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Kas Bewertung

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Zitat Anfang: "... denn das Leben liebt Verkommenheit." Zitat Ende. Gesprochen von Joseph Wakane, Inhaber des "Begging Monk", entnommen aus dem hier rezensierten Buch "Rattenfänger" von S.B. Sasori. Die Geschichte ist der erste Teil der "Hongkong Stories", eine Dystopie, die im Jahre 2037 spielt. Einige Jahre nach einer Pandemie, die weite Teile der Menschheit ausgerottet hat. Die Gesellschaftsstrukturen haben sich auf Grund dessen entsprechend geändert, was Frau Sasori bereits anfangs sehr gut in Szene zu setzen weiß. Auf diesen Grundstock baut sie eine packende Geschichte auf, die nicht nur durch die toll dargestellten Charaktere, sondern auch durch den Gebrauch des Wortes zu bestechen weiß.

Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Zum einen aus Sicht eines jungen Mannes, Dean, der von seinem Vater nach Hongkong Islands geschickt wird, um dort sein Glück zu machen. Er ist jung und sich dessen noch nicht bewusst, welche Abgründe das Leben tatsächlich zu bieten hat. Zum zweiten wird sie von Liam erzählt, einem irischen, geradlinigen Arzt, der freiwillig die glitzernde, saubere Welt von Hongkong Islands verlassen hat, um im überbevölkerten Kowloon, der Stadt der Gesichtslosen, zu leben, deren Bevölkerung jenseits von “Recht und Ordnung” lebt: Schrill. Laut. Bunt und kriminell. Hier kommt der dritte Blickwinkel ins Spiel: Joseph. Ein charismatischer Charakter. Als ehemaliges Straßenkind Kowloons, ausgestattet mit einer gehörigen Portion “Biss” und Stolz, hat er sich an die Spitze gearbeitet und ist nun Besitzer des bestgehendsten Bordell Kowloons, dem “Begging Monk”! Ein Etablissement, in dem den Kunden spezielle und sehr spezielle Wünsche erfüllt werden.

“Rattenfänger” begeistert durch eine sehr bildhafte Sprache, die dem Leser alles, was in Laufe der Geschichte geschieht, auf eindringliche Art und Weiser näher bringt. Ob man will - oder nicht. Denn dieses Buch ist nicht unbedingt das, was man als "eitel Sonnenschein" bezeichnen könnte. Dafür geht es zu tief, zu dunkel, spielt mit den Absonderheiten der menschlichen Existenz. "Rattenfänger" ist eines dieser Bücher, über die man nicht schnell mal darüber huschen kann, da es atmosphärisch sehr dicht gewoben ist.

Die dystopische Welt, die S.B. Sasori darstellt, ist so prägnant beschrieben, dass man selbst den Schimmel an Prothesen aus RecyclingMaterial sieht und die Spuren unterschiedlichster “Substanzen” auf den Körpern der Shivas (Huren) des “Monks” erfasst. Man atmet die durch Abgase verpestete Luft Kowloons, wandelt im Mahlstrom der Menschenmassen nimmt ebenso die Geräuschkulisse einer Stadt wahr, die nie zu schlafen scheint. Der Leser verfolgt das Geschehen intensiv, eindringlich. Weint um Joseph, leidet mit Dean, und würde sich am liebsten selbst von Liam umarmen lassen nur um kurz darauf Nimrod eine über zu braten oder Alexander, dem gutmütigen Riesen, liebevoll über das zerfurchte Gesicht zu streichen. Unbedingt lesen!

Kurz gefasst: "Rattenfänger", der erste Teil der "Hongkong Stories" ist ein düsteres, spannendes, sehr gefühlvolles Buch, in dem man - einmal angefangen hat zu lesen - versinkt.


Rattenfänger

S.B. Sasori

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Originaltitel: ----
Verlag:
via Amazon Media
ASIN:
B0146SQTCO
Erscheinungsdatum:
August 2015
Genre:
Gay Romance



Teil einer Serie: Hongkong Stories

Klappentext

Hongkong 2037

Nach einer Pandemie liegt die Weltwirtschaft am Boden. Wer es sich leisten kann, flüchtet in die chinesische Metropole in der Hoffnung auf ein Leben in Überfluss und Reichtum. Doch die Stadt birgt ihre Schattenseite – Kowloon. Menschenhandel, Prostitution und Drogen bestimmen das Dasein der Gesichtslosen. Im Begging Monk, einem Klub in dem verkommenen Bezirk, bieten Shivas das an, was sie besitzen – sich selbst. Joseph Wakane dirigiert das Geschehen im Grenzbereich von Menschlichkeit und Moral. Er kennt die Währung, mit der Träume erkauft und Existenzen zerstört werden.

Liam O’Farrell war ein erfolgreicher Arzt, aber die Eintönigkeit seines Alltags erstickte ihn. Er kehrte der geordneten Sicherheit Hongkong Islands den Rücken und floh in das vor Dreck und Chaos überquellende Kowloon. Nun flickt er zusammen, was die Nächte im Monk von den Shivas übrig lassen. Als er Joseph zu einer Auktion im Hafen begleitet, erfährt er zum ersten Mal hautnah, wie aus Menschen Ware wird. Er ist entsetzt.

Bis ihn ein junger Mann anfleht, ihn zu kaufen.

Quelle: Homepage von S.B. Sasori

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