Rezensionen

Wildfees Bewertung 05 Sterne.png

Ein richtiger Zeitreiseroman ist es eigentlich nicht, weil im Roman selbst keine Zeitreise stattfindet. Stattdessen wird Bezug genommen auf eine Zeitreise die 6 Jahre vor den Geschehnissen in diesem Roman stattgefunden hat. Ich finde den Roman dennoch sehr interessant zu lesen, weil er quasi die Story nach der Story erzählt.

Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Sadie (Mercedes) Quill ist eine 27jährige Meteorologin die vor 8 Jahren bei einem Hausbrand verletzt wurde und davon tiefe Narben auf dem Körper zurückbehalten hat. Seelisch ist sie sehr empfindsam und scheu wegen ihrer Narben, andererseits ist sie im Wald zu Hause und fast schon besessen von der Idee diese Goldmine zu finden und den Park zu verwirklichen.

Morgan ist der zurückhaltende Highlandkrieger der 6 Jahre zuvor in unsere zeit versetzt wurde und der sich nach wie vor viel im Waldgebiet aufhält. Er ist der typische Alphamann: Beschützend, kompromisslos, liebevoll, zärtlich und bestimmend.
Eine wichtige Rolle spielt der Druide/Priester Daar, dessen Fehler die Zeitreise zu verdanken war. Sein zerbrochener Zauberstab setzt Magie in einem Teich frei der einen Bach speist und die gesamte Vegetation um Umkreis beeinflusst...

Insgesamt ein vergnüglicher Roman, die Funken zwischen Sadie und Morgan sprühen vom ersten Augenblick an, die Sexszenen sind ansprechend, die Nebenfiguren lassen auf weitere Romane hoffen und mit dem Druiden Daar und dem Wolf kommen Magie und Humor ebenfalls nicht zu kurz. Die Gefahr in der Sadie schwebt ist schlüssig erklärt, die Spannungsmomente kommen nicht zu kurz.

Das einzige was man dem Roman vorhalten kann, ist das relativ langsame in Fahrt kommen, erst ab ca. Seite 150 wird es richtig gut, wenn die beiden zusammen im Wald sind. Uninteressant sind die ersten Seiten nicht zu lesen, weil sie doch eine ganze Menge Hintergrundwissen für das Verständnis der Story beinhalten. Also nicht schnell überfliegen, sondern genau lesen!
Mich hat der Roman voll überzeugt und ich warte gespannt auf den nächsten Roman der sich mit dem Gegner der MacKeages befassen wird, Michael McBain.

Ankes Bewertung 03 Sterne.png

Sadie macht im Wald die ungewöhnliche Bekanntschaft mit einem nackten Irren, der hinter ihr her jagt, um ihr die von ihm heimlich geschossenen Photos wieder abzunehmen. Nun ja, die voyeuristischen Photos zu machen war nicht besonders nett, aber Sadie konnte schlicht und einfach nicht widerstehen, als sie den Typen beim Baden im See beobachtete hatte, Nackt wie Gott in schuf! ;-)

Kaum hat sich Sadie von ihrem Abenteuer im Wald erholt, als sie dem Irren wiederum begegnet, diesmal allerdings bekleidet; aber kein bisschen weniger eindrucksvoll, wie sie zugegeben muss. Und das alles nur weil sie ein weiteres Mal einem von ihrer Mutter arrangierten Blind Date zugestimmt hat.

Aber Sadie ist nicht aus Bosten gekommen um sich von ihrer Mutter verkuppeln zu lassen, sondern um ihren verstorbenen Vater ein Denkmal in Form eines Parks zu schaffen. Auf jenem Gebiet, welches er gemeinsam mit ihr oft durchstreift hat, dass aber ausgerechnet dicht an Morgans Land grenzt.
Und Morgan ist leider keineswegs davon angetan, dass irgendwelche Touristen durch die Gegend streifen und seine Ruhe stören.

Schon ab Seite 42 ging mir der Held Morgan erheblich auf die Nerven. Was für ein protziger, überheblicher und nervender Typ und einfach mal wieder zu schön *örks* (tut mir Leid, aber das musste einfach mal raus!).
Und ich habe mich bereits ab diesen Zeitpunkt dabei erwischt, dass ich das Buch nur noch überflogen habe – was erfahrungsgemäß bei mir nie ein gutes Zeichen ist.

Zudem spuckt mir die ganze Zeit der Inhalt von Cherry Adairs ‚Süße Eroberung‘ durch den Kopf, dessen Inhalt sehr ähnlich gelagert ist, deren Buch mir aber sehr viel besser gefallen hat, als Janet Chapman Variante der Geschichte ‚Mann plus Frau plus das Böse im einsamen Tal‘.

Mein persönliches Highlight des Buches war der Druide Daar und auch der einzige Lichtblick, der amüsante Unterhaltung bot. Okay, auch Sadies Mutter Charlotte und ihre Liebesgeschichte mit Callum fand ich sehr sympathisch.
Aber zurück zu Daar: Warum wird er von der Highlandern nur immer so von oben herab behandelt? Für mich ein weiterer Minuspunkt für die Helden im Chapman Universum.
Gut - er ist der Verantwortliche für ihre Situation, aber schließlich hat er es doch nur für sie getan, damit sie die Liebe ihres Lebens finden. Und sie sind doch recht glücklich geworden oder?

Fazit: Meiner Meinung nach kein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte, aber für Serienfans die bereits mit Chapman Reihe angefangen haben und generell auf den Liebesromanhelden-Typus Marke ‚Highlander‘ stehen, ist es vielleicht einen Blick wert?