Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 Sterne.png

Immer noch steht der Beweis ihrer vielleicht königlichen Herkunft aus- als Anne Royle und ihre zwei Schwestern erfahren, dass der Vater des Earls of MacLaren angeblich die gesuchte Urkunde in seinem Stadthaus versteckt hat und dort ein Ball stattfindet, nutzen sie die Gunst der Stunde um diese Urkunde endlich an sich zu bringen.

Anne, die ruhige und vielleicht unauffälligste Royle Schwester, wird für diese Aufgabe auserkoren. Sie schleicht sich in die privaten Räume des jetzigen Earls und wird darauf prompt von ihm überrascht- allerdings nicht nur vom Earl, sondern auch von einigen Gästen, die durch Annes durchdringenden Schrei, den sie kurz vor ihrer Ohnmacht ausstößt, angelockt werden. So gibt es nur eine Möglichkeit, diese kompromittierende Situation zu klären- Laird, der Earl of MacLaren bietet Anne die Ehe an!

Anne ist schockiert, lässt sich aber nach Rücksprache mit dem Earl darauf ein, da er ihr mitteilt, dass diese Verlobungsfarce nur für eine gewisse Zeit Bestand haben soll- nämlich, bis er der Dame seines Herzens, Lady Hensforth, überzeugend klar gemacht hat, dass er nicht mehr der Lebemann von einst ist. Doch während der gemeinsamen Suche nach dem Dokument und ihrer Scheinverlobung müssen beide feststellen, dass sie wunderbar miteinander harmonieren. Anne fühlt sich sehr zu Laird hingezogen, doch wird er für sie Lady Hensforth aufgeben?

Nach Marys Abenteuern, erzählt in "Wie verführe ich einen Lord", ist es nun an Anne Royle, die Suche nach dem brisanten Dokument fortzusetzen und recht schnell bringt sie diese Suche in einige Schwierigkeiten. Anne glaubt von sich, sie wäre eher unscheinbar und da ihr schüchternes Naturell auch bisher keine potentiellen Verehrer anlocken konnte, denkt sie von sich, sie könne auch unbemerkt in die Räume des Earls von MacLaren schleichen, um dort ihre Suche zu beginnen.

Doch diese Annahme stellt sich als trügerisch heraus, denn Anne fällt dem Earl schon einige Zeit vorher auf, als sie ihren Schwestern den Beweis ihrer Unscheinbarkeit auf amüsante Art und Weise vorführen möchte. Laird ist sogleich angetan von ihrer anmutigen Schönheit und ihrem Witz; vielleicht ist das auch der Grund, wieso er sie nicht verrät, als beide wenig später in einer kompromittierenden Situation von "ton" vorgefunden werden.

Mit Laird hat Kathryn Caskie einen sympathischen, smarten Liebesromanhelden geschaffen, der perfekt zu der zurückhaltenden Anne passt, die in seiner Anwesenheit über sich hinauswächst und ihn mit ihren haarsträubenden, aber liebeswerten Lügen, die sie anderen Mitmenschen zu seinen Gunsten auftischt, zum Lachen bringen kann.
Anne ist ebenfalls eine Liebesromanheldin, die man sehr schnell in sein Herz schließt. Sie entwickelt sich im Laufe der Story weiter und es hat mir viel Lesespaß bereitet, die Annäherung zwischen dem Heldenpaar zu verfolgen.

So unterhaltsam und beschwingt Kathryn Caskies historische Liebesromane auch sind, man sollte jedoch gewarnt sein, dass ihre Romances nicht sehr viel historisches Flair besitzen, dafür ist die geschaffene Rahmenhandlung stets einfach etwas zu "dünn" inszeniert. Schwierigkeiten lösen sich zu schnell und unspektakulär in Wohlgefallen auf und manche Handlungen von Caskies Romanfiguren wirken recht modern und wären in der züchtigen Regencyepoche wohl kaum so möglich gewesen.

Wenn man einen Regencyroman im Stile einer Georgette Heyer erwartet, wird man sicherlich enttäuscht sein, erwartet man jedoch einen warmherzigen, leichten historischen Liebesroman, der den Leser gut unterhalten kann, dann ist "Ein sündiges Versprechen" eine gute Wahl!