Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Endlich ist die stille Philippa frei, denn als Witwe hat sie nun endlich die Freiheiten zu tun, was sie will – sich in der Sicherheit des Hauses ihrer Familie verkriechen und sich um ihre beiden geliebten Töchter kümmern.
Allerdings hat ihre Mutter und ihr Bruder, dem sie, ihre erste so verhasste Ehe zu verdanken hat, andere Pläne: Phillippas Kinder brauchen einen Vater, sie ist jung und soll wieder heiraten. Doch Phillippa hat sehr unter der Behandlung ihres verstorbenen Ehemanns gelitten, der sie lediglich als Gefäß für einen möglichen Erben gesehen hat und was eine Fehlgeburt nach der anderen eingebracht hat. Eine derartige Folter möchte sie jedoch nie wieder erleben. Und deshalb steht es außer Frage, dass sich erneut einen Mann heiratet, der sich nur nach einem Erben sehnt.

Auch Miles Brookfield, der Marquis of Guilford, hat unter seiner Mutter zu leiden, der nichts wichtiger ist, als ihn zu verheiraten und auf Erben zu hoffen. Er befürchtet jedoch nicht, dass sie Brookfields nicht gleich aussterben, schließlich ist da ja auch noch sein Bruder, wenn er dem nicht nachgibt und eine Frau, die er lieben könnte hat er auch noch nicht gefunden.

Letzteres ändert sich erst, als er auf einem Ausritt, auf Phillippas jüngste Tochter trifft, die sich in ihrem Eifer Blumen zu pflücken von ihrer Mutter entfernt hat. Nicht nur die Kleine bezaubert ihn, vor allem ihre Mutter wirkt höchst anziehend auf ihn. Aber auch Phillippa fühlt sich zu Miles hingezogen, doch weiß sie, dass sie ihm nie Mutter seiner Erben sein kann und deswegen keine Heirat zu Diskussion steht. Oder darf sie trotzdem auf eine Verbindung mit Miles hoffen? Und dann wäre da ja auch noch der skandalöse Kuss im Park, der von der Gesellschaft nicht unentdeckt geblieben ist.

Es war ein viel zu kurzes Vergnügen, das Christi Caldwells „Das Verlangen des Herzogs“, der nunmehr 10. Teil ihrer „Heart of a Duke-Serie bietet. Nichtsdestotrotz war es eines. Zwar hat mich die Geschichte nicht so sehr beeindruckt oder gar einen bleibenden Eindruck hinterlassen wie andere Romane der Autorin, doch fand ich sie wirklich stimmig und harmonisch erzählt.

Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass man hier nun wieder auf liebe Bekannte aus „Die Versuchung des Herzogs“, dem 5. Teil, trifft. Vor allem war es spannend, sie nun aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen, nämlich dem von Jane, die während ihrer Ehe und Leidenszeit lange von der Gesellschaft ausgeschlossen und der Familie entfernt war.

Sehr nachvollziehbar beschrieben, fand ich auch ihre persönliche Entwicklung, inkl. der liebevollen und sanften Unterstützung, die sie dazu von ihrer Schwägerin Jane („Die Versuchung des Herzogs“) bekommt.

Kurz gefasst: Eine romantische, zum Teil aber auch nachdenklich-melancholische Geschichte, die fast schon ein wenig zu kurz erschien, auch wenn die Autorin es schafft, deren Entwicklungen auf die Kürze sehr gut rüberzubringen.