Rezensionen

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Nicht genug damit, dass seine Geliebte tot in seinem Schlafzimmer liegt, Alaric James Alexander McLeod, Duke of Strathaven, nun wird auch noch von Miss Emma Kent des Mordes beschuldigt. Diese glaubt einem Gewaltverbrechen auf die Spur gekommen zu sein, nur weil sie ihn und das Opfer in einer anzüglichen Situation erwischt hat. Diesem Landei muss einmal ordentlich die Leviten gelesen werden! Doch je näher Alaric Emma kommt, um so anziehender wirkt sie mit ihrer Gegenwehr auf ihn.

Emma ist stets darauf bedacht, das Richtige zu tun und für Gerechtigkeit zu sorgen. Deswegen liegt ihr auch eine Arbeit als Ermittlerin im Unternehmen ihres Bruders Ambrose Kent so sehr am Herzen. Das Problem dabei ist jedoch, ihren Bruder von ihrem Talent in Sachen Ermittlung zu überzeugen. Der Einzige, der bereit zu sein scheint, ihre eine Chance zu geben, ist ausgerechnet Alaric.

Ich habe die Romane der Autorin Grace Callaway eher durchschnittlich in Erinnerung, wohl auch ein Grund, warum ich die „Mayhem in Mayfair“-Serie nie fertiggelesen habe. Vor kurzem hatte ich mich ein wenig in die aktuelle Serie der Autorin „Lady Charlotte's Society of Angels“ verguckt, die in Anlehnung an die TV-Serie „Drei Engel für Charlie“ geschrieben wurde. Da jedoch die „Detektive aus Leidenschaft / Heart of Enquiry“-Serie in einer deutschen Übersetzung in ku (kindle unlimited) angeboten wird, habe ich mich aus naheliegenden Gründen zunächst dafür entschieden.

Große Hoffnung auf ein unterhaltsames Leseerlebnis hat mir die Tatsache gemacht, dass mir die Geschichte von Emmas Bruder, Mr. Ambrose Kent, die als 3. Teil in der „Mayhem in Mayfair“-Serie erzählt wird, 5 Punkte wert war. Und Ambrose, auch in „Der Herzog, der zu viel wusste“ wieder maßgeblich beteiligt ist. Leider hat mir dieser 1. Teil um die anderen Mitglieder der Familie Kent nur wenig zugesagt.

Mir war das ganze Dominanz- und Unterwerfungs-Gerede/Gedankengänge von Alaric einfach zu viel. Sicher, als Liebesromanleser stehe ich weniger auf der „spicy“-Seite, habe jedoch grundsätzlich nichts gegen Dominanz und Unterwerfung in Liebesszenen einzuwenden. Ich fand jedoch, dass es in „Der Herzog, der zu viel wusste“ einen zu großen Anteil eingenommen hat und damit alles andere in den Hintergrund gedrängt. So war mir nicht klar, wie Emma mit einem Mal von „arroganter Schnösel“ zu „ich liebe ihn“ gekommen ist. Auch, dass die Autorin in der Geschichte einem Mordfall noch einen Betrugsfall hinzugefügt hat.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Autorin mit Emma einen sehr willensstarken Charakter geschrieben hat, jemand der mit beiden Beinen fest im Leben steht; nur ihre Naivität war für meinen Geschmack ein wenig zu dick aufgetragen. Zudem ist es durchaus bewundernswert, dass Grace Callaway am Ende alles, Handlung, wie Charakter, irgendwie unter einen Hut bringt. Und doch war es mir alles einfach too much, sodass es mir, vor lauter Ablenkungen, nicht gelungen ist, mich in die Geschichte fallen zu lassen und mich dort wohlzufühlen.

Kurzgefasst: grundsätzlich kein schlechter Historical. Ich finde jedoch, dass die Autorin zu viel in die Geschichte gepackt hat und dabei eine Betonung wählt, mit der ich nur wenig anfangen konnte.