Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Noch immer ist die Frage aller Fragen offen: Wer ist die attraktive nackte Schönheit, die als gemalter Akt die Wand eines Herrenclubs ziert? Auch Peter Derby, einer der drei Männer die kürzlich drei Damen in Männerkleidung dabei überraschten, wie sie besagtes Gemälde aus dem Club entwenden wollten, hat eine bestimmte Idee und wettet zusammen mit seinen Freunden und den drei Damen darum, herauszufinden, wer sich von ihnen malen ließ. Sein Verdacht fällt auf Lady Elizabeth Cabot, obwohl er eigentlich so gar nicht glauben kann, dass seine Freundin seit Kindheitstagen sich auf ein solches gewagtes Unterfangen eingelassen hat. Doch es schürt auch seine Neugierde und so heftet er sich an ihre Fersen, während die anderen beiden, verdächtigen Frauen, Elizabeths Cousinen, aus London abreisen und glauben, somit ihren Häschern zunächst entkommen zu sein.

Obwohl Peter und seine Freunde nichts über die vermutliche Identität des Aktmodels ausgeplaudert haben, sickern die ersten Gerüchte diesbezüglich durch und so sieht sich Elizabeth plötzlich von aufdringlichen Verehrern umringt. Einer von ihnen, Lord Thomas Wythorne, konnte es nicht verwinden, dass Elizabeth ihn vor einem Jahr abwies und so versucht er sie mit seinem angeblichen Wissen um ihren Part als Aktmodel in eine Ehe hineinzupressen. Elizabeth sieht nur eine Möglichkeit- sie muss eine Verlobung vortäuschen und wer wäre als fiktiver Bräutigam besser geeignet als ihr Freund Peter? Dieser lässt sich auch tatsächlich auf eine Scheinverlobung ein und geht mit Elizabeth auf Tuchfühlung; nur zu Lernzwecken versteht sich. Als er jedoch erfährt, dass Elizabeth einen anderen liebt, gerät seine Welt aus den Fugen, denn er ist unsterblich in sie verliebt. Wird Elizabeth sich am Ende doch für ihn entscheiden?

Nach dem ersten Band der Trilogie „Ein verführerischer Akt“, der zwar eine spannende Ausgangssituation zu bieten hat, deren Umsetzung ich allerdings eher mäßig fand, folgt nun Band 2, der sich um Susanna und Rebecca Lelands Cousine Elizabeth Cabot dreht. Diesmal bekommt man es mit einem Heldenpaar zu tun, dass sich bereits seit Kindesbeinen an kennt und freundschaftlich zugetan ist.

Doch auch wenn die Autorin ihren Protagonisten genug Zeit einräumt, um sich über ihre Gefühle klar zu werden, fehlten mir wieder mehr Tiefgang und der bestimmte Aha-Effekt beim ersten Kuss der beiden und zunächst kommt die Story etwas mühsam in Fahrt. Der Roman ist solide geschrieben, lässt sich gut lesen und gefiel mir durchaus besser als der erste Teil, doch das gewisse Etwas, das das Buch zu etwas Besonderem macht war leider für mich auch diesmal nicht vorhanden. Positiv an „Von sündiger Anmut“ waren jedenfalls die dialogreiche Handlung, die vielen interessanten Nebenfiguren (köstlich vor allem Peters billiardspielende Schwester zum Beispiel) und die bildhafte Ausdrucksweise der Autorin, die den Leser schnell in die Handlung abtauchen lassen.

Während Peters Versuche Elizabeth klar zu machen, dass er sie liebt, sehr sympathisch wirken ließen und ihn schnell für mich einnahmen, (denn er geht bei seinen Verführungsversuchen durchaus geschickt zu Werke) benötigte ich dagegen ein wenig länger um mit der Heldin dieses Romans warm zu werden, denn ehrlich gesagt fand ich ihre Notlüge, die dafür sorgte, dass sie ihre Familie betrügen musste, (zu der sie eine liebevolle Beziehung hatte) nicht so wirklich annehmbar und dieses Verhalten rückte die Heldin (trotz Gewissensbisse ihrerseits) in meinen Augen in ein schlechteres Licht. Von ihrer Hartnäckigkeit was ihren Wunschpartner anging ganz zu schweigen.
Trotz meiner Kritikpunkte vergebe ich dennoch 4 Punkte, da mir Gayle Callens Schreibstil an sich gut gefallen hat, die Geschichte unterhält und zudem keineswegs schlecht geschrieben ist.

Kurz gefasst: „1000 Mal berührt“- der 2. Teil der „Scandalous Lady“ Serie wartet mit einem Heldenpaar auf, dass sich bereits seit der Kindheit kennt- ein im Großen und Ganzen unterhaltsamer Historical trotz kleiner Schwächen.

Ankes Bewertung 02 Sterne.png

Ich hatte mich so gefreut, als Blanvalet "Die Scandalous Lady"-Serie der Autorin Gayle Callen in deutscher Übersetzung veröffentlichte. Ich hatte bereits eine ältere Trilogie der Autorin im Original gelesen, die mich damals unheimlich begeistert hatte.

Nach einem verheerenden 1. Teil (Ein verführerischer Akt), habe ich mich dann aber bei der Fortsetzung "Von sündiger Anmut" bereits im Vorfeld auf das Schlimmste gefasst gemacht.

Allerdings habe ich mir diesmal nicht die Mühe gemacht, das Original parallel dazu zu lesen, da ich, zumindest am Anfang, das Gefühl hatte, das "Von sündiger Anmut" angenehmer, stimmiger und einfach runder zu lesen war.

Vielleicht hätte ich doch erneut diesen Vergleich wagen sollen, denn "Von sündiger Anmut" stellte sich als langweiliges und ermüdendes Geplänkel heraus, dem jeglicher Esprit fehlte und mich zu keinem Zeitpunkt ansprechen konnte.
Doch die Frage, ob die Autorin tatsächlich eine langweilige Geschichte abgeliefert hat oder ob hier erneut die deutsche Ausgabe ihren (negativen) Anteil dazu beigetragen hat, nagt doch nun an mir.

Aber zurück zur Geschichte und ihren Figuren. Was sich im Klappentext noch ganz nett liest, stellte sich für mich folgendermaßen dar: Der Freund aus Kindertagen, Peter, niedriger Landadel, jüngst zu Geld gekommen (und in Besitz eines unglaublichen Egos), glaubt die Tochter aus (sehr) gutem Hause, Elizabeth, auf einem Aktgemälde wieder zu erkennen und ihm wird klar, dass Elizabeth eine verführerische Frau ist.

Das kommt dem arroganten und intriganten Biest gerade zupass- denn sie braucht ein Ablenkungsmanöver, in Form eines angeblichen Verlobten um einen ungewollten Verehrer loszuwerden und zudem ein Übungsobjekt, um endlich mit aller gebotener Raffinesse, ihrerseits die Liebe ihres Lebens (der bisher Null Interesse an ihr gezeigt hat - kluger Mann) zu erobern.

Peter, nun hochgradig motiviert, legt einen Zahn zu und gibt fortan sein Bestes um die ständig errötende und schamhafte (wie zum Teufel passt, das denn in das Bild von Elizabeth?) Highclass-Erbin, die weiter über seinem Stand steht, für sich zu erobern, dh. zu verführen.

Kein Wunder also, dass ich die Hauptfiguren als unsympathisch, überheblich, arrogant, herrschsüchtig, überkontrollierend, auf unangenehme Weise dominant und mit aufgeblasenen Egos ausgestattet, empfand und überhaupt nicht mit ihnen warm werden konnte.
Zumindest eines stand für mich sofort fest: Die Zwei haben sich wirklich verdient.

In dem ganzen Verein konnte mich lediglich die billardspielende; und die überheblichen Herren der Schöpfung damit ausnehmende Schwester von Peter, Mary Ann, reizen. Sie schien mir die Einzige mit annäherndem Menschenverstand zu sein.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass, wie Nicole es in ihrer Rezension zum 3. Teil (Ein skandalöses Geheimnis) geschrieben hat, dass Gute zum Schluss kommt. Bisher zumindest hat mich diese Trilogie ziemlich enttäuscht zurückgelassen.

Kurz gefasst: Träge dahinplätscherndes Geplänkel, zwischen unsympathischen Protagonisten - einfach langweilig.