Rezensionen

Ankes Hörbuch Bewertung 04 Sterne.png

Es ist schon eine Weile her, dass ich mich Romanen, bzw. Hörbüchern, von Catherine Bybee gewidmet habe. Aber ich gebe zu, dass ich es generell mit dem Lesen, und Hören, die letzte Zeit nicht so hatte; derweil ich aber historischen Liebesromanen etwas offener gegenüber war. Die erste Liebe vergeht dann eben doch nicht so schnell.

In der letzten Zeit erleben jedoch Contemporary bei mir wieder eine kleine Renaissance; was vielleicht auch meine lange Genre-Auszeit begünstigt; und damit ist auch Catherine Bybee wieder auf meinem Lese/Hör-Radar aufgetaucht, zumal ich die Autorin in bisher durchweg positiver Erinnerung habe.

Spontan habe ich mich entschieden, mich diesmal hör-technisch ihrer „Not quite“-Serie zu widmen, bisher habe nur Teile der „Weekday Brides“ gehört. Eine gute Wendung, die ich nicht bereut habe.

Aber ganz ehrlich, was konnte ich falsch machen? Catherine Bybee kann eben erzählen. Sie kann Figuren zum Leben erwecken, mit denen man mitleidet und mitfiebert und mit denen man sich mitverliebt. Die Autorin ist für mich quasi ein Garant dafür, dass man nichts falsch machen kann, zumal eine qualitativ hochwertige Übersetzung und eine hervorragende Umsetzung als Hörbuch, sowie eine tolle Sprecherauswahl, das Vergnügen abrunden - nun ja, sagen wir mal fast nichts. Nobody is perfect.

Aber bei all den Lorbeeren muss ich aber auch ehrlich sein, dass es in der Geschichte auch ein paar Stellen und Entwicklungen gibt, die meinem persönlichen Lesegeschmack nicht so sehr zugesagt haben: etwa das Beharren der Hauptfigur Jessica, das für sie nur ein reicher Mann infrage kommt.

Nun per se, ist das ja kein Problem (hat ja Marilyn Monroe in „Wie angelt man sich einen Millionär“ auch gemacht und war dabei überzeugend bezaubernd). Aber die Art und Weise, wie die Autorin mir die Meinung ihrer Figur vermittelt hat, machte sie mir gänzlich unsympathisch.

Und auch nachdem die Figur ihren Denkfehler erkannt hat, blieb sie für mich weiterhin oberflächlich blieb, da konnte die Autorin noch so geschickt argumentieren. Sprich, ich konnte mich über die ganze Geschichte hinweg nicht mit ihr anfreunden. Und dass, obwohl die Figur definitiv ihre liebenswerten und sympathischen Eigenschaften hat und diese auch in der Geschichte herausgestellt wurden.

Ansonsten hatte ich überhaupt nichts gegen die „Wie angelt man sich einen Millionär“-Geschichte einzuwenden; ganz im Gegenteil, mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht auf einen solchen Plot zu stoßen (weil ich diesen alten Marilyn Monroe-Film so sehr liebe.)

Persönlich hat mir die Auflösung des „ich bin kein armer Schlucker, sondern Millionär“ im Film wesentlich besser gefallen einfach, weil sie spritziger - und kürzer war, aber mit diesem Punkt (das Hinauszögern des Endes eines Liebesromans durch, meiner Meinung nach, unnötiges hin und her) habe ich eh nur wenig Geduld. Also sehe ich es der Autorin einmal nach.

Kurz gefasst: Vergnügliches und turbulentes, sehr gekonnt vorgetragenes, Hörvergnügen für Hörer (und Leser), die sich eine „Wie angelt man sich einen Millionär“-Geschichte wünschen.