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Nicoles Bewertung

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Nachdem bereits zwei der möglichen Cousinen unter der Haube sind- wobei nur noch Deidre die Chance auf die 30000 Pfund hat- sollte ihr Schwiegervater bald sterben und ihr Ehemann den Adelstitel bekommen, ist nur noch das unscheinbare Mauerblümchen Sophie übrig. Optisch ist sie keine Schönheit und dazu ist sie überaus schüchtern und lässt sich von der „bösen“ Tante Tessa schikanieren. Doch eines Tages hat sie die Nase voll und begibt sich ins Haus der zur Zeit verreisten Deidre, die zusammen mit ihrem Mann beim schwer erkrankten Schwiegervater weilt.
Ihr bester Freund, Graham Cavendish besucht sie regelmäßig, doch leider hegt er anscheinend keine romantischen Gefühle für Sophie- im Gegensatz dazu ist die junge Frau schon seit einiger Zeit heimlich in Graham verliebt.

Als bei einem Jagdunfall seine älteren Brüder nebst Vater ums Leben kommen, ist Graham plötzlich der letzte in seiner Familie und erbt somit nicht nur die immensen Schulden der nichtsnutzigen Verstorbenen, sondern auch den Adeltitel. Somit ist Graham plötzlich heiß begehrt, da er mit einem Mal mehr zu bieten hat, als nur ein gutes Aussehen.
Doch Graham muss unbedingt eine gute Partie machen, um die Schulden seiner Familie tilgen zu können. Außerdem stehen seine Pächter praktisch vor dem Nichts und auch der Familienbesitz ist nur noch eine baufällige Ruine.

Zu allem Überfluss hat sich Sophie plötzlich einer optischen Wandlung unterziehen lassen- statt wie gewohnt zerrupft und zerzaust mit Brille und Buch in der Hand vor ihm zu stehen, begegnet sie ihm auf einem Maskenball plötzlich hochelegant und schön. Graham fühlt sich sehr zu Sophie hingezogen, doch heiraten muss er doch eine Andere, oder?

Der abschließende Band der „Heiress Brides“ Reihe erzählt nicht nur Sophies Liebesgeschichte, sondern wartet am Ende noch mit einer großen Überraschung auf - somit wird das Rätsel, das die junge Frau umgeben hat, nun endlich aufgelöst.
Wie auch in den Vorgängerbänden geht die Autorin mit leichter schwungvoller Feder zur Sache, doch obwohl auch in „Lodernde Begierde“ der amüsante, lockere Unterton vorherrscht und beide Hauptakteure durchaus interessante Figuren sind, überwiegen diesmal fast die Schwächen. Natürlich ist man es von der Autorin gewohnt, dass ihre Romane bzw. die Handlungen oft in ein wenig seichtere Gefilde abdriften und die Ausdrucksweise ihrer Akteure zu modern ist (auch hier ist das erneut der Fall- zudem wimmelt es in dem Roman von diversen „Ähh’s“ die Haupt sowie Nebenfiguren abgeben, was irgendwann sehr störend zu lesen ist), als man es in einem historischen Liebesroman gewohnt ist, doch diesmal hat sie es sich meiner Meinung nach doch eine Spur zu leicht gemacht.

Sophies Geschichte ist eine typische Aschenputtelstory. Zunächst arm, schüchtern und unscheinbar und ohne Sinn für Etikette und richtiges Verhalten in der Öffentlichkeit wird sie innerhalb von zwei, drei Tagen plötzlich zur gefeierten Schönheit von Londons Adelsschicht und alle Männer reißen sich um sie.
Und alles nur dank eines gutmütigen, natürlich gefragten Modeschöpfers, der ihr Kleidung und das nötige Know-how allein aus reiner Menschenliebe überlässt, ohne eine finanzielle Entschädigung dafür haben zu wollen!

Zu Gute halten muss man es der Autorin, dass sie ihrem Romanhelden bereits vor Sophies äußerer Verwandlung die Augen öffnet und er die junge Frau eigentlich so mag wie sie ist, auch wenn er sich immer ins Gedächtnis ruft, dass Sophie ja im strengeren Sinne gesehen, eigentlich keine Schönheit ist (was ein wenig nervig zu lesen ist, das es des Öfteren Erwähnung findet).
Dennoch hat die Geschichte einen gewissen Reiz, denn Sophie ist eine sympathische Protagonistin und auch Graham ist, trotz seiner manchmal schon ein wenig leichtfertigen Art, ein netter Hauptakteur, auch wenn ich bei ihm Ecken und Kanten schmerzlich vermisst habe- nett aber austauschbar!

Wenn man den Roman als leichte Lektüre ansieht, die eher wie ein kleines stets gutgelauntes Märchen daher kommt und die durchaus „Gute Laune“ - Atmosphäre zu versprühen vermag ohne das man weitere größere Erwartungen hegt, kann man durchaus einige schöne Lesestunden mit dem Roman verbringen.

Wer jedoch Wert auf einen historisch korrekteren Hintergrund legt und charakterliche Tiefe bei Haupt und Nebenfiguren für unabdingbar hält, wird weniger Freude an dem Buch haben.


Ankes Bewertung

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Ich würde den Erzählstil des Buches eher als ungewöhnlich bezeichnen. Vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte, wie es mir schien, von den ungesagten Gedanken und inneren Dialoge der Charaktere dominiert wird (die übrigens allesamt sehr amüsant zu lesen sind). Vielleicht liegt es aber auch an der fröhlichen Grundstimmung der Geschichte, die beim Lesen einfach gute Laune vermittelt oder am lockeren Humor, auf den man zu keinem Zeitpunkt des Buches verzichten muss.

Nicole hat in ihrer Rezension u.a. den Gebrauch von allzu modernen Wörtern bemängelt und ich muss zugeben, dass auch mir diese Wörter aufgefallen sind. Wählt man Celeste Bradleys "Lodernde Begierde" als Lesestoff aus, dann sollte man sich diesen Punktes bewusst sein. Da ich jedoch von der Geschichte und ihren Figuren so angetan war, hat mich dieser Punkt einfach nicht gestört. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Leser sich evtl. daran stören könnten.

Sowohl Sophie, als auch Graham, waren mir von Anfang an sympathisch. Sie sind jedoch auf den ersten Blick keine wirklich gefälligen Charaktere. Er ein Hallodri, Weiberheld, Spieler und Verprasser allen Geldes was er von seinem Vater, als 4. Sohn bekommt. Er ist ein Mann den nichts und niemand berührt, bis er Sophie kennenlernt.
Sie ist bei Nacht und Nebel, bei der ersten Gelegenheit die sich für sie ergab, aus ihrem unerfreulichen Heim geflohen, hat es faustdick hinter den Ohren und ist irgendwie undurchschaubar und voller Geheimnisse.

Innerhalb der Geschichte verändern sich Sophie und Graham jedoch - ja man könnte fast sagen, dass sie erwachsen werden. Vor allem Graham machte eine ziemliche Wendung durch, die jedoch wirklich erstklassig und in jeder Hinsicht nachvollziehbar von Celeste Bradley umgesetzt wurde.

Das große Plus der Figuren ist ihr Witz und Lebensmut, der sie auch, wenn die Situation noch so schlimm erscheint, nie verlässt. Diese positive Stimmung der Protagonisten spiegelt sich auch in der Geschichte wieder - oder ist es vielleicht die heiter leichte Atmosphäre der Geschichte, die sich auch den in Protagonisten widerspiegelt? Ich weiß es nicht und es ist ja auch eigentlich egal, Hauptsache das Lesen macht Spaß.

Kurz gefasst: Wunderbare, locker, leichte und amüsante Leseunterhaltung.


Lodernde Begierde

Celeste Bradley

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Originaltitel: Duke most wanted
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-37497-7
Erscheinungsdatum: Juni 2011
Genre: Historischer Liebesroman

Teil einer Serie: Heiress Brides Serie

Klappentext

Die schüchterne Sophie Blake hat ihr Herz an Graham Cavendish verloren. Der charmante Liebling der Damenwelt genießt zwar die Gesellschaft der klugen Sophie, doch er hat nicht das geringste romantische Interesse an ihr. Aber dann wendet sich das Blatt: Als Graham gezwungen ist, sich eine vermögende Ehefrau zu suchen, setzt Sophie alles daran, ihn für sich zu gewinnen: Sie verwandelt sich vom Mauerblümchen in eine aufsehenerregende Schönheit – der auch Graham nicht lange widerstehen kann …

Quelle: Blanvalet

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