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Kas Bewertung

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Wollt Ihr ins 15. Jahrhundert eintauchen? Wollt Ihr erleben, welch menschliche Abgründe sich aus Angst, Neid und Intoleranz auftun. Wollt Ihr riechen, wie es anno dazumal gerochen hat. Wollt Ihr spüren, mit welcher Grausamkeit die Inquisition gegen Menschen vorgegangen ist, die nicht der damaligen "Norm" entsprachen? Dann solltet Ihr Euch "Der Sodomit" von S.B. Sasori gönnen.

Mihály Szábo arbeitet im Dienste von König Matthias Corvinus, der große Stücke auf Mihály hält. Er ist Meister seines Fachs, was er mitunter seinem Vater, der den Tod eines Ketzers sterben musste, zu verdanken hat. Mihály ist seiner Zeit als Arzt weit voraus. Während er sich wissenschaftlich mit dem menschlichen Körper und seinen Funktionen auseinander setzt, sind seine "Kollegen" - wenn ich nur an die beiden denke, geht mir auf Grund ihrer Handlungen der Hut hoch und das nicht zu knapp - festgefroren im althergebrachten "Aberglauben". Es kommt wie es kommen muss: Die beiden werden Zeuge einer Handlung, die zur damaligen Zeit mit grausamer Folter bestraft wurde. Da sie selbst ob ihrer Stellung und Reputation fürchten, prangern sie Mihály Szábo an, mit katastrophalen Folgen!

"Der Sodomit", ist ein Buch, das mich persönlich gänzlich überzeugt hat. Sei es durch die Tatsache, wie die Autorin dem Leser Gefühle näher bringt, oder das Können, das sie zu Tage legt, um das Kopfkino während des Lesens zu starten. Ich war im Kerker dabei und habe mitgelitten. Habe mir die Dampfschwaden im Badehaus um die Nase wehen lassen und rieche heute noch das Schafswollfett, das zur Wundheilung eingesetzt wurde. Das S.B. Sasori in ihrer Art des Erzählens nicht zimperlich umgegangen ist, liegt sicherlich an der Zeit, in die sie sich - und uns Leser - hineinzieht. Ja, hinein katapultiert. Wer erwartet, ein rosarotes Tütü getränkt in Rosenduft zu erlesen und sich auf eine "gute alte Zeit" freut, wird enttäuscht werden. Es geht zur Sache und man merkt beim Lesen, wie sehr S.B. Sasori in jener Zeit recherchiert hat.

Doch nicht nur das: Frau Sasori hat es wunderschön verstanden, die Momente inniger Liebe zwischen dem Wundarzt Mihály Szábo und dem "Hexenbalg" Josias, dem er das Leben rettet, darzustellen. Mir ist beim Lesen das Herz aufgegangen, als ich Zeuge des liebevollen Umgangs der beiden werden durfte. Der Sehnsucht der Männer zueinander, die die Autorin lesenswert in Szene gesetzt hat. Ja, ich bin wohl nicht das, was man als "typischen Gay-Leser" bezeichnen kann, aber solche Geschichten, packen mich. "Der Sodomit" ist ein Buch, das mir im Kopf bleiben wird. Absolut lesenswerte 5 Punkte und sicherlich für all jene geeignet, die sich nicht davor "fürchten" zu lesen, zu was Menschen fähig sein können. Sei es im negativen aber auch im positiven Sinne. Denn eines ist bei "Der Sodomit" immer wieder aufgeblitzt: Hoffnung.

Kurz gefasst: Bildgewaltige, historische Erzählung mit erotischen Szenen, die den Leser in die Vergangenheit entführt. Mit allen Konsequenzen des 15. Jahrhunderts.


Der Sodomit

S.B. Sasori

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Originaltitel: ----
Verlag: Weltenschmiede Verlag
ASIN: B00I2PGZQI
Erscheinungsdatum: März 2014
Genre: Historische GayRomance

Klappentext

Ungarn im 15. Jahrhundert. Mihály Szábo ist Arzt im Dienste König Matthias Corvinus. Der Wissenschaft verpflichtet kämpft er nicht nur gegen die Pest, sondern auch gegen den Vorwurf der Ketzerei.
Als ein junger Mann wegen seines Buckels halb totgeschlagen wird, sieht sich Mihály als Arzt und als Mann herausgefordert. Er kümmert sich um "das Hexenbalg" und macht es sich zur Aufgabe, seine Entstellung zu richten. Doch während der schmerzhaften Prozedur kehren Gefühle zurück, die besser im Verborgenen geblieben wären …

Quelle: Weltenschmiede Verlag

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