Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Dieser Roman ist der dritte Teil um zwei Schwestern nebst Cousine, die eines Nachts dabei erwischt werden, wie sie versuchen aus einem Herrenclub ein Aktgemälde zu stehlen. Die drei Herren, die die Frauen in flagranti ertappen, sind drei Freunde, die nun unbedingt erfahren möchten welche der drei Diebinnen für diesen Akt Modell gestanden hat und so kommt es zu einer Wette zwischen den Frauen und den drei Freunden. Finden die drei Herren nicht innerhalb von vier Wochen heraus, wer das Aktmodel wirklich ist, verwirken sie allerdings ihre Chance und die Wette geht zu Gunsten der Frauen verloren.

Nachdem in „Ein verführerischer Akt“ und in „Von sündiger Anmut“ bereits zwei der drei Paare durch diese Wette zusammengefunden haben, lässt die Autorin in „Ein skandalöses Geheimnis“ nun die noch verbliebenen Akteure aufeinander los und um es vorweg zu nehmen; Susanna und Leo sind mit Abstand das interessanteste Paar dieser Trilogie.

Gayle Callen wurde mir bereits im Vorfeld von vielen Originalleserinnen empfohlen, die deren Art zu schreiben begeistert hat, doch ehrlich gesagt konnte ich diese Faszination bislang noch nicht so recht nachvollziehen, bis ich jüngst zum dritten Teil der Serie griff und ich bin im Nachhinein sehr froh darüber, dass ich an der Serie dran geblieben bin, denn hier erzählt Gayle Callen eine sehr romantische Liebesgeschichte zwischen einem intelligenten Mauerblümchen und einem Womanizer, der bislang reihenweise Frauenherzen brach und eigentlich nur vor hat, Susanna zu verführen, um anhand eines verräterischen Muttermals sehen zu können, ob Susanna die Frau auf dem Aktgemälde ist. Doch natürlich kommt alles anders, als er Susanna besser kennen lernt und dass plötzlich zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Menschen Liebe im Spiel ist, kann man als Leser dank der vielen tiefschürfenden, aber auch oftmals neckenden Dialoge des Heldenpaars sehr gut nachvollziehen. Während der Hausparty auf dem Lande kommt es anfangs zu kleinen Längen innerhalb der Story, die man aber leicht verschmerzen kann, da dafür die Romantik hier sehr groß geschrieben wird.

Diesmal klärt sich auch auf, wer sich von den drei Frauen schlussendlich nackt malen ließ und warum. Doch dieser Punkt ist eigentlich reine Nebensache, denn man wird auch noch gegen Ende mit Leos Problemen konfrontiert, die auf einem Kindheitstrauma basieren und deren Auflösung ich sehr spannend fand.

Originalleser sind, was die Nebenfiguren in diesem Roman angeht, leider etwas im Vorteil, denn Leos erblindeter Bruder Simon Wade und dessen Frau Louisa (deren Geschichte wird in „ The Viscount In Her Bedroom“ erzählt) spielen hier auch eine kleine Rolle im Buch und es wäre in dieser Hinsicht mehr als schön, wenn sich der Verlag dazu erbarmen lassen würde, auch Simons Geschichte ins Deutsche zu übersetzen und herauszugeben.

Kurz gefasst: Das Beste kommt zum Schluss! Wunderschöner, romantischer Historical und gelungener Abschluss der Trilogie!

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Ich habe mich ja bereits mit den vorangegangen Teilen der "Scandalous Ladies"-Serie schon schwer getan. Das lag zum einen an der Geschichte und ihren Figuren selber, die mich einfach nicht angesprochen haben und zum anderen an der verheerenden Umsetzung in die deutsche Sprache, die mir ein Wiedererkennen der Gayle Callen, wie ich sie aus Original-Büchern kannte, praktisch nicht möglich gemacht hat.

Ich muss gestehen, dass ich relativ unwillig an diesen letzten Teil herangegangen bin. Da ich jedoch ein neugieriger Mensch bin, hat mich die Auflösung und die Umsetzung der Geschichte schon interessiert und mich so zum Weiterlesen bewogen.

Doch auch in diesem 3. Teil wurde mein Lesevergnügen durch eine, zwar korrekte, doch stellenweise befremdliche Wortwahl (z.B. "Frechling"), sowie der Nutzung, ebenfalls durchaus korrekter, doch für mein Gefühl unpassender Ausdrücke gebremst (etwa "Torschlusspanik" oder "Reklamegag"). Wobei ich noch nicht einmal behaupten will, dass die genutzten Wörter nicht auch schon in vergangen Zeiten geläufig waren. Die Angst vor "Torschluss" gab es bereits im Mittelalter, niemand wollte vor den Toren der Stadt übernachten müssen und die "Reklame" begann ihren Einzug in das Leben der Menschen etwa um die Zeit, in der auch diese Geschichte spielt. Doch wurden sie nach meinem Verständnis, nicht in historischen, sondern viel zu modernen Zusammenhang ("...gag" und "...panik") genutzt und klangen deswegen für mein Verständnis fehl am Platz.

Gut hat mir gefallen, dass die Autorin in "Ein skandalöses Geheimnis" zwei sehr unterschiedliche Charaktere zusammenführt; zumal Susanne und Leo ein durchaus interessantes Paar sind.
Doch empfand ich vor allem die Kennenlernphase des Paares als relativ langatmig. Das Geplänkel des Paares plätscherte vor sich hin, ohne Eindruck auf mich zu hinterlassen. Auch habe ich den Funken, der zwischen dem Paar eigentlich überspringen sollte, vollkommen vermisst. In gewisser Weise könnte ich zwar nachvollziehen, warum sie sich voneinander angezogen fühlen, doch wirklich von ihren Gefühlen überzeugen konnten mich die Figuren nicht.

In diesem 3. Teil wird nun das Geheimnis der "Scandalous Ladies" aufgeklärt, d.h., wer das Aktmodell ist. Allerdings rangiert dieser Teil nun zu Nebensache. Doch das macht gar nichts aus, denn viel interessanter ist die Geschichte und die Auflösung um Leos Kindheitstrauma, die die 2. Hälfte des Buches dominiert.

Kurz gefasst: Trotz viel versprechender Figuren, durchaus interessanter Wendungen, insbesondere gegen Ende des Buches, konnte mich auch dieser 3. Teil der Serie um das geheimnisumwitterte Aktmodell nicht komplett überzeugen. Wie in den vorangegangen Teilen der Trilogie fehlte mir auch hier der Esprit und die Leichtigkeit, die ich aus anderen (Original-)Büchern der Autorin kenne.