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Nicoles Bewertung

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Als Miles Canavagh, irisches Mitglied der „Rogues“, eine eingeschworene Männerclique die sich schon seit Schulzeiten geschworen haben, immer zusammenzuhalten und gegen das Unrecht zu kämpfen, unerwartet zum Vormund einer Nichte seines Stiefvaters bestimmt wird, ist er alles andere begeistert, denn ihr Ruf eilt ihr bereits voraus. Felicity ist nämlich alles andere als eine sittsame junge Dame. Felicity hält niemals mit ihrer Meinung vor dem Berg, ist aufsässig, temperamentvoll und reitet lieber in Hosen und wenn, dann auch nicht im Damensattel. ;-)
Ihre erste gemeinsame Begegnung steht dazu noch unter einem äußerst ungünstigen Stern.

Als Miles auf dem Weg zu seinem Mündel zusammen mit einem englischen Edelmann, den er kurz zuvor kennen gelernt hat, von Banditen überfallen und gefesselt in einer Scheune zurückgelassen wird, ist es Felicity selbst, als leichtes Mädchen verkleidet, die sich anschickt, ihn von seinen Fesseln zu befreien. Da Miles zunächst nicht ahnt, wen er vor sich hat und die schöne Unbekannte äußerst attraktiv findet, flirtet er zunächst heftig mit ihr. Als sie sich ihm jedoch im Gegenzug zu seiner Einwilligung die Banditen nicht anzuklagen widerstrebend anbietet, und Miles dahinterkommt, wen er wirklich vor sich hat, ist es um seine Fassung geschehen.

Erbost erklärt er Felicity den Grund für seinen Besuch und macht ihr sogleich unmissverständlich klar, dass ihr undamenhaftes und skandalöses Betragen Folgen für sie haben wird. Da Felicity Erbin eines großen Vermögens ist, will Miles sie vor möglichen Mitgiftjägern, allen voran dem unsympathischen Sir Rupert Dunsmore, schützen. Doch das ist gar nicht so einfach, weil sie sich in den Kopf gesetzt hat, gerade diesen Mann zu heiraten und seinem vierjährigen Sohn, den Felicity in ihr Herz geschlossen hat, eine gute Mutter zu sein Miles kann Felicitys eigenartige Wahl mitnichten verstehen, denn Dunsmore ist als grausamer Mann verschrien. Außerdem stellt Miles zu seinem Entsetzen fest, dass er auf dem besten Wege ist, sich in die temperamentvolle Frau zu verlieben. Doch wie kann er ihr seine Liebe gestehen, wenn Felicity bei jeder sich ihr bietenden Gelegenheit versucht, auszubüchsen und mit Dunsmore durchzubrennen, obwohl Miles schwören könnte, dass Felicity in Wirklichkeit nur ihn liebt?

Meine Freude hätte nicht größer sein können, als ich erfuhr, dass der Weltbildverlag sich dazu entschieden hat, Jahre nach „Lord des Feuers“, einen weiteren Teil um die „Company of Rogues“ Reihe, in deutscher Übersetzung zu veröffentlichen. Gut, ich gestehe, dass ich ein sehr großer Jo Beverleyfan bin und ihre Bücher und ihren Schreibstil sehr mag und vielleicht ein bisschen voreingenommen an das Buch herangegangen bin. Daher mag man mir meine Schwärmerei im Vorfeld ein wenig verzeihen. ;-)

Die Romane von Beverley zeichnen sich fast immer dadurch aus, dass ihre Protagonisten niemals einfache Charaktere sind. Auch ihre Heldinnen sind oftmals ihrer Zeit voraus und trauen es sich durchaus auch zu, den Männern Paroli zu bieten.
Genauso verhält es sich auch bei diesem Teil der „Rogues- Reihe“, die zur Zeit des Regency spielt.

Felicity ist eine junge Frau, die obwohl es zwar zunächst nicht den Anschein hat, aufgrund ihrer Vergangenheit, eine „Tortured Heroine“ ist. Miles dagegen scheint auf den ersten Blick ein typischer Edelmann zu sein, dem Vergnügungen wie die Jagd und die Pferdezucht, über alles gehen und der sich zunächst sträuben möchte, Verantwortung für ein ihm aufgezwungenes Mündel zu übernehmen. Als die beiden Hauptakteure schließlich aufeinandertreffen sprühen die Funken. Sie liefern sich einige, hitzige Wortgefechte und zunächst scheint es, als ob sie beide niemals Frieden schließen können. Doch ihre gemeinsamen Interessen wie zum Beispiel die Pferdezucht schweißen sie näher zusammen.

Felicity hat aufgrund ihrer Vergangenheit große Skrupel, einem Mann restlos vertrauen zu können und ist sehr verärgert darüber, dass ihr neuer Vormund beschlossen hat, sich in ihr Leben einzumischen und ihren potentiellen Ehemann abzuweisen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt und sich Miles nicht anvertrauen möchte.

Obwohl mich einige Dinge an der Heldin gestört haben; sie war mir ein wenig zu kratzbürstig und manche ihrer Bemerkungen waren einfach „too much“, für die gesittete Zeit, in der der Roman spielt, hat mir der Roman im Großen und Ganzen sehr viel Lesespaß bereitet. Vor allem hat es mich gefreut, dass man in diesem Buch die einzelnen „Rogues“ etwas besser kennen lernen durfte. Die Mitglieder dieser „Freundesclique“, allen voran Lucien und seine Frau Beth oder Hal und Blanche haben es mir besonders angetan und ihre „Story“ würde mich ebenfalls sehr interessieren.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass dieser Roman von Jo Beverley ein eher früheres Werk ist. Das Buch erschien im Jahre 1995 im Original und dementsprechend sind die Protagonisten (eigentlich weniger Miles eher Felicity) ein wenig 90er Jahre lastig, was ich nicht unbedingt als Nachteil empfand.

Der Roman ist sehr umfangreich mit seinen 462 Seiten und kommt anfangs etwas schleppend in Fahrt. Nachdem sich die beiden Protas mehr oder weniger miteinander arrangiert haben, gewinnt der Roman immer mehr an Fahrt und versteht es meisterhaft zu unterhalten. Auch wenn er vielleicht ein wenig andersartig geartet ist als „Lord des Feuers“, kann ich ihn nur empfehlen.

Eine kleine Bemerkung noch am Rande. Als Katzenliebhaberin hat es mich sehr gefreut, dass in diesem Buch auch eine kleine schwarze Katze eine große Rolle spielt. ;-)


Unheilvolle Leidenschaft

Jo Beverley

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Originaltitel: Dangerous Joy
Verlag: Weltbild
ISBN: 978-3898978040
Erscheinungsdatum: Januar 08
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie: Company of Rogues

Klappentext

Nur widerwillig übernimmt Miles Cavanagh seine Pflichten als Vormund der eigenwilligen Felicity, doch als er der schönen Erbin zum ersten Mal begegnet, ist es um ihn geschehen. Die beiden verlieben sich heftig ineinander- wohl wissend, dass ihre Leidenschaft nicht rechtens ist. Und Miles hat einen skrupellosen Rivalen, der vor nichts zurückschreckt, um Felicity in seine Gewalt zu bringen.
„Liebe und Verrat in der wildromantischen Schönheit der grünen Insel.“

Quelle: Weltbild

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