Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Bei Miss Harriet Hathaway und Tiberius, dem Earl of Roxley, ist es Liebe auf den ersten Blick, als sich beide zum ersten Mal begegnen, selbst wenn ihre Begegnung in einer Rauferei endet. Diese liegt zudem viele Jahre zurück, als beide noch Kinder waren. Mittlerweile sind sie erwachsen und Harriet liebt Roxley noch immer abgöttisch, doch er scheint lediglich eine nervige, kleine Unruhestifterin in ihr zu sehen, für die er lediglich schwesterliche Gefühle hegt. Doch einmal hat er sie geküsst. Leidenschaftlich, entfesselt und diese Erinnerung lässt Harriet nicht mehr los. Als sich Roxley und Harriet auf einem Maskenball treffen, fallen dem guten, armen Roxley fasst die Augen aus dem Kopf, denn Harriet könnte aufreizender nicht gewandet sein, in ihrem Kleopatra- Kostüm. Und wieder einmal zieht sie alle Register, um Tiberius zu verlocken…

Ein Jahr später:

Harriet kann es immer noch nicht fassen, dass Roxley sich nach ihrem denkwürdigen Treffen, auf dem Maskenball vor einem Jahr, bei ihr rar macht. Es scheint, er ist doch mehr Schuft, als Gentleman. Bekräftigt wird Harriet in der Annahme, als das Gerücht die Runde macht, dass Roxley heiraten will. Eine vermögende Erbin, denn angeblich sei er hochverschuldet. Harriet stellt Roxley zur Rede, doch dieser bestätigt ihr lediglich die Gerüchte. Harriet kann es nicht fassen, dass ihr Roxley, eine andere heiraten will, zudem erscheint ihr die Auserwählte als überaus ominös und so springt sie kurzerhand als Zofe ein, als die Gesellschafterin von Tiberius Verlobte erkrankt und geht mit dem Paar in spe auf Reisen zu Roxleys Tanten, die seine Verlobte zunächst begutachten wollen. Währenddessen versucht Roxley alles, um Licht ins Dunkel zu bringen. Er kann sich seinen drohenden und plötzlichen Bankrott immer noch nicht erklären. Jemand scheint es auf ihn abgesehen zu haben. Zudem gerät plötzlich Harriet in Gefahr. Kann es wirklich sein, dass die Gerüchte über seine angeblich tödlich verunglückten Eltern gar nicht wahr sind und diese stattdessen einst ermordet wurden, nachdem Roxleys Vater einen stattlichen Gewinn beim Spiel machte?

Mit „Verführen Sie mich, Mylord!“, geht die „Rhymes with Love“ Reihe von Elizabeth Boyle bereits in die dritte Runde und selbst wenn ich es schade finde, dass die Short Story „Have You Any Rogues“, bislang noch nicht übersetzt wurde, die zwischen dem zweiten und dritten Teil angesiedelt ist und die Story von Crispin, Viscount Dale und Lady Henrietta Seldon, erzählt, habe ich mich trotzdem gefreut, dass der CORA Verlag drangeblieben ist.

Denn auch der dritte Teil steht den beiden Vorgängerbänden in Sachen Humor, Romantik und Spannung in nichts nach. Zudem wartet die Autorin diesmal mit einem tollen Heldenpaar auf, das man einfach nur in sein Leserherz schließen kann, selbst wenn der gute Roxley leider ein wenig lange auf der Leitung steht und man ihn gerne mal durchschütteln möchte. Immerhin hat er mit Harriet eine Frau an seiner Seite, die abenteuerlustiger nicht sein könnte und die ihn mit jeder Faser ihres Herzens liebt. Zugegeben, die Ausgangssituation könnte schlechter nicht sein und im wahren Leben hätte sich die Heldin wahrscheinlich schmollend und verletzt in ihr Schneckenhaus zurückgezogen, wenn ihr Galan, nachdem er sie entjungfert hat, plötzlich eine andere heiraten will. Doch immerhin kennt Harriet ihren Roxley nur zu gut von Kindesbeinen an, weswegen sie schon ahnt, dass es keinesfalls Liebe sein kann, die ihn dazu veranlasst hat, eine andere heiraten zu wollen.

Die Nebenhandlung über eine verschwundene Diamantkette, die einst der Königin von Frankreich besessen haben soll, verleiht der Geschichte die nötigen Spannungselemente zwischendurch, doch auch die Love Story allein konnte mich bereits in allen Punkten überzeugen. Zudem liebe ich Elizabeth Boyles Humor, der hier aus allen Poren des Romans tropft. Nicht nur Harriets und Roxleys Schlagabtausche haben mir ein Dauergrinsen beim Lesen beschert- Roxleys unkonventionelle, sehr schrullige Tanten sind einfach klasse beschrieben und lockern die Story in wichtigen Momenten auf. Die Lesezeit verging leider wie im Fluge und so hoffe ich sehr, dass der CORA Verlag, weitere Teile der Serie herausbringen wird. Wer humorige und romantische Old School Historical Romances liebt, sollte die Rhymes with Love Reihe unbedingt lesen und nicht verpassen.

Kurz gefasst: Ein turbulenter, romantischer und humoriger, sehr starker dritter Teil der Rhymes with Love Reihe, der mich bezaubert hat. Ein absoluter Pageturner!

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Tiberius Maximus Marshom, Earl of Roxley hat so einiges am Hals. Sein sonst so sprichwörtliches Glück hat ihn verlassen. Und das alles gerade jetzt, wo er sich doch im letzten Sommer in seine Jugendfreundin verliebt hat, endlich weiß was er möchte, nämlich sie heiraten.

Nun sind seine Mittel erschöpft und ein reicher Kaufmann erpresst ihn, dessen Tochter zu ehelichen.

Hinter all dem scheint ein Unbekannter zu stecken, der ihn systematisch finanziell zu ruinieren droht – und er kommt einfach nicht dahinter was dessen Motive sind, noch wer er sein könnte.

Zudem tauchen bei seinen Tanten, die ihn nach dem frühen Tod seiner Eltern aufgezogen haben, mit einem Mal unbekannte und verdächtige Verehrer auf. Und seine (heimliche) Angebetete raubt ihm mit ihrer „Verführungskunst“ den Verstand.

Miss Harriet Hathaway weiß einfach nicht was sie von Roxley halten soll. Dabei weiß sie genau, dass er sie mag, wenn nicht gar liebt und doch gibt es sich seit letztem Sommer so distanziert? Aber Harriet ist nun mal niemand, der so einfach aufgibt. Und als sie die Gelegenheit auf eine Saison in Begleitung von Roxleys Tante kommt, nimmt sie die Gelegenheit wahr, sich Roxley an die Fersen zu heften.

Genaugenommen bietet Elizabeth Boyle in diesem 3.Teil ihrer „Rhymes with Love“-Serie genau das, was ich an ihren Geschichten mag und in der Vergangenheit als sehr positiv bewertet habe: eine turbulente Liebesgeschichte, die von quirligen Charakteren erzählt und jede Menge spritzige Dialoge bereithält.

Und doch war mir das diesmal alles zu viel. Zum Teil fand ich es recht anstrengend, dem quirligen Treiben von Harriet standzuhalten. Womöglich lag es auch daran, dass darüber hinaus in der Geschichte so viel mehr passiert. Da sind nicht nur Harrys Probleme, sondern auch Roxleys, die seiner sympathisch-verschrobenen Tanten, der angeblichen Braut und ihrer „Freunde“, sondern auch Bekannte vorangehender Geschichten, die alle ein Wörtchen mitzureden haben. Sicher, all dies trägt dazu bei, diese Geschichte so amüsant und so rasant zu gestalten – aber irgendwann hat mir davon einfach nur noch der Kopf geschwirrt.

Die Folge war, dass sich das Lesen für mich etwas zäh gestaltet hat. Und dass, obwohl ich die Erzählweise, nämlich, die Geschichte quasi von hinten aufzurollen, zu der die Autorin greift, sehr unterhaltsam fand.

Und vielleicht lag es auch ein wenig daran, dass mir Harriet etwas zu verträumt vorkam und ich Roxley zunächst (als ich ihn im 1. Teil der Serie kennengelernt hatte) nicht sonderlich sympathisch fand. Nachdem ich die Figuren jedoch besser kennenlernen und weiter in ihre Geschichten eintauchen durfte, hat sich das geändert.

Kurz gefasst: Er liebt mich – er liebt mich nicht – hier wird eine turbulente Liebesgeschichte erzählt; die man, je nach persönlichen Lesegeschmack, als brillant und amüsant anerkennen könnte, als auch für ein wenig zu dick aufgetragen. Ich persönlich liege mit meiner Meinung irgendwo zwischen drin. Ich fand die Geschichte durchaus unterhaltsam zu lesen, hier und da aber auch etwas too much.