Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Obwohl Meriel nach der Hochzeit ihrer Schwester mit einem vermögenden Adeligen nun keine Veranlassung mehr hätte, sich weiterhin als Gouvernante zu verdingen, kann und will sie ihren Schützling Stephen nicht im Stich lassen. Stephens Vater Cecil, der Duke of Thanet, ist aus London gekommen, angeblich um sich von einer Erkrankung zu erholen, macht sich durch sein Verhalten mehr als verdächtig. Und nach diskreten Nachforschungen ist sich Meriel sicher, das er ein Betrüger und keineswegs der wahre Earl of Thanet ist.

Richard O’Neil, der uneheliche älter Bruder des Duke of Thanet, ist seinem Bruder Cecil zu Hilfe geeilt, da Cecil um das Leben seines Sohnes und Erben Stephen bangt. Zu krank und geschwächt um seinen Sohn selbst zu beschützen, nimmt Richard auf Bitten Cecil seine Stelle als Duke für ihn ein. Aufgrund ihres sehr ähnlichen Aussehen im Grunde ein leichtes Spiel. Wäre da nicht die Gouvernante, die scheinbar jede Lüge durchschaut.

Der zweite Teil der ‚Sisters of Willow Pond Trilogie‘ ist noch um einiges besser, als der Vorgängerteil.

Gayle Callens Geschichten haben das gewisse Etwas, das sie unterhaltsam und lesenswert macht. Auch in diesem Buch liegt der Hauptaspekt auf der Entwicklung der Figuren und nicht auf der Handlung.
Dennoch fehlt, auch dieser Geschichte, der aller letzte Tick für einen perfekten Keeper.

Ich denke es liegt daran, dass ich es immer lieber mag, wenn die Protagonisten schon zu Beginn an ehrlich miteinander umgehen. Und so sind mir Richard Beweggründe warum er sich Meriel nicht schon von Anfang an anvertraut nicht ganz klar, zumal er Meriel nicht als mögliche Gefahr verdächtigt.

Die Autorin beherrscht es wunderbar die Figuren in ihrem Denken und Fühlen zu beschreiben.

Richard ist ein Held wie man ihn sich nur wünschen kann: Beschützend, amüsant, geheimnisvoll, Ehrenhaft, attraktiv und verliebt.
Die Heldin Meriel ist intelligent, gebildet, besitzt ein gesundes Maß an Skepsis und weiß wo ihr Platz im Leben ist, auch wenn sie mit einem wehen Auge auf bessere Zeiten zurück blickt. Das macht sie zu einer sehr sympathischen Figur. Zudem hat sie ein weniger zurück gezogenes Leben geführt, als ihre Schwester Victoria aus dem ersten Teil der Trilogie und ist nicht so scheu.

Besonders interessant und sehr verständlich sind die verwirrenden Gefühle Meriels für den angeblichen ‚Duke‘ beschrieben. Dabei werden die üblichen Missverständnisse, die zum Twist zwischen den Figuren führen zum Glück dadurch abgeschwächt, dass Meriel genau beobachtet und so manches mal, wenn auch zuerst unbewusst, den ‚Duke‘ enttarnt.

Sogar die Beschreibung des Sohnes ist passend für ein Kind in seinem Alter und seine Figur rundet die Geschichte ab.