Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Victoria Shelby, ihre zwei Schwestern und ihre Mutter, sind in akuter Geldnot und in Gefahr über kurz oder lang auf der Straße zu stehen. Victoria wendet sich ohne groß nachzudenken an ihren Jugendfreund Tom, der im herrschaftlichen Nachbarhaus als Sohn der Köchin geboren wurde.

Victoria hat Tom nie persönlich kennengelernt, sondern immer nur über ein Tagebuch mit ihm kommuniziert, bis er sich eines Tages nicht mehr geschrieben hat. Victoria war klar, das ihr Vater ein Bankier, ihr nie den Umgang mit dem Sohn einer Angestellten gestattet hätte und dennoch wurden Tom und sie heimlich enge Brieffreunde.

Aber dann kommt es anderes als Victoria es je erwartet hätte, denn ‚Tom‘ ist David Viscount Thurlow, der Sohn des Earls.

‚The Lord next Door‘ ist sehr gelungene schöne Unterhaltung, auch wenn das Buch weder durch besondere Figuren noch durch einen innovativen Inhalt heraussticht.

Ehemalige Freunde, die nun erwachsen sind, nähern sich langsam einander an und machen dabei allzu menschliche und egoistische Fehler und stolpern über die Veränderungen, die das Leben zu zweit mit sich bringt.

Der Hauptaspekt des Buches liegt in der ausführlichen Beschreibung der langsamen intimen Annäherung der Protagonisten. Dabei ist die Hauptfigur Victoria zwar die Art anfangs scheuer Jungfrau, die den Leser in so manch anderem Buch evtl. auf die Nerven gehen könnte, aber in diesem Fall wirkt sie einfach passend.
Und das ist es auch, was mich besonders an diesem Buch begeistert hat: Eine behütete Tochter, die weder naiv noch dümmlich ist und mit ihre scheuen Art aber einfach gut in die Geschichte passt.

Zu gerne hätte ich gelesen, dass auch der Held ein unerfahrener Mann gewesen wäre und die beiden Hauptfiguren sich gemeinsam langsam einander genähert hätten.

Einziges echtes Manko: Leider war die Art amüsanter Wortwitz, den ich so sehr mag, nur sehr dezent enthalten und hat mir beim Lesen etwas gefehlt.