Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Sarah ist in arger Bedrängnis, denn ihr Vater wurde während einer Reise nach Frankreich von französischen Revolutionären gefangen genommen und eingekerkert. Der Bruder ihres Vaters nutzt sogleich die Gunst der Stunde als ihr Vormund und eignet sich in Sarahs Augen viel zu vorschnell; denn sie schmiedet einen wagemutigen Plan um ihren Vater zu befreien, alles Vermögen ihres Vaters an und will Sarah mit dem undurchsichtigen Lebemann Lord Stephen Layton verheiraten. Lord Stephen ist jedoch nur an ihrem Vermögen und an ihrer magischen Fähigkeiten interessiert.

Diese außergewöhnlichen Fähigkeiten sind es auch, die Sarah eines Tages zu „Gentleman Jack“ führen. Einer von Englands bekanntesten Dieben. Laut dem Geist ihrer verstorbenen Mutter ist nur er der richtige Mann, um Sarahs Vater aus französischer Gefangenschaft zu retten. Doch als „Jack“ erfährt, wer Sarahs Vater ist, weigert er sich vehement ihrer Bitte zu folgen und schickt Sarah in Begleitung seines besten Freundes Gabriel, zurück nach Hause.

Der Grund für seine Abweisung liegt weit zurück in der Vergangenheit- kein geringerer als Sarahs Vater schickte „Jack“/ John einst für den Mord an Sarahs Großvater ins Gefängnis, obwohl er den wahren Mörder kannte.

Von all dem weiß Sarah jedoch nichts und bittet daher ihren Verlobten, nachdem „Gentleman Jack“ ihre Bitte abgeschlagen hat, an seiner Statt nach Frankreich zu reisen um ihren Vater zu retten. Der Preis soll ihre Einwilligung in eine Ehe zwischen ihr und Stephen sein. Stephen willigt ein, mehr noch, er erzählt ihr von dem Mord an ihrem Großvater und welche Rolle „Gentleman Jack“ darin angeblich gespielt hat, denn Stephen kennt den wahren Namen und Hintergrund von „Gentleman Jack“.

Sarah ist mehr als entsetzt und als sie den berüchtigten Dieb das nächste Mal trifft und er ihr mitteilt, dass er ihren Vater nun doch retten will, ziemlich hin und her gerissen. Zumal er seine Unschuld an dem Mord beteuert. Zudem fühlt sie sich wie magisch von ihm angezogen. Ein Gefühl das auf Gegenseitigkeit beruht.

Nach einiger Überlegung beschließt Sarah dem Dieb und seinem Freund ihr Vertrauen zu schenken und reist zusammen mit den beiden nach Frankreich, denn auch Gabriel, ein französischer Aristokrat, bevor er augenscheinlich das Leben eines Diebes begann, hat dort eine Mission. Wird es ihnen jedoch gelingen Sarahs Vater zu befreien und kann ihre Liebe zu Jack/John überhaupt eine Chance auf Erfüllung haben?

Ich bin mittlerweile immer sehr kritisch, wenn ein historischer Liebesroman in den USA mit Preisen überschüttet wird und überaus viele Lobeshymnen darüber im Web zu finden sind. Jedoch sind sie bei diesem Roman absolut begründet.

Selten habe ich einen spannenderen und sprachlich kraft und ausdrucksvolleren historischen Liebesroman gelesen, wie diesen hier. Dazu bietet das Setting eine gelungene Abwechslung, die Hauptfiguren sind ganz normale Menschen, (abgesehen davon, dass sie Aristokraten sind) die durchaus auch mit Schwächen behaftet sind und ihre Fehler auch einsehen können.

Die Liebesbeziehung zwischen Sarah und „Jack/John entwickelt sich stetig aber langsam, so dass ihre spätere Liebe zueinander glaubwürdig von der Autorin vermittelt wird. Interessant fand ich vor allem die innere Wandlung, die der Held zunächst durchleben muss, will er seine große Liebe nicht verlieren.
Mag Sarah, die Heldin, anfangs noch leicht zu lenken sein, wird auch sie durch das Abenteuer in Frankreich immer stärker und selbstbewusster und wächst in Gefahr übers ich selbst hinaus..

Sehr positiv in diesem Roman sind mir auch zwei Nebenfiguren des Buches aufgefallen. Zum einen Gabriel, der Held eines der nächsten Romane der Reihe und Desmartines, ein Franzose, der den Dreien bei der Rettung von Sarahs Vater behilflich sein soll.

Die Idee des düsteren Helden, der sich zunächst von Rachegedanken frei machen muss, bis er sein Glück findet, ist zwar nicht neu, doch durch die eindringliche und mitreißende Erzählweise von Naomi Bellis wirkt die Story vollkommen frisch und unverbraucht. Mich hat das Buch nach den ersten hundert Seiten vollkommen gepackt und ich konnte es erst wieder weglegen, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe.