Rezensionen

Lenyas Bewertung 04 Sterne.png

Seit über dreißig Jahren kann Olivia St. Martin, beschäftigt im FBI-Labor, nicht vergessen, was Brian Harrison Hall ihrer Familie angetan hat. Damals entführte er ihre ältere Schwester aus dem Park, ohne dass die kleine Olivia ihn daran hindern konnte. Tage später wurde ihre Leiche gefunden und Olivias Familie zerbrach an dem Verlust. Ihre Aussage hatte den Täter damals hinter Gittern gebracht, da sie eine Tätowierung auf seinem Arm wieder erkannt hatte.

Über dreißig Jahre später beweist nun ein DNA-Test die Unschuld von Hall, was Olivia völlig aus der Bahn wirft. Mit Feuereifer stürzt sie sich in die alten Akten und versucht nun, den wahren Mörder ihrer Schwester zu finden. Sie stößt auf unzählige Morde an kleinen Mädchen, die dieselbe Handschrift aufweisen. Offenbar hat er jahrelang weiter gemordet. Aktuell gibt es zwei tote Mädchen in Seattle, von denen Olivia vermutet, dass sie vom selben Mörder getötet wurden.

Also macht sie sich auf nach Seattle, um ihre Erkenntnisse mit dem dort mit dem Fall betrauten Detective Zack Travis zu teilen. Dieser ist alles andere als erfreut, jemanden vom FBI einbeziehen zu müssen. Doch die Zeit drängt. Geht der Täter weiter nach seinem Muster vor, stehen noch zwei weitere Mädchen auf seiner Liste, bevor er wieder für einige Jahre von der Bildfläche verschwindet. Er muss also schnell gefasst werden...

„Sieh dich vor“ ist der letzte Band von Allison Brennans Trilogie um drei Freundinnen. Einzuordnen sind ihre Romane am ehesten in das Genre des Ladythrillers, also Thriller mit einer zugehörigen Liebesgeschichte.
Der Plot selbst klingt mehr als spannend. Jemand saß jahrzehntelang unschuldig im Gefängnis. Als seine Unschuld bewiesen ist, geht die Suche nach dem wahren Täter los. Brennan setzt diese Idee gekonnt um. Ihre Charaktere sind glaubhaft und natürlich freut es den Leser auch, die Figuren aus den früheren Büchern wieder zu treffen. Allerdings hat die Autorin die Geschichte nicht ganz so gut umgesetzt, wie es möglich gewesen wäre. Zwar liest sich das Buch flüssig und die Story überzeugt, allerdings erwartet den Leser keine atemlose Spannung, die ihn regelrecht in das Geschehen des Buches zieht.

Olivia selbst wird sehr fein von der Autorin gezeichnet. Man kann gut nachvollziehen, warum sie andere Menschen auf Abstand hält und sehr in ihrer Arbeit aufgeht. So trägt sie dazu bei, dass Verbrechen wie das an ihrer Schwester nicht ungesühnt bleiben. Trotzdem ist sie einsam. Ihre Beziehung zu Zack entwickelt sich langsam und lenkt nicht von der Thrillerhandlung des Buches ab. Die Liebesgeschichte war schön zu lesen und konnte mich überzeugen. Brennan neigt grundsätzlich nicht dazu, eine heile Welt darzustellen. Jeder Mensch hat bei ihr eine Vergangenheit zu bewältigen, die ihm das Leben schwer macht. So ist es bei Olivia, und auch Zack hat eine eigene Geschichte zu verarbeiten.

Dieser Ladythriller ist ein guter Abschluss der Trilogie, der sich zu lesen lohnt, auch wenn er nicht mörderisch spannend ist.