Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Nachdem ihr Vater, ebenfalls Polizist, in Verruf geriet, wird auch Dani Cole, weiblicher Cop bei der Mordkommission, überwacht und vorübergehend vom Dienst suspendiert. Als es jedoch zu einem grausamen Frauenmord kommt; eine junge Frau und ehemalige Prostituierte, die dank Dani wieder auf einen guten Weg zurückgefunden hatte, wurde mit einer Gartenschere ermordet, soll Dani zusammen mit ihrem Kollegen Tifton Licht ins Dunkel bringen und den Killer aufspüren. Schnell gerät Russell Sanders ins Visier der Fahnder, denn er führte mit der Ermordeten das letzte Handygespräch, bevor sie starb. Aber auch Russell ist verschwunden und wurde von seinem Sohn als vermisst gemeldet. Mitch Sheridan, Star -Fotograph und seit einem Einsatz in einem Kriegsgebiet seelisch und körperlich beeinträchtigt, erholt sich in der Schweiz von seinen Verletzungen. Doch als er erfährt, dass Russell, sein Mentor seit ihrem letzten Telefongespräch, das abrupt endete, verschwunden ist, nimmt er sogleich den letzten Flieger nach Hause.
Dort erlebt Mitch eine Überraschung! Am Flughafen wird er von Dani abgeholt- vor vielen Jahren seine Jugendliebe und nun Ermittlerin in einem Mordfall. Damals war Dani nicht in der Lage gemeinsam mit Mitch ihre Probleme zu lösen, kann es für beide nun eine neue Chance für die Liebe geben?

Während beide alle Hände voll damit zu tun haben, dem Killer das Handwerk zu legen, wird Russell von einem Kopfschuss niedergestreckt, tot aufgefunden und auch Dani scheint ins Visier des Killers geraten zu sein, denn sie findet an ihrer Windschutzscheibe eine persönliche Botschaft des Mörders vor. Und dann geschehen weitere Morde…

Puppengrab“ Kate Bradys Erstlingsroman, der letztes Jahr erschien, barg für mich eine positive Leseüberraschung und so habe ich dem neuen Buch der Autorin bereits regelrecht entgegengefiebert. Erneut verbindet die Autorin die Elemente Crime & Romance miteinander, wobei aber auch hier die Jagd nach dem Killer definitiv im Vordergrund steht. Während ich es beim Lesen des Erstlings der Autorin vor Spannung kaum aushalten konnte, hatte ich diesmal, hier und da mit leichten Längen zu kämpfen, obwohl auch „Mädchen Nr. 6“ mit einem interessanten Plot und einigen Wendungen aufwartet, die man als Leser im Vorfeld nicht vermutet hätte.

Die Love Story zwischen Dani und Mitch ist etwas komplizierter gestrickt, wobei es Danis schwierige Charakterisierung dem Leser nicht leicht macht, sie zu mögen. Man kann ihre ablehnende Haltung bis zu einem gewissen Punkt sicherlich nachvollziehen, doch so manches Mal, habe ich mich dennoch gefragt, wieso sich Mitch so viel Mühe mit ihr gibt. Dennoch, trotz meiner Kritikpunkte habe ich mich vom neuen Romantic Suspense der Autorin gut unterhalten gefühlt. Die sehr bildhafte Ausdrucksweise trägt ihren Teil zur beklemmenden Atmosphäre bei, die während der Killer eiskalt mordet, vorherrscht und bei der Suche nach dem Täter tappte ich ebenfalls lange Zeit im Dunkeln. Wenn der so herausragende Erstlingsroman von Kate Brady nicht gewesen wäre, bzw. ich keine Vergleichsmöglichkeiten zu „Puppengrab“ hätte ziehen können, der mit einer so starken Heldin aufwartet, wäre meine Enttäuschung wahrscheinlich gar nicht so groß gewesen, denn auch „Mädchen Nr. 6“ ist ein solider, sehr guter Thriller!

Kurz gefasst: Gelungener Romantic Suspense mit vielen unerwarteten Wendung.

Mallorys Bewertung 02 05 Sterne.png

Inhaltlich ist dem Klappentext wenig Erklärendes weiter hinzuzufügen. So kann ich gleich zu meinen Eindrücken kommen. Der Plot des Thrillers ist nichts Neues. Ein Serienkiller, der junge Frauen umbringt, die etwas getan haben das er ihnen vorwirft und weswegen sie seiner Meinung nach den Tod verdient haben. Die Polizei, die zwar Spuren sammelt doch lange Zeit nichts Vernünftiges damit anfangen kann. Und Einblicke in die Taten des Killers, die in Zwischenkapiteln geschildert werden.

Leider war mir der Roman bereits zu Anfang zu wirr. Jeder scheint Dreck am Stecken zu haben. Wirklich sympathisch ist mir außer Mitch, dem Liebhaber aus Danis Jugend, niemand. Und schon gar nicht Dani! Da sie eine schwere Kindheit hatte ist sie allen Menschen gegenüber ablehnend, benimmt sich stachelig und aggressiv. Besonders Mitch bekommt das zu spüren, ihn faucht sie ständig an, ist bockig, trotzig und ungerecht und mehr als einmal wollte ich ihr zurufen: Werd' endlich erwachsen!

Dazu kommt, dass die Autorin es auch nicht verstand mich zu fesseln. Zu viele Nebenpersonen, die alle etwas zu verbergen haben, zu viele Nebenhandlungen, zu viel Vergangenheitsbewältigung, so dass die Suche nach dem Mörder oft ziemlich nebensächlich wird. Natürlich laufen alle Handlungsfäden schließlich zusammen und bilden ein Ganzes, doch ich mag Thriller lieber mit einer geradlinigeren Handlung, bei der ich selbst kombinieren kann wer wohl der Mörder ist - und bis zum Schluss rätseln kann. Das hätte sicher auch bei "Mädchen Nr. 6" funktioniert, wenn die Autorin nicht in einem Kapitel geheimnisvoll von "dem Killer" geschrieben hätte um im nächsten wieder deutlich zu machen, um wen es sich dabei eigentlich handelt.
So habe ich mich tatsächlich immer wieder durch die Story gelangweilt, war von der Heldin genervt und von ihrem aggressiven Verhalten zeitweise regelrecht angewidert.

Inhaltlich ist der Roman ein solider Thriller, mit einem actionreichen, guten Ende, doch trotzdem konnte mich die Autorin mit dieser Geschichte nicht als Fan gewinnen.