Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Emma, Tochter von Richard I. der Normandie und dessen Frau Gunnora, welche dänische Wurzeln besaß, wird von ihrem Bruder, der nach dem Tod ihres Vaters Herzog wird, aus politischen Gründen mit dem englischen König Aethelred verheiratet, der kurz zuvor Witwer wurde, da dessen Frau im Kindbett starb.
Emmas Bruder hofft so, sowohl den englischen König als auch den dänischen König Sven Gabelbart in Schach halten zu können, denn jeder von ihnen will, dass Richard klar Stellung zu ihnen bezieht.
Während er also Emma mit Aethelred verbindet, lässt er andererseits zu, dass Gabelbart auch weiterhin Rast an der normannischen Küste machen darf, bevor er zu seinen Raubzügen aufbricht. Diese Einstellung macht es Emma äußerst schwer in England, denn nicht nur ihr frischgebackener Ehemann begegnet ihr mit Misstrauen; auch Aethelreds Söhne haben einige Vorbehalte, da sie fürchten, dass jedes Kind, dass Emma ihrem Vater gebiert, ihnen später den Thron streitig machen könnte.
Dennoch gelingt es Emma mit Mut und Freundlichkeit die meisten von Aethelreds Kindern zu besänftigen. Besonders Aethelreds ältester Sohn Athelstan, ist bezaubert von seiner Stiefmutter, die nicht nur schön, sondern ihm auch im Alter viel näher steht, als seinem Vater.

Emmas Mann sieht sich einer besonderen Herausforderung gegenüber. Er muss sich der stetigen Angriffe von Sven Gabelbart erwehren, der immer wieder die englische Küste heimsucht und wählt zunächst einen feigen Ausweg, er besticht Gabelbart mit Gold und anderen Wertgegenständen. Doch als sich die Lage zuspitzt, entscheidet sich Aethelred, der unter seinen Untertanen bereits als schwacher König gilt, zu einem grausamen Plan, der folgenschwere Konsequenzen für sein Land und seine Familie nach sich zieht…

Als Fan von Diana Gabaldons Romanen, hat mich zunächst deren positives Fazit zu „Die Normannin“ von Patricia Bracewell, welches man über dem Klappentext auf dem Backcover vorfindet, neugierig auf dieses Buch hat werden lassen.
Doch auch die Zeitepoche die die Autorin wählte und ihre Geschichte über Emma von der Normandie weckte mein Interesse, da ich über diese historische Figur bislang noch nichts gelesen hatte.

„Die Normannin“ ist Patricia Bracewells“ Debütroman, allerdings merkt man das diesem Buch zu keinem Zeitpunkt an. Vielmehr ging es mir beim Lesen so, als halte ich einen Roman von Elizabeth Chadwick in den Händen, denn der Schreibstil von E.Chadwick und P. Bracewell ähnelt sich für mein Empfinden sehr. Wer also ein Fan von Elizabeth Chadwicks Romanen ist, kann auch hier ohne Bedenken zugreifen.

„Die Normannin“ ist ein opulenter Historienschmöker, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die sich am englischen Hof gegen ihren grausamen Ehemann und dunkle Intrigenspiele von Höflingen durchsetzen muss, was sich so manches Mal nicht als ganz so einfach gestaltet. Aber sie hat auch Verbündete, wenige zwar, doch einer von ihnen ist der Sohn ihres Mannes, Athelstan in den sie sich auch verliebt. Dennoch darf man an dieser Stelle keinen Liebesroman erwarten. Klar im Fokus steht das historische Geschehen, das während Emmas Regierungszeit herrschte und was interessant von der Autorin dargebracht wird, so dass man hier spannende Unterhaltung geboten bekommt, statt trockener Geschichtsstunde. Dieser erste Teil umfasst die Jahre 1001- 1005 und das Ende lässt Leser, die nicht über Emmas weiteren Werdegang informiert sind, schon neugierig auf die Weiterführung werden.
Neben Emmas und das der Königsfamilie, wird in diesem Roman aber auch das Schicksal von Elgiva erzählt. Eine Tochter eines hochrangigen Adligen, die ohne Skrupel und Machthunger ihren Weg geht und versucht, Emma auszustechen. Ob ihr das gelingen wird, erfährt man dann wohl leider erst in der Fortsetzung, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt und auf die ich schon sehr gespannt bin.

Kurz gefasst: Opulenter, spannender Historienschmöker über eine starke Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gehen muss.