Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Mit dem Befehl heimzukehren und den Kriegshelden zu mimen hat Derek Hunt, der frischgebackene Duke of Claringdon, unwillig seine Kameraden auf dem gerade erkalteten Waterloo gelassen und ist in die Ballsäle der guten Gesellschaft eingekehrt.

Immerhin kann er so einem sterbenden Kameraden und Freund eine letzte Bitte erfüllen, in dem er Lady Cassandra Monroe unter seinen Schutz stellt und zu seiner Frau macht.

Doch kaum dem Schlachtfeld entronnen muss er erkennen, dass er prompt in ein anderes geraten ist. Denn der Durchführung, die letzte Bitte eines Sterbenden zu erfüllen, steht Lady Lucy Upton.

Auf keinen Fall kann Lucy es zulassen, dass ihre schüchterne Freundin eine Ehe mit einem wie Hunt eingeht. Insbesondere da Cassandra seit ihrer Kindheit unsterblich in einen anderen verliebt ist. Und solange dieser seinerseits noch ungebunden ist und es auch nur irgendeine Chance gibt, dass Cass vielleicht doch noch ihr Glück finden kann, wird Lucy nicht weichen. Problematisch wird es erst dann, als sich Hunt doch als sehr viel verführerischer und anziehender herausstellt, als jemals vermutet.

Valerie Bowman schreibt auf ihrer Homepage, dass ihr "Wie wird man einen Herzog los in zehn Tagen" von Edmond Rostands "Cyrano de Bergerac" inspiriert wurde. Tatsächlich sind dem Buch auch Szenen hinzugefügt, in der Hunt den "Cyrano" spielt. Allerdings empfand ich einige davon recht überflüssig und denke, dass das Buch viel eher von Shakespeares Komödien, etwa der "Der Widerspenstigen Zähmung", beeinflusst erscheint.

Und das ist meiner Meinung nach auch ein kleines Problem des Romans. Er zieht sich nämlich mitunter, weil, so mein Eindruck, die Autorin sich einfach zu gründlich an Shakespeares Gefühls- und Liebe-"Hin und Her" orientiert hat.
Für meinen Teil hätte es mir noch besser gefallen, wenn die Autorin sich, nach ihrem Einstieg, auch weiterhin auf "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen? (Originaltitel: How to Lose a Guy in 10 Days)" konzentriert hätte und nicht auch noch Rostand und Shakespeare mit einbezogen hätte.
Nichtsdestotrotz ist "Wie wird man einen Herzog los in zehn Tagen" höchst amüsant, sehr unterhaltsam und kurzweilig zu lesen. Es ist schon sehr vergnüglich zu verfolgen wie Lucy und Derek verbale Schlachten schlagen und dabei einander immer mehr verfallen.
Dabei spart die Autorin jedoch nicht mit nicht zeitgemäßen Ausdrucksweise und Verhalten ihrer Figuren. Mich persönlich stört das keineswegs, ganz im Gegenteil, ich suche sogar mitunter genau solche historischen Liebesromane, interessierte Leser sollten trotzdem drauf hingewiesen werden.

Kurz gefasst: Wortwitz, sympathische Figuren und eine flotte Geschichte überzeugen, in dieser modern geschriebenen, flott, amüsant und unterhaltsam zu lesenden historischen Liebesroman.

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Lady Lucy Upton und ihre Freundinnen Lady Jane Lowndes und Lady Cassandra Monroe, gehören im ton zu den sogenannten Mauerblümchen. Das liegt weniger an ihrem Aussehen, denn alle drei sind auf ihre Art äußerst attraktiv. Während Lady Cass mit einer großen Schüchternheit geschlagen und unglücklich verliebt in einen Mann ist, der bereits seit Kindertagen einer anderen versprochen ist, zieht es Lady Jane lieber in gut gefüllte Bibliotheken. Sie hat einfach nichts übrig für dumme Männer, die nicht mit ihrer Intelligenz umgehen können. Auch Garrett, Lady Lucys Cousin, liebt es Lady Jane zu necken, doch kann sie ihn etwas besser ertragen.

Lady Lucy dagegen hat ein überaus freches Mundwerk. Sie ist gewitzt, abenteuerlustig und über alle Maßen schlagfertig. So ist es dann auch kein Wunder, dass Cass ausgerechnet Lucy darum bittet ihr beizustehen, wenn sie dem frischgebackenen Duke of Claringdon, Derek Hunt eine Abfuhr erteilt, denn Cass fürchtet sich vor dem großen, attraktiven Mann und Kriegshelden, der so überaus dominant wirkt und es sich in den Kopf gesetzt hat, Cass zu heiraten. Obwohl Lucy alles ihr nur mögliche versucht, Derek davon abzuhalten, Cass weiterhin den Hof zu machen, erweist dieser sich als stur und hartnäckig und bringt sie mit seinem trockenen Humor regelrecht zur Weißglut. Was Cass und Lucy nicht ahnen, ist, dass Derek auf Bitten eines im Sterben liegenden Freundes handelt. Und weil weder Lucy noch Derek nachgeben wollen, kreuzen die beiden Kampfhähne weiterhin die Klingen, während Cass sich nicht so recht traut, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen…

Ich war voller Vorfreude, als ich sah, dass eine Historical Romance von ValerieBowmanins Deutsche übersetzt würde, aber auch sehr gespannt, da ich bislang lediglich englische Leseproben der Autorin kannte, die sich jedoch sehr vielversprechend lasen.

Nun, nachdem ich vorhin „Wie wird man einen Herzog los in 10 Tagen“ ausgelesen habe, bin ich sehr froh darüber, der Autorin eine Chance mit ihrer „Playful Brides“ Reihe gegeben zu haben, denn sie konnte mich mit ihrer Historical Romance mehr als nur überzeugen. Ich war sehr angetan vom beschwingt leichten Unterton, der in diesem Roman vorherrscht, der mich ein wenig an Julia Quinns alte Romances erinnert hat, wenn auch die Ausdrucksweise der Protagonisten und auch ihr Verhalten, hier und da ein wenig moderner wirkt. Normalerweise stört mich so etwas, doch in diesem Fall war es anders, da mich die amüsanten Dialoge der Protagonisten und auch ihr Umgang mit Freunden und Bekannten so begeistern konnten.

Zwar tragen sowohl Lucy als auch Derek kleine seelische Altlasten mit sich herum, doch werden sie nicht in epischer Breite ausgewalzt- es kommt an passender Stelle zur Sprache und damit ist es auch gut, was ich als sehr positiv empfand. Sowieso ist das Heldenpaar erfrischend normal gestrickt. Beide stehen mit beiden Beinen im Leben; haben nur eine Schwäche, die man jedoch eigentlich als Stärke auslegen müsste. Ihre Freunde nämlich, die es ihnen zunächst scheinbar unmöglich machen, zueinander finden zu können.
Zwischen dem Paar wider Willen sprühen von Anfang an die Funken und es hat mir viel Lesespaß bereitet, wie sie sich zunächst versuchen gegenseitig auszutricksen. Dereks Wette mit Lucy inklusive, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte, um nicht zuviel zu verraten.

Im ersten Teil ihrer „Playful Brides“ Reihe, macht ValerieBowman ihre Leser bereits mit einigen ihrer Hauptakteure der weiteren Bände bekannt, und da sie genauso sympathisch und liebeswert beschrieben werden, wie auch Lucy und Derek, möchte ich unbedingt dran bleiben an der Serie und hoffe sehr, dass Bastei Lübbe weitere Bücher der bislang fünfteiligen Reihe übersetzen wird. Denn ich bin schon sehr neugierig darauf wie es weitergeht und vor allem, ob Lady Cass ihren Julian dann doch noch bekommen wird.

Kurz gefasst: Beschwingte, humorvolle Historical Romance die einer Hollywood Screwball Komödie gleich, zu unterhalten versteht und mich bezaubert hat.