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Tinas Bewertung

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"Eine Liebe über dem Meer" erinnert mit seinem Buchumschlag an eine Postkarte aus vergangenen Tagen, eine Gestaltung, die ich persönlich sehr passend und gelungen finde.

Hier noch eine kleine Ergänzung zum Klappentext: Der amerikanischer Medizinstudent David und schottische Schriftstellerin Elspeth betreiben eine rege Brieffreundschaft, deren Zuneigung, dann Liebe und Intimität sich stetig steigert; was man als Leser, durch die Briefe erfährt. Ja, es macht sogar etwas neidisch auf die Figuren im Buch, denn wer mag nicht auch so romantisch geschriebene Liebeserklärungen?

Jahre später erfährt Margaret, die Tochter von Elspeth, aus diesen Briefen mehr als der Familie recht ist und ihre Neugier bringt Geheimnisse ans Tageslicht, die so lange im Untergrund geschlummert haben.

Ein Roman, der aus Briefen besteht, ist nicht alltäglich für mich, aber ich fand, dass Jessica Brockmole diesen flüssig und sehr bildlich zu erzählen weiß. Sie füllt ihre Figuren mit so viel Leben und Gefühlen, dass man als Leser schon mal eine gefühlsmäßige Achterbahn fahren muss, vor allem aber lassen einen deswegen ihre Protagonisten nicht so schnell wieder los.

Und trotzdem hatte ich meine kleinen Probleme mit dem Buch, da es mir mitunter schwer gefallen ist "am Ball" zu bleiben - womit ich meine: den Figuren und ihre Beweggründen zu folgen und alles über die Briefe hinweg zusammenzusetzen.
Aus diesem Grunde möchte ich Jessicas Brockmoles Debütroman auch ganz besonders denjenigen Lesern unter uns empfehlen, die Bücher mit Briefen, kurzen Notizen oder im Mail/SMS-Stil mögen.

Mein Lieblingszitat des Buches ist übrigens: "Dass Gute an verlorenen Dingen ist, das man sie eines Tages wiederfinden kann" - wundervoll und so passend.

Kurz gefasst: Briefe aus vergangenen Tagen, die Geheimnisse ans Tageslicht bringen und dabei manches wieder ins rechte Licht rücken.


Nicoles Bewertung

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Illinois 1912:

Der Amerikaner David studiert an der Universität halbherzig Medizin, um seinem Vater zu gefallen. Im Grunde seines Herzens jedoch, würde er viel lieber Balletttänzer werden. Dieses und viele weitere Geheimnisse vertraut er im Zuge seiner Brieffreundschaft mit der Dichterin Elspeth, der selbigen im Vertrauen an, die er sehr für ihre schriftstellerischen Fähigkeiten bewundert und schätzt. Was eigentlich zunächst nur als ein „Fanbrief“ eines Lesers an eine Dichterin, die auf der fernen Insel Isle of Skye lebt, begann, entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einer innigen Brieffreundschaft. Während David plant eine junge Frau zu heiraten, die in seiner Stadt lebt, ist Elsbeth bereits einige Jahre mit ihrer Jugendliebe Ian verheiratet. Dennoch fühlen sich beide auf unerklärliche Weise zueinander hingezogen, bis der 1. Weltkrieg beginnt und auch Elsbeth Brüder und ihr Ehemann eingezogen werden.

Da Ian von der Front kaum noch von sich hören lässt und seine Briefe eher einem kurzen Lebenszeichen entsprechen, sind es besonders Davids Briefe, die Elsbeth in diesen schweren Zeiten Trost spenden. Als David sich ebenfalls dazu beschließt, sich auf das wie er es nennt „Abenteuer“ Krieg einzulassen, bittet er Elsbeth darum, sich mit ihr zuvor in London zu treffen. Elsbeth muss eine schwere Entscheidung treffen…

Edinburgh 1940:

Die junge Margaret liebt ihre Mutter Elsbeth über alles, obwohl diese ihr jedoch stets verschwieg, wer ihr Vater ist. Als ein Bombenangriff fast ihr Elternhaus zerstört, findet Margaret einen Stapel Briefe, der bislang versteckt gehalten wurde. Es gelingt ihr jedoch nur einen davon zu lesen, bevor ihre Mutter eingreift. Dennoch ist Margarets Neugierde geschürt. Wer ist der geheimnisvolle David, der seiner Angebeteten Sue Briefe geschrieben hat. Und wieso hat ihre Mutter sie all die Jahre aufgehoben? Margaret beschließt, die Wahrheit um die Briefe herauszufinden, doch zunächst stößt sie in der Familie auf eine Mauer des Schweigens…

„Eine Liebe über dem Meer“ ist ein ungewöhnliches Buch, denn es ist ein sogenannter „Brief-Roman“. Die Autorin treibt ihre Story durch Briefe von Elsbeth an David und umgekehrt, Briefe von Margaret an ihre Mutter, ihren Onkel und Verlobten etc. voran. Sehr gut gefallen haben mir die Briefe zwischen Elsbeth und David, in denen zunächst ein gewisser Humor mitschwingt, während sich die Brieffreunde austauschen und man kann auch gut nachvollziehen, wieso sich beide irgendwann einmal so nah sind, dass sie sich ineinander verlieben. Auch die Romanpassagen in denen sich das Heldenpaar dieser Geschichte über eigentlich belanglose, alltägliche Dinge des Lebens austauscht und in denen man die Liebe zu ihren Verwandten sehr gut spüren kann, konnten mich berühren.

Dennoch hatte ich ein wenig Probleme damit, die Romanfiguren für mich greifbarer werden zu lassen. Durch die Tatsache, dass man über sie lediglich aus geschriebenen Briefen erfährt, zwar einige ihrer Gedanken kennt, diese jedoch stets nur aus dem „off“, präsentiert bekommt, blieben mir die Protagonisten etwas fremd und alles wirkt eher wie eine zwar sehr gut geschriebene, aber leider oft nur an der Oberfläche kratzende Story.
Gerade bei so viel Konfliktpotential innerhalb der Geschichte, was auch die unruhigen Zeiten und tragischen Ereignisse angeht, hätte ich mir hier und da ein wenig mehr Sensibilität gewünscht und Figuren, die ein wenig tiefgründiger gezeichnet worden wären. Und da man praktisch alles nur aus Briefen erfährt, fehlten mir auch einfach mehr Spannungselemente. Sicher, die Autorin gibt sich wahrhaft viel Mühe damit, ihren Protagonisten Gefühle auf den Leib zu schreiben, doch so schade wie ich es auch fand, mich konnten sie leider beim Lesen nicht ganz erreichen.
Für den ansonsten guten, eingängigen Schreibstil und die einfallsreiche Idee einen Briefroman zu schreiben, möchte ich aber dennoch nicht weniger als 3.5 Punkte vergeben, denn Leser, die eher den Hang zu Briefromanen besitzen, werden meinen Einwand wahrscheinlich gar nicht so stark wahrnehmen, wie es bei mir der Fall war.

Kurz gefasst: Eine Liebe in stürmischen Zeiten; ein ansprechender Briefroman über zwei Menschen, die sich in den Wirren des Krieges einander viel bedeuten…


Eine Liebe über dem Meer

Jessica Brockmole

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Originaltitel: Letters From Skye
Verlag: Diana
ISBN: 978-3453291508
Erscheinungsdatum: März 2014
Genre: Historischer Roman

Klappentext

Isle of Skye, 1912. Eines Tages erhält die schottische Schriftstellerin Elspeth einen Brief aus Amerika. Der Absender, ein junger Mann namens David, bewundert ihre Gedichte. Obwohl ein Ozean zwischen ihnen liegt, ist es der Beginn einer tiefen Liebe. Erst die Wirren des Weltkrieges führen die beiden zusammen, nur um sie unter tragischen Umständen wieder zu trennen. Mehr als zwei Jahrzehnte später stößt Elspeths Tochter Margaret auf Davids Briefe und kommt so der Geschichte dieser schicksalhaften Liebe auf die Spur …

Quelle: Diana

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