Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Wie fängt man den Weihnachtsmann oder wahlweise einen Mörder? Natürlich mit selbstgemachtem Vogelleim (seit der Römerzeit fängt man damit Vögel) - hergestellt und verfeinert (Zitat: "damit er einen ausgewachsenen Gorilla im vollen Lauf bremst") im eigenen Labor und sorgfältig zwischen den Schornsteinen auf dem Dach aufgetragen.
Auf eine solche Idee kann nur Alan Bradleys Flavia kommen und genau dafür liebe die naseweise Göre.

"Vorhang auf für eine Leiche" ist der bereits 4. Mordfall in dem die junge Flavia ermittelt. Allerdings gerät diesmal, so erschien es mir, der eigentlich recht spannend gestaltete Krimiplot, um den Mord an einer Filmdiva, völlig zur Nebensache.
Ob das so gewollt ist oder ob der Eindruck vielleicht auf die (leider) gekürzte Hörbuchversion zurück zu führen ist, kann ich nicht sagen - beschwere will ich mich auf keinen Fall darüber! Denn auch wenn es einerseits natürlich ein wenig Schade ist, so ist es doch so viel amüsanter, interessanter und spannender der ganze Drumherum auf Buckshaw zu beobachten, als das echtes Bedauern darüber aufkäme.

Man könnte meinen, dass so ein überaus intelligentes, voller Wissensdurst und skurriler Neugierden steckendes Kind abgehoben, nervig und völlig lebensfremd sein dürfte, doch der Autor Alan Bradley lässt die pfiffige Flavia auch immer wieder an Grenzen stoßen, die sie mit ihrem Alter und ihrer (geringen) Lebenserfahrung noch nicht greifen kann. Damit schafft der genau das Gegengewicht damit die hochbegabte und überaus intelligente Flavia trotzdem noch Kind bleibt und so als Ich-Erzählender Charakter durch und durch echt wirkt.

Egal ob trockener Humor, skurrile Neugier oder befremdliches Hinterfragen von seltsam anmutenden Erwachsenen-Ritualen, von Flavia kommentiert wird - Andrea Sawatzki ist in allen "Lebenslagen" perfekte Sprecherin für die Figur. Sie trägt mit ihrer wundervollen Vortragsweise nicht wenig dazu bei um Flavias Abenteuer lebendig und höchst unterhaltsam zu machen.

Kurz gefasst: An dieser Stelle bleibt es mir nur noch die Hauptprotagonistin Flavia zu zitieren: "Bezaubernd - betörend - de Luce". Eine Hör-Empfehlung für Jung und Alt.