Rezensionen

Ankes Bewertung 04 Sterne.png

Lucius Wilmot Beckingham, Duke of Ashmont, ist an seinem Tiefpunkt angekommen. Ihn ist nicht nur die Braut fortgelaufen, sondern er hat es sich auch noch mit seinen beiden Freunden verscherzt, den einen hat er bei einem Duell verletzt und der andere hat ihm deswegen den Rücken gekehrt. Als er nun auch noch der Grund dafür ist, eine Dame, samt Zofe und einen ehemaligen, preisgekrönten Jockey, ebenfalls ein Angestellter der Dame, in Gefahr gebracht, bzw. verletzt zu haben, gibt ihm das schwer zu denken. Er wird wohl oder übel seinen Lebenswandel als einen der „Un-Dukes“ aufgeben müssen und langweilig und ernsthaft geben. Doch könnte er damit die Hand von besagter Dame gewinnen, wäre es das vielleicht wert.

Cassandra Pomfret ist ihrerseits im ton ebenfalls nicht als Lämmchen gekannt. Also zu gerne sagt sie was sie denkt, schreckt nicht vor un-damenhaften Taten zurück und engagiert sich für Frauenrecht. Doch nun auf einen arroganten Ignoranten zu treffen, der ihren Bediensteten und verehrten Mentor in tödliche Gefahr gebracht hat und der dann auch noch die Frechheit besitzt ihr die Ehe nahezulegen, um das von ihm verursachte Problem zu lösen, schlägt dem Fass den Boden aus. Auf keinen Fall wird sich Cassandra an einen betrunkenen Idioten ketten, der nichts als Unfug im Kopf hat – mag er auch noch so attraktiv sein! Und doch taucht er in der Folge immer wieder dort auf, wo sie sich befindet – und präsentiert sich ihr dann auch noch von seiner anziehenden Seite.

Nach meinem letzten Erlebnis mit der Übersetzung der Serie hatte ich mir eigentlich geschworen nur noch im Original zu lesen. Doch dann habe ich es erneut getan und mich der, ins Deutsche übersetzten Ausgabe von Loretta Chases „Ten Things I hate about the Duke“ zugewandt. Zum Glück war es diesmal nicht mehr so arg. Vermutlich, weil ich diesmal auf das Schlimmste gefasst war. So kann ich die Deutsche Übersetzung nach wie vor nicht empfehlen, kann jedoch versichern, dass man sich daran gewöhnt.

Ein bisschen ein Problem war, dass der Hauptcharakter Lucius sich im 1. Teil der Serie nicht gerade von seiner besten Seite gezeigt hat, er sich allzu dämlich angestellt und ich grundsätzlich diese Art Schabernack treibender Liebesroman-Helden nicht besonders reizvoll finde. Lucius hatte also einen eher schweren Stand bei mir. Und es hat auch eine ganze Weile gebracht, bis ich mich mit seiner Figur habe anfreunden können.

Cassandra hingegen war da eher nach meinem Geschmack. Ja, ich fand sie sogar so sympathisch, dass ich ihr ihre Schwäche für Lucius nachsehen konnte, bzw. die beiden auf mich als Paar, vermutlich wegen der Stärke Cassandras, am Ende sogar recht harmonisch gewirkt haben.

Und ja, natürlich bietet die Geschichte auch ihr Momente an, die mich zum Lachen oder Schmunzeln verleitet haben. Damit macht es auch Spaß, eine solch überdrehte Story zu lesen oder Protagonisten zu begleiten, die nun ja … eher etwas un-gefällig sind.

Kurzgefasst: wer sich den „Difficult Dukes“ widmet, sollte auf eine recht turbulente Geschichte, ungewöhnliche Charaktere und in der deutschen Übersetzung auch auf holprige Lesestrecken vorbereitet sein. Kann man damit umgehen, so würde ich behaupten, wird man sich recht gut damit unterhalten.