Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Nach dem Selbstmord des älteren Bruders Michael verpflichtet sich Nicholas Saville, Viscount Redfern, Sir Alaric Fitzwilliams Diensten hauptsächlich aus finanziellen Gründen, denn seine Familie ist nach Michaels ausschweifenden Exzessen sozusagen bankrott.

Sir Alaric ist geheimer Anführer einer Riege von Meisterspionen der englischen Krone und zudem wie auch andere Mitglieder seines Kreises mit magischen Fähigkeiten ausgestattet.

Eines Tages jedoch erfährt er von einem gefährlichen Komplott der „Hellfire League“. Abtrünnige Adlige, die ebenfalls magische Fähigkeiten besitzen, diese jedoch für schwarze Magie nutzen mit dem Ziel, die Franzosen und somit Napoleon im Kampf gegen England zu unterstützen.

Um die Verräter dingfest machen zu können, bedarf es Nicholas Hilfe. Doch Sir Alarics Spion ist im Zwiespalt. Seit einigen Jahren ist er nämlich mit Helen verlobt und möchte sie auch endlich ehelichen. Doch immer wieder kamen ihm bisher dringliche Aufträge der Krone dazwischen und hielten ihn von der Frau seines Herzens fern.

Da Helen nicht ahnen kann, welche Tätigkeit Nicholas ausübt, beschleicht sie nach fünf Jahren langsam das Gefühl. dass Nicholas es nicht ernst mit ihr meint und als sie ihn eines Abends zufällig bei einer Gesellschaft begegnet, löst sie nach einer für sie unbefriedigenden Aussprache ihre gemeinsame Verlobung.

Immer noch betäubt von ihrem Schmerz lässt sie sich von dem Earl of Waring eine kostbare Saphirkette um den Hals legen. Was sie nicht ahnen kann, ist die Tatsache, dass diese Kette magische Fähigkeiten hat und den Träger in jeglicher Hinsicht gefügig macht. Zudem ist der Earl of Waring ein enger Vertrauter ihres Bruders und so ist ihr keine Möglichkeit gegeben, dem gefährlichen, skrupellosen Mann aus dem Wege zu gehen.

Der Earl of Waring will sie- als gefügige Ehefrau und nur ein Mann hat die Macht, Helen zu retten und von ihrem Zauberbann, unter dem sie steht, zu befreien, Nicholas. Doch dafür muss sich Nicholas auf ein äußerst gefährliches Abenteuer begeben, das ihn und auch Helen zum Landsitz des Earls führt und den Kampf gegen düstere Mächte aufnehmen...

„Das magische Collier“ ist in erster Linie ein sehr spannender, historischer Liebesroman mit paranormalen Elementen der beweist, dass es durchaus noch weitere „Nischen“ abseits der zur Zeit sehr trendigen Vampirromance gibt, die Fans des historischen Liebesromans, sowohl auch des Paranormalen, zu verbinden vermag.

Fast erinnert Naomi Bellis Roman ein wenig an die früheren „Schauerromane“ bzw. Gothic-Romances a la Victoria Holt. Dennoch ist es ihr sehr gut gelungen, diese Art der „Gothic-Romance“ in ein neues Zeitalter zu katapultieren, in dem sie sie sehr actionreich, jedoch nicht zu modern gestaltet hat, so dass bei so manchen Szenen des Romans eine wohlige Gruselstimmung beim Leser einsetzen dürfte.

Waren die Heldinnen in früheren „Schauerromanen“ meist naive, junge Frauen, die ihr Schicksal zunächst vollkommen in die Hände des Helden legten, hat die Autorin mit Helen eine sehr intelligente Heldin erschaffen, die immer wieder versucht, ihrem Schicksal zu entkommen und einen Ausweg aus diversen gefährlichen Situationen zu finden. Dies ist sowohl ein großer Pluspunkt der Story, als auch ein Anlass für eine kleine Kritik meinerseits, denn Helen durchschaut durch ihre Spionage im Haus des skrupellosen Earls schneller bestimmte kriminelle Vorgänge, als Nicholas der Held des Romans, was ein wenig unglaubwürdig anmutet da auch er zuvor immer wieder als erstklassiger Spion beschrieben wurde.
Auch neigt Helen immer wieder dazu, Nicholas Vorwürfe zu machen, dass er sie immer wieder im Stich lässt. Verständlich ist dies jedoch nur so lange, bis er ihr den wahren Grund für seine ständige Abwesenheit anvertraut.

Aber diese kleinen Kritikpunkte mögen meinen positiven Gesamteindruck, den ich von diesem Roman gewonnen habe nicht schmälern, denn dieser Roman war eine echte Leseüberraschung für mich und hat mich nicht nur durch den interessanten, spannenden Plot begeistert; auch Naomi Bellis Schreibstil ist sehr gekonnt und erinnerte mich sogar stark an den von Autorinnen wie Stephanie Laurens oder Julia Ross. Allerdings verzichtet Naomi Bellis im Gegensatz zu Laurens hingegen auf sehr ausführlich geratene Liebeszenen. Auch sind die beiden Liebeszenen zwischen Held und Heldin eher „harmlos“ und eher poetisch angehaucht. Wer also Wert auf sehr erotisch verpackte Liebeszenen legt und weniger auf eine spannende Story, liegt mit diesem Roman eher falsch.

Allen anderen sei dieser Roman jedoch wärmstens von mir ans Herz gelegt. Ein großes Lob gebührt auch der wunderbaren Übersetzungsarbeit! Eine gelungene „Gothic-Romance“!