Rezensionen.jpg

Ankes Bewertung

Bewertung_04_5.jpg

Obwohl der blinde Viscount Darleigh, Vincent, alles daransetzt, ein eigenständiges Leben zu führen und der liebevollen, aber bestimmten Führung seiner Großmutter, Mutter und seinen Schwestern zu entfliehen - so muss er sich doch auch eingestehen, dass wenn Sophia nicht gewesen wäre, er in eine sorgfältig gestellte Falle getappt wäre, die ihm nun die Heirat mit Henrietta, die er schon in seinen Kindertagen nicht leiden konnte, ersparen konnte.

Sophia ihrerseits konnte es einfach nicht dulden, dass ihr Onkel, Tante und ihre Cousine solch einen verwerflichen Plan in die Tat umzusetzen versuchten. Allerdings kommt sie das teuer zu stehen, sie wird des Hauses ihrer Verwandten verwiesen, bei denen sie bisher als graue Maus im Haushalt ein stilles Leben gelebt hat.

Und obwohl ihr es unangenehm ist, eine Abhängigkeit gegen eine andere einzutauschen, so scheint ihr doch das Angebot von Vincent, eine Ehe aus Vernunftgründen zu schließen, doch auch die Rettung in der Not. Und vielleicht, ganz vielleicht stellte sich diese Verbindung, mit dem attraktiven Viscount, ja doch als ein glücklicher Wink des Schicksals raus?

Ich liebe Vernunftehe-Liebesromane! Und dass ich darauf bei einer Autorin stoße, die ich gerade wieder für mich entdeckt habe, ist natürlich noch besser.

"Wie ein Herz in dunkler Nacht" ist ein ruhiger Roman, der mich vor allem durch seinen altmodischen Charme, der jedoch nie unmodern wirkt, sondern für mich einfach für das "richtige" Historical-Feeling steht, begeistert hat.
Dabei ist es nicht so, dass ich moderne Historical meiden würde, nein, ich lese sie sogar ausgesprochen gern, aber es ist eben nochmal eine ganz andere Hausnummer, wenn man eine Autorin wie Mary Balogh zur Hand nimmt, die ihr Handwerk einfach versteht.

Ich fand auch, dass dieser 2. Teil der " Survivors"-Serie wesentlich amüsanter war, als der erste Band. Nicht unbedingt leichter, denn auch er hatte Tiefgang, doch konnte ich öfters vor mich hin schmunzeln.

Vielleicht lag es auch daran, dass mir die Figuren von Anfang an näher waren, als Hugo und Gwen aus dem 1. Teil der Serie, "Überleben für die Liebe".
Vincent ist viel charmanter und entspannter als Hugo, und Sophie hat mich, mit ihrem Mut die graue Maus abzustreifen und Selbstbewusstsein zu zeigen, einfach beeindruckt.

Die Autorin verzichtet darauf die Geschichte durch Missverständnisse und möglicher Geheimniskrämerei der Protagonisten in die Länge zu ziehen. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Hauptfigur am Ende der Geschichte, nicht wie durch ein Wunder genesen ist, wie ich es schon in anderen Büchern gelesen habe. Aber vermutlich ist Mary Balogh dazu auch einfach zu klug, solch übertriebenen und unpassenden Wendungen einzusetzen.

Kurz gefasst: "Wie ein Herz in dunkler Nacht" ist von der ersten bis zu letzten Zeile einfach nur schön zu lesen. Stimmungsvoll, amüsant und sympathisch.


Susannes Bewertung

Bewertung_04_5.jpg

Vincent, Viscount Darleigh, ist ein sympathischer, aber blinder Held, der versucht, sein Leben soweit als möglich eigenständig zu meistern. Aber bisher wurde er von seiner Familie zu sehr umsorgt, was ihm aber seine persönliche Freiheit nahm. Deshalb entschließt er sich, mitten in der Nacht abzureisen, wobei ihm sein Kammerdiener und Jugendfreund hilfreich zur Seite steht.

Die mittellose Sophie lebt seit dem Tod ihres Vaters bei einem seiner Brüder. Dessen Frau und auch ihre Cousine Henriette unterdrücken Sophie wo es nur geht. Sie muss die abgelegten Kleider ihrer Cousine tragen und wirkt meistens so, als ob sie schlechter als die Dienstboten gekleidet ist. Sie wird von allen nur die “Maus“ genannt. Sophie hält sich immer im Hintergrund. Dadurch wird sie auch nicht wahrgenommen. Aber eines kann Sophie hervorragend, sie zeichnet heimlich Karikaturen über ihre Familie und den alltäglichen Situationen. Wobei ihre Familie natürlich nicht gut wegkommt.

Sophie beobachtet, wie Viscount Darleigh heimlich auf seinem Anwesen ankommt. Doch leider geht schnell das Gerücht um, dass der blinde Viscount zurückgekehrt ist.
Sofort planen Sophies Onkel und Tante einen Ball, der zu Vincents Ehren im Dorf gegeben werden soll und Henriette ermöglicht, Vincent in eine kompromittierende Situation zu bringen.

Doch Sophie vereitelt die Pläne ihrer Familie und kann Vincent aus einer sehr verfänglichen Situation in letzter Sekunde retten. Doch noch in der gleichen Nacht gerät sie in Schwierigkeiten und nun ist es an Vincent zu ihrer Rettung zu eilen.

Vincent wurde durch eine Kriegsverletzung blind. Deshalb ist er auch fast immer auf andere Personen angewiesen. Von Zeit zu Zeit hat er Panikattacken, was nur zu verständlich ist und er bekämpft diese auch mutig. Bis vor kurzen hat ihm in dieser Situation immer sein Kammerdiener geholfen. Aber nun ist Sophia an seiner Seite.

Ich fand es toll beschrieben, wie Sophie mit der Blindheit von Vincent umgeht und wie sie Ideen für mehr Unabhängigkeit in sein Leben bringt. Aber auch wie er in ihrer Nähe auflebt und Sophie liebevoll das „graue Maus“ Gefühl auszureden versucht oder ihrem Cousin eine Lektion erteilt.
Dabei kommt der Humor auch nicht zu kurz, denn die Beschreibungen der Umwelt, die Sophie für Vincent bereithält, haben schon etwas für sich.

Ein Highlight für mich waren auch die erfundenen Geschichten von Vincent und Sophies Karikaturen; Erzählungen für Kinder, die die beiden auch immer näher zueinanderbrachten.

Manchmal hätte ich mir nur gewünscht, dass die beiden früher miteinander reden und sich vor allem früher ihre Gefühle zueinander offen gestehen. Ansonsten habe ich keine Kritik, zumal der Erzählstil von Mary Balogh angenehm und auch zeitgemäß zu lesen ist. Vor allem aber hat sie die Geschichte um die Blindheit von Vincent mit viel Feingefühl rübergebracht.
Und das Faible der Autorin für außergewöhnliche Namen, findet man auch in dieser Serie.

Besonders gefreut hat mich natürlich auch, dass fast alle Mitglieder des „Suvivor’s Club“ in Erscheinung treten und gerade durch ihre Spitzfindigkeit für die richtige Atmosphäre sorgen.

Kurz gefasst: Eine berührende Geschichte, die mich gefesselt hat, mit einem sympathischen Paar und einer angenehmen Portion Humor.


Nicoles Bewertung

Bewertung_05.jpg

Die mittellose Sophia wird von ihrer Familie schlicht und ergreifend „die Maus“ genannt, weil sie nicht nur unscheinbar aussieht, sondern auch stets im Hintergrund bleibt. Aber was soll sie auch anderes tun, da sie auf die Güte ihres Onkels und ihrer Tante angewiesen ist, die Sophia zwar in ihrem Hause leben lassen, doch dies eher schlecht als recht. Selbst die Dienstboten sind besser gekleidet, als sie selbst. Als im Dorf das Gerücht umgeht, dass der blinde Viscount Darleigh zurückgekehrt ist, um einige Zeit in seinem Haus zu verbringen, sehen Sophias Verwandte dies als Zeichen, dass Vincent womöglich der ersehnte Gatte für ihre Tochter Henriette sein könnte und planen auf einem Ball, der zu Vincents Ehren im Dorf gegeben wird, dass Henriette Vincent in eine kompromittierende Situation bringen soll, bis diesem keine andere Wahl mehr bleibt, als Henriette die Ehe anzubieten. Doch Sophia, die ahnt, dass ihre Familie etwas Arges im Schilde führt, vereitelt ihre Pläne, in dem sie Vincent aus einer sehr verfänglichen Situation in letzter Minute rettet. Als Dank wird sie von ihrer Familie gleich noch in der Nacht vor die Tür gesetzt und übernachtet in der Dorfkirche, wo sie am nächsten Morgen vom Vikar aufgefunden wird.

Als Vincent davon erfährt, eilt er sogleich zum Haus des Vikars und bietet der verdutzten Sophia die Ehe an. Diese ist zunächst alles andere als überzeugt von seinem Vorschlag, denn sie fürchtet, Vincent zur Last zu fallen. Dabei ist Vincent überaus froh, Sophia die Ehe antragen zu können, da seine Familie ihn bereits seit einiger Zeit versucht mit den unmöglichsten Frauen zu verkuppeln, damit er nicht mehr allein mit seiner Behinderung ist. Auch ihre Verhätschelei, selbst wenn sie nur gut gemeint ist, kann er nicht ertragen und er spürt sogleich, dass Sophia aus einem anderen Holz geschnitzt ist.
Allerdings muss er, nachdem sie seinen Heiratsantrag angenommen hat, erst einmal daran arbeiten, ihr angekratztes Selbstbewusstsein aufzupolieren, das ihr zuvor von ihrer Familie genommen wurde…

„Wie ein Herz in dunkler Nacht“ gehört zur „Suvivor’s Club“ Reihe von Mary Balogh. In der Serie finden Mitglieder des genannten Clubs nacheinander die Frau oder den Mann fürs Leben. Alle verbindet, trotz unterschiedlicher Vorgeschichten, ein Schicksal bzw. ein Trauma. Sie sind durch den Krieg seelisch oder auch körperlich versehrt. Nachdem in „Überleben für die Liebe“, der im Umgang mit anderen etwas grob wirkende Hugo seine bessere Hälfte fand, erzählt Mary Balogh diesmal die Geschichte über den, seit dem Krieg erblindeten Vincent, der anfangs noch ein wenig gefangen ist, zwischen seinem Bedürfnis frei und ohne Einmischungen von Seiten seiner Familie leben zu können und gewissen Ängsten. Wie die Autorin diese schildert und auch Vincents Umgang mit seiner Blindheit, fand ich sehr unter die Haut gehend und glaubwürdig geschildert.
Vincent ist ein Romanheld, der zwar ab und an von Panikattacken heimgesucht wird, diese jedoch mutig bekämpft und nicht mit seinem Schicksal hadert oder sich gar selbst bemitleidet. Man schließt ihn sehr schnell in sein Leserherz, weil er auch sonst sein Herz auf dem rechten Fleck trägt. Er ist durch und durch ein sogenannter Gentleman, ist aber durchaus auch mal zu Späßen und Streichen aufgelegt, was ihn sehr sympathisch und liebeswert macht.

Sophia hingegen hadert zwar ebenfalls nicht mit ihrem Schicksal, von ihrer Familie so schlecht behandelt zu werden, legt jedoch leider kaum Selbstbewusstsein an den Tag. Sie wiederholt mir ein wenig zu oft, dass sie keine Schönheit ist und eigentlich kaum die richtige Frau für Vincent, der als, schön wie ein Engel beschrieben wird, ist. Jedoch hat sie auch eine andere Seite. Sie ist clever, humorvoll und zeichnet heimlich mit spitzer Feder gewisse Alltagssituationen, in denen ihre Familie nicht so gut wegkommt, was ich dagegen als sehr amüsant beschrieben fand.

Wie Vincent und Sophia sich in ihrer Ehe langsam besser kennen und lieben lernen, wird ebenfalls mit dem richtigen Timing erzählt, so dass man sich als Leser entspannt zurücklehnen und die romantischen Romanpassagen genießen kann. Ich fand die Love Story zwischen den beiden sehr süß beschrieben und natürlich haben auch die übrigen Mitglieder des Survivor’s Club einige Auftritte im Roman, so dass ich nun schon sehr neugierig auf die Folgebände geworden bin. Obwohl sich gegen Ende des Romans kleine Längen einschleichen, die jedoch eigentlich nicht wirklich der Rede wert sind, weil die Geschichte ansonsten so wunderschön geschrieben ist, hat mir dieser 2. Teil der Reihe um Längen besser gefallen, als Teil 1. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt ansprechend und die gute Übersetzung rundet diesen tollen Regency ab.

Kurz gefasst: Berührender, romantischer 2. Teil der Survivor’s Club Reihe, der mir sogar ein paar Tränchen entlockt hat.


Wie ein Herz in dunkler Nacht

Mary Balogh

Werbung

Originaltitel: The Arrangement
Verlag: MIRA
ISBN: 978-3956491757
Erscheinungsdatum: April 2014
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie: Survivors Club

Klappentext

Was hat sie nur getan? Ohne über die Folgen nachzudenken, hat Sophia den erblindeten Viscount Darleigh vor den intriganten Plänen ihrer Cousine gerettet. So konnte der attraktive Kriegsheld der heimtückischen Ehefalle entgehen. Dafür zahlt Sophia allerdings einen hohen Preis: Ihre Familie verstößt sie, jagt sie fort … Heimat- und mittellos, scheint eine düstere Zukunft vor ihr zu liegen. Doch der Viscount erweist sich als Mann von Ehre. Er bietet Sophia einen Weg aus der Misere – eine Zweckehe mit ihm. Ein Jahr sollen sie als Mann und Frau unter einem Dach leben. Dann können beide ihr Leben so gestalten, wie es ihnen beliebt. Sophia muss sich entscheiden: Will sie mit ihm durch die Dunkelheit gehen?

Quelle: Mira

Diese Seite verwendet Cookies. Diese sind wichtig für die Funktion der Webseite. Wenn die Cookies gelöscht werden, werden einige Funktionen der Seite nicht wie gewünscht funktionieren.
Link zur Datenschutzerklärung