Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Die Rückseite des Buches enthält 2 Hinweise zum Inhalt des Buches: „Thriller“ und „Reality-Spiel“; wobei der zweite Hinweis schon fast ein Spoiler ist. Von dem ich zwar verstehe, warum er genutzt wurde, schließlich muss der geneigte Interessent mit etwas angelockt werden, es aber trotzdem fast ein bisschen schade finde, dass man so als Leser auf diese Tatsache bereits im Vorfeld hingewiesen wird.

Mein Tipp, ausblenden: was wir auf dem Buchrücken gelesen haben (weshalb ich auch kein weiteres Wort zum Inhalt verlieren werden) und das dies der 1. Teil ist (was wichtig ist für den Ausgang des Buches), Stattdessen einfach in ein unglaublich rasantes, atemloses und hochfesselndes Abenteuer stürzen.

Aber halt, vielleicht sollte man ebenfalls im Sinn behalten, dass dieser geneigte Rezensent, also ich, ein recht „naiver“ Leser (und Zuschauer) ist. Im Sinne von, dass ich bei Krimis oder Thrillern grundsätzlich immer davon überrascht werde, dass der Gärtner der Mörder ist.

Auch, dass mir beim Lesen tatsächlich nicht bewusst war, das „Blackbird“ ein 1. Teil ist, könnte wichtig sein um meine Begeisterung zu verstehen.

Ich bin bis zum Ende des Buches davon ausgegangen, dass der Roman ein Einzeltitel ist und die Autorin mit dem Ende lediglich meine Fantasie anregen will. Tatsächlich, bevor ich von „Deadfall“, dem 2. Teil, wusste, empfand ich das Ende als „übereilt“, als irgendwie „unstimmig“ und als „seltsam“; was aber auch mein einzigster Kritikpunkt gewesen wäre – mit dem ich mich aber, wie ich betonen möchte auch arrangiert hätte, weil mir die Geschichte an sich so gut gefallen hat.

Aber genug jetzt davon, schließlich wollten wir zur Steigerung des Lesegenusses ja die Tatsache ignorieren, dass dies eine Reihe ist.

Ich habe Anna Careys „Blackbird“ praktisch in einem Zug gelesen inhaliert; was nicht ganz so schwer war, auf Grund des großzügigen Schriftdrucks UND natürlich der Kunstfertigkeit, mit der die Autorin, die Geschichte zu erzählen weiß und den ungewöhnlichen Stilelementen, die sie so geschickt genutzt hat, um mich vom ersten Satz weg in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen.

Es hatte etwas ganz besonders von Autorin stets mit „stell dir vor, du machst …“ angesprochen zu werden. Zwar bezieht sie sich damit natürlich auf die Handlungen ihrer namenlosen Hauptfigur, bindet damit aber gleichzeitig mich als Leser ein und macht diese Geschichte zu meiner und die Erlebnisse und Aktionen ihrer Protagonisten zu meinen.

Da ich als Leser aber natürlich keine eigene Entscheidung treffen kann und damit dem Verlauf der Geschichte „ausgesetzt“ bin, „umschmeichelt“ und „tröstet“ mich Anna Carey damit, dass sie mir ein paar Informationen mehr, als sie ihrer Hauptfigur zum Zeitpunkt, zugesteht; was natürlich immer eine wirklich faszinierende Lese-Dynamik bereitet, wie ich finde.

Und dazu das unglaublich rasante Erzähltempo, was sie anschlägt und was mich wortwörtlich beim Lesen atemlos gemacht hat. Ich schwöre es, ich war so in der Geschichte gefangen, dass mein Puls förmlich gerast ist.

Will ich wissen wie es weitergeht? (Nachdem ich nun weiß, dass es das tun wird!) Aber selbstverständlich! Und das obwohl YA/NA-Reihen bei mir aktuellen ein wenig in „Verruf“ geraten, weil ich allzu oft von den Folgeteilen enttäuscht wurde. Dieser Reihe werde ich auf jeden Fall eine Chance geben, nicht zuletzt, weil ich, nach diesem unglaublichen Lesegenuss, wirklich große Hoffnungen in Anna Careys Talent setzte.