nicht nur taff und klug, nein, sie ist auch mit weiblichen Reizen gesegnet und kämpft um ihre Unabhängigkeit. Dadurch, dass Glory über keine großartigen Vampirkräfte verfügt und einen gewissen Beschützerinstinkt bei Männern weckt, wird es der kurvigen Vampirin nicht gerade leicht gemacht. Glory ist genauso wie ich mir eine Protagonistin wünsche. Sie wirkt echt und nicht übertrieben, sehr weiblich und sympathisch.

Der Vampir, Jerry, der sie zu einer Schönheit der Nacht machte, ist ein waschechter Schotte. Und wie sind waschechte Schotten? Männlich, besitzergreifend und beschützend. Blöd nur, dass Jerrys Verhalten von Glory nicht immer geschätzt wird.
Die beiden sind schon eine Ewigkeit zusammen, oder nun ja, im Augenblick eigentlich eher getrennt. Doch so ganz lässt sich ihr Beziehungsstatus nicht definieren. Der Leser spürt die große Zuneigung von Glory und Jerry zueinander und auch ihre körperliche Anziehungskraft aufeinander wird mit einigen erotischen Szenen sehr deutlich.
Wie Glory, war auch ich sehr beeindruckt von Jerrys Fähigkeit, den Cowboy fast genauso gut zu mimen wie den Highlander- der Mann hat definitiv etwas, was nicht nur Glorys Herz schneller schlagen lässt.

Der Humor spielt in Barletts Roman eine große Rolle. Besonders lustig ist dabei Glory selbst, denn ihre Eifersucht auf das Essen ihres Hundes (nein, kein gewöhnlicher Hund. Ein Beschützerhund von Jerry.), dieser verspeist gern Erdnussflips und wie gern würde Glory auch etwas essen, leider wird Vampiren schlecht von menschlicher Nahrung- aber Glory wäre nicht Glory wenn sie ihre Gelüste so schnell aufgeben würde.

Glorys tierischer Begleiter sorgt auch für das ein oder andere Schmunzeln, ebenso zahlreiche interessante Nebenfiguren z.B Glorias Nachbarin, eine Werkatze, die Hunde genauso wenig ausstehen kann wie umgekehrt, Derek, der Freund von Freddie, welcher aussieht wie Hugh Jackman und Flo, eine Vampirin die gern das unwissende Weibchen mimt. Damian, ein Casanova (oder vielleicht auch DER Casanova) wie er im Buche steht, nimmt von den Nebenfiguren wohl die größte Rolle ein. Er lässt keinen Versuch aus um die hübsche Glory in sein Bett zu kriegen. Tja, schade für ihn, dass sich Glory nicht ganz so leicht beeindrucken lässt.

Auch die Spannung kommt in "Echte Vampire haben Kurven" nicht zu kurz. Ein Vampirjäger der sich neuester Technologien bedient, hält die Vampirgemeinde ganz schön auf Trab. Das Ende verspricht eine Fortsetzung der spannenden Jagd im nächsten Buch über die wunderbare Glory und ihre bissigen Freunde.

Wer Vampirbücher mag, die zwar humorvoll aber nicht übertrieben lachhaft sind und eine zauberhafte Vampirin kennenlernen möchte, sollte sich so schnell wie möglich "Echte Vampire haben Kurven" schnappen und lesen.