Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Eigentlich hat sich Lady Beatrice Bentley auf den Landsitz ihres Bruders zurückgezogen, um an ihrem Projekt, einem Wörterbuch, zu arbeiten, doch nun bietet, der im Auftrag ihres Bruders arbeitende Schreiner, Mr. Stamford John „Ford“ Wright, eine höchst un-willkommene Ablenkung.

Nicht nur, dass das Hämmern Beatrice Konzentration stört, der Anblick des gutaussehenden Handwerkers tut sein übriges Beatrice Gedanken schweifen zu lassen. Als der unverschämte Rogue, dann auch noch in ihre Bibliothek klettert, Beatrice hatte zuvor beim Lauschen ihre Brille aus dem Fenster fallen lassen, kann sie ihn noch weniger aus ihren Gedanken verbannen.

Dabei ist ihr die Zeit hier auf dem Land wertvoll, soll sie doch, ginge es nach ihrer Mutter, wenn sie zurück in die Stadt kommt, einen Titel heiraten. Für die Schwester eines Dukes ein verständlicher Weg, nur interessiert er Beatrice nicht. Doch um die Erlaubnis zu bekommen ihre Erbschaft, ein Buchladen, in Augenschein zu nehmen, spielt sie das Spiel ihrer Mutter mit.

Kompliziert wird es für sie, als sie auf Stamford als Handwerker zurückgreifen muss, um den ehemaligen Buchladen, in ein Clubhaus für die Damen des Mayfair Strickclubs umzuwandeln. Sie ist schon halb in ihn verliebt, als er ihr für ihre wertvollen Buch-Schätze Regale baut und ihre einen Schreibtisch für ihre Arbeit herrichtet. Von diesem Zeitpunkt hat Beatrice diesem smarten, fürsorglichen und liebevollen Rogue nicht mehr entgegen zu setzten.

Ich bin auf Lenora Bells „Love is a Rogue“, dem 1. Teil ihrer „Wallflower vs. Rogue“-Serie, wegen seiner guten Kritiken aufmerksam geworden. Und aufgrund seines Klappentextes habe ich bereits vermutet, dass dies ein recht moderner Historical sein würde. Da ich mit diesem Thema jedoch in der Regel recht gut umgehen kann, vorausgesetzt, dass ich eine starke und nachvollziehbare Liebesgeschichte dafür bekomme, war ich auch mehr daran interessiert, wie die Autorin das Problem der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten der Protagonisten lösen würde. Doch genau das war einer der Schwachstellen für mich.

„Love is a Rogue“ ist sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Es hat mir großes Vergnügen bereitet, die gewitzte Beatrice zu begleiten, wie sie ihre Mutter austrickst, mit ihren Freundinnen aka Clubmitgliedern umgeht und wie sie sich ins Entdecken und Umgestalten ihres ehemaligen Buchladens stürzt. Auch die Liebesgeschichte mit Stamford war allerliebst zu lesen. Er ist genau das, was ich unter einem “cinnamon roll hero” verstehe. Nur mitfiebern lassen hat mich die Liebesgeschichte nicht. Tatsächlich empfand ich sie, sogar ein wenig fade. Süß, aber farblos.

Kurzgefasst: amüsante und kurzweilige Liebesroman-Unterhaltung, mit sympathischen Figuren. Leider wusste mich, die Liebes-Verbindung aus gesellschaftlich-unterschiedlichen Schichten, nicht zu überzeugen.