Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Auf der Jagd nach der Diebin und möglichen französischen Spionin der „Schamlose Engel“ macht Giles höchstpersönliche Bekanntschaft mit ihr und verfällt ihr praktisch vom ersten Moment an.

Trotz seiner Leidenschaft für diese abenteuerlustige Frau glaubt er doch weiterhin seine Pflicht und den Wunsch seines Vaters erfüllen zu können und die kränkliche Sophia D'Artiers heiraten. Doch im Laufe seiner Verfolgung des Engels, die ihn ins gefährliche Paris der französischen Revolution führt, verfällt er ihr immer mehr.

Und der Engel erwider seine Gefühle darin ist er sich ganz sicher. Dann aber entdeckt er etwas was seine Welt vollkommen auf den Kopf stellt - er findet heraus wer der „Schamlose Engel“ wirklich ist.

Nun im Grunde ist der Plot nicht schwer zu erraten, zumal er auch bereits im Klappentext angekündigt wird, darauf kommt es auch eigentlich nicht an. Vielmehr ist es einfach spannend zu lesen, wie denn nun Giles und Sophia am Ende zusammenkommen und wie geschickt und nachvollziehbar die Autorin dies zu erklären vermag.

„Eine Frau, so stolz und sinnlich“ ist ein wundervolles Buch für Fans die das Thema Agenten und die Zeit nach der französischen Revolution interessiert. Allen anderen die dieses Inhaltes ein wenig überdrüssig geworden sind, ist daher schlicht und einfach von diesem Buch, ja von der ganzen „Brazen“ Serie abzuraten.

Ich persönlich habe nichts dagegen einen Agentenplot einzuwenden und war auch dem entsprechend gefesselt. Dennoch hat das Buch unbestreitbar seine Längen, vor allem im letzten Drittel. Dort bewegen sich die Hauptfiguren einfach (mindestens) einmal zu oft wieder voneinander fort, obwohl doch die eigentlich Fronten geklärt und (fast alle) Geheimnisse offenbart wurden.

Meisterlich beherrscht Elizabeth Boyle die Darstellung ihrer Figuren. Diese sind wirklich sympathisch und immer mit genau der richtigen Dosis geschaffen, jedenfalls für meinen Lesegeschmack. Nämlich mit Mut, Herzensgüte, Frechheit und Charme ausgestattet. Dabei schafft es die Autorin auch die historische gesellschaftliche Rollenverteilung nicht aus den Augen zu verlieren oder gar zu unwahrscheinlich darzustellen.

Wenn Elizabeth Boyle nicht schon längst auf der Liste meiner Lieblingsautorinnen stehen würde, dann hätte sie sich nun einen Platz verdient. Leider wurden schon eine Weile keine Bücher mehr von ihr übersetzt, was ich persönlich sehr schade finde und hoffe, dass die deutschen Verlage eines Tages ein Einsehen mit allen Elizabeth Boyle-Fans haben werden und diese tolle Autorin wieder in ihr Programm aufnehmen.

Kurz gefasst: Schöne und gekonnte Unterhaltung einer tollen Autorin, die leider ein paar kleine Längen aufweist.