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Simones Bewertung

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Bei diesem Roman geht es um eine scheiternde Ehe in der High-Society - von der Thematik her können sich aber wohl Frauen aller Gesellschaftsschichten mit der Protagonistin identifizieren. Janice, in mittleren Jahren, ist aufgeregt: Die Firma ihres Manns geht an die Börse und somit soll eine stressige Zeit zu Ende gehen und mit sehr viel Geld belohnt werden. Aber es kommt alles anders: Nachdem der Leser Janices Alltag, Einkäufe, Erledigungen, Gespräche akribisch mitverfolgen konnte, folgt der Paukenschlag: Janice werden die Scheidungspapiere überbracht. Janices Leben gerät erst einmal aus der Bahn: Zwischen Putzwahn und Stimmungsaufhellern etc. versucht sie, die Fassade nach außen hin zu wahren. Bitter ist auch die Erkenntnis, dass Pauls neue Geliebte Janice nicht gerade unbekannt ist…

Auch das Leben der beiden Töchter von Janice und Paul, Margaret und Lizzie, der Nachzüglerin, wird erzählt. Margaret ist pleite, sie hatte erfolgreiche eine Frauenzeitschrift gegründet , doch bei einem vermeintlich großen Wurf geht es nicht glatt…
Die pubertierende Lizzie versucht, ihren Platz im Leben zu finden. Sie nimmt durch Schwimmen ab, versucht sehr, den Jungs zu gefallen und macht ein paar mehr oder weniger überraschende Wendungen durch.
Letztlich versuchen alle drei Frauen, neben ihren individuellen Problemen das Weggehen des Vaters bzw. Ehemanns zu bewältigen. Sie haben auch hohe Ansprüche an sich selbst, vor allem aber möchten sie den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden, etwas erreichen, und müssen dafür einen hohen Preis bezahlen bzw. scheitern daran.

In dem Roman wird der Alltag und auch die Gefühlswelt der einzelnen Figuren genau beschrieben – das ist eine große Leistung der Autorin, ist manchmal aber auch langatmig zu lesen. Mir persönlich waren zu wenig Dialoge, die dem Geschehen mehr Lebendigkeit und Spannung verliehen hätten, vorhanden.
Die Geschichte der Ehe von Janice und Paul ist wie ein – wenn auch gut erzähltes - Klischee – unendlich oft passiert, nicht wirklich überraschend und mit einem etwas stereotyp wirkenden Ehepaar versehen.
Die Entwicklung der beiden Töchter ist interessant, allerdings fällt es ein wenig schwer, sich mit ihnen zu identifzieren bzw. sie sympathisch zu finden.
Alles in allem ein gut erzählter Roman - der Verlauf einer Ehe wurde in dieser Form aber schon (zu?) oft erzählt.

Kurz gefasst: Sie haben alles für Ihren Mann und die Familie getan? Ihr Mann hat Sie verlassen und quasi gegen eine andere ausgetauscht? Dann wird Sie die Thematik dieses Buches bestimmt interessieren… für alle anderen: Ein bedingtes Lesevergnügen.


Tinas Bewertung

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Janelle Brown hat mit "Alles ist nicht genug" ein Buch geschrieben, das sich vor allem durch seine real erscheinenden und facettenreich dargestellten Figuren und deren nachvollziehbare Probleme, wie Geldmangel, verlassen werden und Betrug in einer Beziehung, hervorhebt; als weiblicher Leser kann man das recht gut nachempfinden.

Den Anfang des Buches empfand ich als ein wenig langatmig. Erst nach und nach nahmen mich die Figuren und ihre Geschichten gefangen, bis ich dann gespannt den weiteren Verlauf der Geschichte verfolgte. Und dieser blieb dann bis zum Ende spannend, denn es passiert so einiges.

Stellenweise war der Roman recht kitschig und voller Klischees. Da man auf diese allzu oft in Büchern trifft, wirkten sie ein wenig trivial und vorhersehbar. Doch dank des feinen schwarzen Humors, den die Autorin so gekonnt in die Geschichte eingewebt hat, hatte ich dennoch meinen Spaß beim Lesen.
So konnte ich beim Lesen herzlich lachen; musste dann aber auch wieder den Kopf über zu viel Selbstmitleid schütteln; konnte mich aber am Ende vom Kampfgeist, den die drei Frauen an den Tag legen, mitreißen lassen.

Ein Buch, das von Hoffnungen, Ängsten vor dem Versagen und den Nöten des Verlassenwerdens berichtet. Ein Thema das vielleicht nicht alle Leser anspricht; deswegen bekommt es von mir nur eine bedingte Leseempfehlung.


Alles ist nicht genug

Janelle Brown

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Originaltitel: All We Ever Wanted Was Everthing
Verlag: Diana
ISBN: 978-3453355590
Erscheinungsdatum: November 2010
Genre: Contemporary

Klappentext

Als Janice aufwacht, weiß sie, dass dieser Tag ihr Leben verändern wird. Vorbei die einsamen Wochenenden, an denen Paul schon frühmorgens das Haus verlassen und bis zur Erschöpfung gearbeitet hat. Vorbei die langen Abende, an denen sie todmüde durchs Fernsehprogramm gezappt hat, in der Hoffnung, nicht einzuschlafen, um Paul noch sehen zu können. Vorbei die Partys und Dinners, zu denen sie allein gehen musste. Alles vorbei, denn endlich ist der Tag gekommen, auf den Paul so lange hingearbeitet hat, und als Janice das Radio einschaltet, weiß sie, dass sich all die Entbehrungen gelohnt haben. Der Börsengang von Pauls Unternehmen ist die Nachricht des Tages, bereits kurz nach der Emission explodieren die Kurse. Janice ist selig. Sie wird ihrem Mann einen gebührenden Empfang bereiten. Doch es ist Paul, der dafür sorgt, dass es ein unvergesslicher Abend wird. Denn als Janice am Abend im kleinen Schwarzen die Tür öffnet, steht nicht ihr Mann vor ihr, sondern ein Bote, der der völlig verdutzten Janice die Scheidungspapiere überreicht.

Quelle: Diana

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