Rezensionen

Chris' Bewertung 01 Sterne.png

Nach ihrer sechsten gescheiterten Beziehung verordnet sich die Heldin Sass eine Männerpause. Gemeinsam mit ihrern Freundinnen Kate und Bloomie stellt sie einen Regelkatalog auf, die sie nun drei Monate lang befolgen will um nicht wieder auf Männer reinzufallen, die sie dann ja doch nur wieder verlassen. Klingt spannend? Ist es aber nicht. Im Gegenteil. Ich habe selten ein so schlechtes und oberflächliches Buch gelesen wie dieses hier.
 

"Ihre Romane hat die Autorin für selbstbewusste, kluge und witzige Frauen mit Stil geschrieben – sie zu lesen ist wie eine lange Unterhaltung und ein Glas Wein mit der besten Freundin." (Quelle: Blanvalet)


So wirbt Blanvalet für dieses Buch und ich frage mich, ob ich entweder das Buch nicht verstanden habe, oder dieser Text vielleicht von einer Maschine generiert wurde. Wie schon erwähnt verordnet sich Sass eine Männerpause. Schon zu Beginn erfährt der Leser von ihren Ex-Freunden und wie sie von ihnen verlassen wurde. Nach dem dritten Beziehungsaus würde sich doch eine halbwegs intelligente Frau fragen was sie falsch macht. Und ob es vielleicht nicht an ihr selbst liegt, dass sie immer so schäbig behandelt wird. Gut, es gibt Frauen die einfach ein Idiotenmagnet sind. Aber Sass scheint auch nicht besonders clever zu sein. Dabei hat Sass angeblich studiert und sollte doch über eine gewisse Intelligenz verfügen.

In dem Buch dreht sich alles nur um Weggehen, Alkoholexzesse, Rauchen und Lästereien. Ob nun über Männer, gemeinsame Freunde oder Arbeitskollegen. Sass ist Teil einer gemischten Clique und mit diversen Mitgliedern ständig unterwegs. Und genau als sie sich ihre Männerpause verordnet, treten ihre Ex wieder in Erscheinung. Die meisten wimmelt sie gekonnt ab, doch die Trennung von Rick sitzt ihr noch etwas in den Knochen und sie hadert mit ihrem Schicksal. So sehr, dass sie für Neues auch gar nicht offen ist.

Auch wenn mit Jake ein neuer Mann in ihr Leben tritt. Doch ohne ihm nur den Hauch einer Chance zu geben, lässt sie ihn bei ausgestreckter Hand verhungern, geht ihm aus dem Weg und stürzt sich in ihre Karriere. Dennoch geht ihr Jake nicht mehr aus dem Kopf.

Was eigentlich ganz nett beginnt, flacht sehr schnell ab. Für mich ist der Schreibstil absolut inakzeptabel. Ständig fällt das Wort Scheißkerl – gefühlte 20000 Mal, auf jeder zweiten Seite wird genau beschrieben was unsere Heldin aus dem Kleiderschrank zerrt ohne dabei zu erfahren wie sie wirklich aussieht. Selbst nach über 400 Seiten hab ich keine Ahnung wie Sass jetzt aussieht.

Dafür erfährt man über den – für meine Begriffe – enormen Alkoholkonsum der Damen. Immer wieder kommt es zu Abstürzen und daraus resultierenden Katerstimmungen am nächsten Morgen. Das Buch bleibt oberflächlich und die ständigen Gedankenspiele in Sass’ Kopf erinnern ganz grauenvoll an die innere Göttin von Ana, der dusseligen Heldin von Shades of Grey.

Es versteht sich von selbst, dass das Buch am Ende ein Happy End bekommt. Doch mal ehrlich …. so bescheiden wie Sass ihren Verehrer behandelt hat, gönn ich ihr das Happy End nicht. Ne, ich hätte ihr wirklich gegönnt, dass er sich ein netteres Mädchen sucht. Vor allem eins, das kein Alkoholproblem hat und das nicht über den IQ von einem Pflasterstein verfügt.

Also wenn das ein Buch für intelligente Frauen ist, dann will ich nie was lesen, das für schlichte Geister und hohle Nüsse gedacht ist.

Kurz gefasst: Sex and the City für Arme.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.kopfnuesse.wordpress.com.