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Nicoles Bewertung

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Für Madeleine ist es mehr als eine Erleichterung, als sie erfährt, dass ihr Vater nach seinem Tod, für seine Verdienste auf dem Schlachtfeld ,von König Willhelm postum ausgezeichnet und mit einem Landgut belohnt wird, das nun ihr zufällt. Da Madeleine als Klosterschülerin bisher nur sehr zurückgezogen und behütet hinter Klostermauern aufgewachsen ist, legt ihr die Königin nahe, sich einen Ehemann zu wählen, der das geerbte Landgut mit ihr zusammen verwalten und beschützen soll. Doch Madeleine ringt dem Königspaar das Versprechen ab, sich ihren Ehemann selbst wählen zu dürfen.

Bis Madeleine einen Ehemann gefunden hat, soll jedoch ihr Onkel das Landgut verwalten. Als Madeleine einige Wochen später dort ankommt, ist sie zutiefst entsetzt, denn ihr Onkel entpuppt sich als grausamer Mensch, der die Bauern versklavt, hungern lässt und brutal behandelt. Auch ihre Tante steht in Bosheit und Grausamkeit ihrem Mann in nichts nach und Madeleine muss mehr oder weniger hilflos mit ansehen, wie ihr Landgut langsam verfällt, da immer mehr Bauern durch die grausame Behandlung ihres Herren heimlich fliehen oder an Auszehrung sterben. Ihre Versuche ihn zur Umkehr zu bewegen nützen leider nichts. Im Gegenteil! Einen Lichtblick gibt es trotz Madeleines verzweifelter Lage jedoch. Sie trifft eines Tages auf einen gutaussehenden, muskulösen Mann an einem See, den sie ausgesprochen anziehend findet, aber von dem sie vermutet, dass er ein Sachse und somit ihr Feind ist. Sie befürchtet, dass er ein Spion sei, doch trotz ihrer Zweifel fühlt sich sie stark zu ihm hingezogen.

Als eines Tages Odo, ihr Cousin und Sohn des grausamen Onkels das Landgut besucht, schwant Madeleine schnell Übles. Und richtig! Odo versucht sie bei einer Jagd zu vergewaltigen, um sie zur Heirat zu nötigen. Doch sie wird in letzter Sekunde von ihrem Sachsen gerettet, der Odo niederschlägt und nach der Tat schnell verschwindet. Als ihr Onkel von der Tat erfährt, lässt er die beiden verfolgen, doch trifft nur auf eine Gruppe armer Leute, die ihren Lagerplatz in der Nähe der Tat aufgeschlagen haben. Da er nun annimmt, dass der Täter unter diesen Leuten zu finden ist, befiehlt er, allen die Hände und Füße abschlagen zu lassen. Auch den Kindern. Madeleine ist entsetzt und bittet ihren Onkel inständig sie nur auspeitschen zu lassen, da sie befürchtet, dass die Menschen diese Verstümmelungen keinesfalls überstehen können. Womit sie jedoch nicht rechnet, ist, dass ihr Onkel selbst die kleinsten Kinder bestrafen lässt und so scheint Madeleines gutgemeintes Eingreifen um das Leben der Menschen zu retten, ganz umsonst gewesen zu sein. Verzweifelt schreibt sie dem König eine Nachricht und bittet ihn um einen Ehemann, da sie einsieht, dass ihr ansonsten die Hände gebunden sind.

Der König folgt ihrer Bitte und reist schließlich mit seinem Gefolge und drei potenziellen Ehemännern im Schlepptau an. Unter den drei Männern zur Auswahl ist zunächst Odo, ihr Cousin, den sie nach dem Vorfall bei der Jagd keinesfalls zum Manne nehmen möchte. Außerdem steht Stephen de Faix zur Auswahl- ein Edelmann, der allerdings keineswegs treu zu sein scheint und nur auf seinen Vorteil bedacht scheint. Der dritte und letzte Kandidat ist Aimery de Gaillard, Gefolgsmann des Königs, teils normannischer und sächsischer Herkunft.

Aimery wäre normalerweise Madeleines erste Wahl, doch er wehrt sich vehement gegen eine Verheiratung mit ihr und scheint sie aus unerfindlichen Gründen sogar zu hassen. Je öfters Madeleine Aimery begegnet um so öfter hat sie das Gefühl ihn schon zu kennen, doch eines Tages findet sie heraus, dass Aimery und ihr Sachse ein und die selbe Person sind. Doch was sie nicht versteht, ist, warum er ihr nun so gefühllos und hasserfüllt entgegen tritt. Was Madeleine allerdings nicht weiß, ist, dass einer der ausgepeitschten Bauern der französischen Sprache mächtig ist und Aimery mitgeteilt hat, dass sie ihrem Onkel empfohlen hat, die Bauern und die Kinder auszupeitschen. Seit dem Vorfall hält Aimery Madeleine für eine hartherzige Person und seine anfangs zärtlicheren Gefühle für sie, sind für ihn nur noch Vergangenheit.

Aber dann kommt es jedoch zu einer Überraschung, als Madeleine ihn trotz allem zum Mann ihrer Wahl erklärt. Aimery ist mehr als erbost! Wird sich das Missverständnis zwischen den beiden aufklären können? Und ist er nun wirklich ein Mann der Sachsen und somit ein Verräter des Königs? Das müsst Ihr schon selber nachlesen? ;-)

Ich gebe zu, dass ich mich als erklärter Jo Beverleyfan sehr auf eine neue Übersetzung eines ihrer Bücher gefreut habe. Obwohl mich auch dieser Roman nicht enttäuscht hat; denn Beverleys gewohnt guter Schreibstil und der Hang zu ungewöhnlichen Plots; sind auch bei diesem Buch zu finden; gefiel mir das Buch jedoch, im Gegensatz zu ihren anderen Medievalromanen, leider nicht ganz so gut.

Die Gründe dafür sind zum einen, dass das Missverständnis zwischen den beiden lange Zeit (fast das komplette Buch über) anhält und Aimery nicht einmal daran zweifelt, ob Madeleine wirklich so grausam ist, wie er es durch den misshandelten Bauern erfahren hat. Und das, obwohl er doch nach ihrer Hochzeit Tag für Tag mit ansieht, wie mitfühlend und sensibel sich seine Frau den Menschen gegenüber verhält.

Madeleines Zweifel, ob Aimery wirklich ein Spion der Sachsen ist, sind da schon berechtigter und dass sie ihm trotz der Versicherung seiner Unschuld, weiterhin misstraut, konnte ich voll und ganz nachvollziehen. Allerdings konnte ich manche Taten der Heldin nicht ganz verstehen. Zum Beispiel, dass sie trotz der gemeinsten Beleidigungen Aimerys ihr gegenüber, noch begierig darauf wartete, von ihm beschlafen zu werden. Irgendwie erinnerte mich das ein klein wenig an die Romane von Connie Mason; in denen die Heldinnen meistens sehr unterwürfig sind und nach jeder noch so großen Ungerechtigkeit des Helden, trotz allem immer noch großen sexuellen Hunger verspüren. Allerdings ist das Verhalten der Heldin in diesem Fall nicht ganz so ausgeprägt. Man darf auch nicht vergessen, dass dieser Roman im Original schon im Jahre 1992 erschien; also zu einer Zeit, wo die Liebesromanautorinnen ihre Heldinnen meistens eher unterwürfiger dargestellt haben. Die neueren historischen Liebesromane der Autorin und ihre Protagonisten/innen; allen voran die Mallorens und die Rogues, sind allerdings aus einem ganz anderen Holz geschnitzt.

Kurz gefasst: Wie immer ein guter, aber diesmal nicht herausragender historischer Liebesroman von Jo Beverley, der es jedoch trotzdem vermag, den Leser zu fesseln, wenn man sich nicht an die von mir aufgeführten Kritikpunkte stören sollte.


Dunkles Feuer der Leidenschaft

Jo Beverley

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Originaltitel: Lord of my Heart
Verlag: Weltbild
ISBN: 978-3898974165
Erscheinungsdatum: Januar 2007
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie: Medieval Serie

Klappentext

England im 11. Jahrhundert: Sie ist jung, schön, unschuldig, und sie steht kurz vor dem Ruin. Madeleine de la Haute Vironge kann ihr Land nur retten, wenn sie sich dem Willen des Königs beugt und einen der drei Lords, die er vorgeschlagen hat, zum Gatten nimmt. Sie fügt sich und erwählt den geheimnisvollsten... und gleichzeitig auch den gefährlichsten. Denn Aimery de Gaillard verbirgt etwas vor seiner jungen Braut. Der anglonormannische Adlige ist nicht, was er zu sein scheint: Aimery führt ein riskantes Doppellleben, das ihn Kopf und Kragen kosten könnte. Als er sich in Madeleine verliebt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf, und die ehemalige Klosterschülerin hegt bald einen unerhörten Verdacht....

Quelle: Weltbild

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