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Ankes Bewertung

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Die Ich-Erzählerin Jasmine nimmt sich eine Auszeit von ihrem Job als Anlageberaterin um ihrer geliebten Tante in deren Buchladen auszuhelfen. Es ist ihr mehr als recht, vor ihrem Ex-Ehemann und den noch offenen Scheidungsangelegenheiten fliehen zu können. Denn der Schmerz seines Betrugs sitzt auch ein Jahr nach der Trennung immer noch tief bei Jasmine. Als sie jedoch Dr. Connor Hunt im Buchladen kennenlernt, weicht ihre Ablehnung allen Männern und etwaigen Annäherungen gegenüber langsam aber sicher. Aber auch in anderer Hinsicht gewinnt Jasmine ihre Lebenslust zurück - und der Buchladen, seine Bücher und deren Autoren tragen nicht unerheblich dazu bei.

Anjali Banerjee hat eine bezaubernde Art Geschichten zu erzählen, dabei Geheimnisse zu offenbaren und das magisch Unerklärbare in das Leben ihrer Figuren einzuweben. So entsteht eine ganz besondere Mischung, die unterhält und dabei die Fantasie anregt.

Das gilt auch für "Die Bücherflüsterin", wenn die Autorin es mir auch diesmal recht schwer gemacht hat mich mit der Hauptfigur anzufreunden und in sie hinein zu fühlen.
Die Hauptfigur Jasmine hat eine enervierend negative Lebenseinstellung, die auf mich sehr bedrückend gewirkt und mir ein Stück weit das Vergnügen am Lesen genommen hat. Selbst ein Jahr nach der Trennung von ihrem Ex-Mann, trauert sie immer noch Ereignissen ihres gemeinsamen Lebens nach, anstelle das alles endlich abzuschließen und nach vorne zu schauen. Es kam mir gerade so vor, als gefalle sie sich in der Rolle der betrogenen Ehefrau und suhle sich mit Begeisterung in ihrem Leid.

In ihren Jammer verstrickt ist es kein Wunder, dass sie so überhaupt nicht empfänglich ist für das was um sie herum passiert. Das geht so bis fast zum Ende des Buches, in dem dann eine viel zu rasante Entwicklung hin zu neuer Lebenslust folgt.
Mitunter könnte es ja durchaus sein, dass ein Schlüsselerlebnis einem spontan zu neuem Mut verhilft, doch ein solches Ereignis, bzw. eine entsprechende Entwicklung hierzu hat mir in "Die Bücherflüsterin" einfach gefehlt.

Nichtsdestotrotz vermochte auch mich der Buchladen von Tante Ruma zu verzaubern, faszinierte mich der Ort des Geschehens und fand ich die Einblicke in die bengalische Natur einfach interessant zu lesen.
"Die Bücherflüsterin" ist eine schöne Geschichte, die, meiner Meinung nach, jedoch nicht an die Qualität andere Bücher der Autorin heranreicht.

Kurz gefasst: Eine nette Geschichte über die heilende Magie von Büchern.


Nicoles Bewertung

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Jasmines Herz ist nach ihrer Scheidung gebrochen, denn ihr Ex-Mann betrog sie mit einer anderen und nun sieht sie sich gezwungen, die gemeinsame Wohnung, ihr Zuhause in dem sie sich wohl fühlte, zu verkaufen, da ihr die finanziellen Mittel fehlen. Ihr Ex-Mann würde die Wohnung sehr gerne mit seiner neuen Freundin übernehmen, doch das will Jasmine nicht. Ablenkung erfährt sie jedoch, als sie von ihrer Tante gebeten wird, für ein paar Wochen deren Buchladen zu führen. Jasmine reist auf die Insel Shelter Island wo sich der Buchladen ihrer Tante befindet und wo auch ihre Eltern leben. Jasmines Tante erwartet jedoch von ihr, dass sie so lange sie den Buchladen führt, auch in dem kleinen Haus wohnt und nicht bei ihren Eltern übernachtet. Die Gründe dafür klingen ins Jasmines Ohren mehr als merkwürdig und skurril, doch da ihre Tante immer schon reichlich exzentrisch veranlagt war, denkt sich Jasmine auch nicht viel dabei.

Doch aller Anfang ist schwer- so muss Jasmine erst einmal das richtige Händchen dafür entwickeln, um ihren Kunden das richtige Buch zu verkaufen, denn sie ignoriert zunächst die seltsamen Stimmen aus dem „off“, die ihr kluge Ratschläge erteilen wollen. Als auch noch Bücher wie von Geisterhand aus den Regalen fallen, zweifelt Jasmine langsam an ihrem gesunden Menschenverstand. Doch dann lernt sie eines Tages im Buchladen den attraktiven Connor kennen, der so ganz anders ist, als andere Männer und er scheint es durchaus ernst mit ihr zu meinen.
Derweil will Jasmines jüngere Schwester heiraten und Jasmine muß sich zwingen, sich für ihre Schwester zu freuen. Wird Connor Jasmines verletzte Gefühle heilen können?

Normalerweise finde ich die englischen Originaltitel diverser Romane zumeist etwas gelungener, als die Titel der deutschen Übersetzung, doch in diesem Fall ist es genau umgekehrt. Treffender als „Die Bücherflüsterin“ könnte der Titel dieses wunderbaren, magischen und anrührenden Romans nicht sein, denn Jasmine hat, um nicht im Vorfeld zu viel verraten zu wollen, eine besondere Gabe, Bücher betreffend, die wohl, wenn es möglich wäre, jeder bücherliebende Mensch gerne hätte.

Und so ist es weniger die Liebesgeschichte zwischen Jasmine und Connor als auch nicht der liebevolle, innige Umgang zwischen der Romanheldin und deren Tante, der den Roman so besonders macht- es ist einfach die Story selbst, die mich so fasziniert und begeistert hat.

Dagegen hätte ich mir bei der Charakterisierung der Haupt und Nebenfiguren ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Gerade die Dialoge zwischen Connor und Jasmine hätten ruhig etwas ausführlicher und zahlreicher sein dürfen.
Dennoch ist es der Autorin sehr gut gelungen, den Selbstheilungsprozess ihrer Romanheldin plausibel darzustellen und mir am Ende der Story sogar noch ein paar Tränen der Rührung entlocken zu können.

Ein wenig exotisches Flair versprüht die Story zudem und die vielen aufgezählten indischen Leckereien dürften jedem Leser das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.


Die Bücherflüsterin

Anjali Banerjee

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Originaltitel: Haunting Jasmine
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442378340
Erscheinungsdatum: Okotber 2011
Genre: Contemporary

Klappentext

Das geheime Leben der Bücher und die verborgene Sprache der Träume

Nach ihrer Scheidung kehrt die junge Inderin Jasmine Mistry nur widerwillig nach Shelter Island zurück, um den kleinen Buchladen ihrer Tante zu führen. Doch bald scheint die Magie des Ortes – manche sagen, dort würden die Geister verstorbener Autoren umgehen – auf Jasmine überzuspringen. Sie ist in der Lage, für jeden das Buch zu finden, das sein Herz begehrt und tröstet. Und selbst Jasmines gebrochenes Herz könnte heilen – dank ihrer besonderen Gabe und eines mysteriösen Mannes, der tagaus, tagein die Buchhandlung betritt und ihre verborgensten Geheimnisse kennt …

Quelle: Blanvalet

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