Rezensionen

Ankes Bewertung 05 Sterne.png

Ein herrlicher Wortwitz, ein köstlicher Humor und ein romantischer, wenn auch vollkommen ungeplanter, Roadtrip machen "Ein skandalös perfekter Lord" zu einem "skandalös perfekten" Leseerlebnis.

Benedict, der sich - erfolgreich - bemüht nach allen Regeln der Gesellschaft "perfekt" zu sein, und Bathsheba, die - leider erfolglos - selbiges versucht, sind einfach ein tolles Paar. Vom ersten Moment haben sie meine Sympathie geweckt und diese mit jedem Schritt ihrer Entwicklung, der sie fehlerhafter und menschlicher macht, noch mehr geweckt.

Mehr als einmal habe ich laut heraus lachen müssen. Und das nicht nur über die köstlichen (offensichtlichen) Dialoge, sondern auch die Be- und Umschreibungen der Autorin, die diese ebenso gewitzt, wie gekonnt einsetzt um Szenen und Atmosphären lebendig wirken zu lassen.

Ein Bonus der besonderes amüsanten Art sind die Kinder Peregrine (Benedicts Schützling) und Olivia (Bathshebas Tochter). Mit diesen beiden Abenteurern, die es faustdick hinter den Ohren haben, hat sich die Autorin wirklich selbst übertroffen.
Ja, selbst der gestrenge und ewig an seinen Söhnen herum mäkelnde Lord Hargate, Vater von Benedict, bekommt in diesem Buch einen augenzwinkernden Auftritt, und man kann nicht anders als den rauen Herrn endgültig ins Leserherz zu schließen.

Loretta Chase hat mit der "Carsington"-Reihe wahrlich einen hohen (Liebesroman-)Standard gesetzt, der nicht so leicht zu überbieten ist. "Ein skandalös perfekter Lord", sowie auch die anderen Teile der Serie sind ein MUSS für jeden Fan von historischen Liebesromanen. Unbedingt lesen!

Kurz gefasst: Nicht nur ein "skandalös perfekter Lord", sondern auch eine "skandalös perfekte Liebesgeschichte"!

Susannes Bewertung 05 Sterne.png

Die erste Begegnung zwischen Benedict Carsington, Lord Ratbourne, und Bathsheba Wingate findet in den Egyptian Hall statt. Benedicts Neffe, Peregrine Dalmey, Earl of Lisle, ist gerade dabei, ein Modell von Belzoni abzuzeichnen. Es liegt in Benedicts Verantwortung, dass er seinen Neffen dorthin begleitet, damit dieser zeichnen lernen kann. Das ist notwendig, da Peregrine später einmal Ägypten bereisen will.

Auch Bathsheba und ihre Tochter Olivia sind anwesend. Olivia findet, dass Peregrine überhaupt nicht zeichnen kann. Es kommt zum Handgemenge zwischen den beiden und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Da feststeht, dass Peregrine nur sehr schlecht zeichnen kann, möchte Benedict einen Zeichenlehrer einstellen. Letztendlich, nach einigem Hin und Her, fällt die Wahl auf Bathsheba Wingate, denn er ist von ihrem Talent überzeugt.

Olivia und Peregrine freunden sich an. Sie schreiben sich heimlich Briefe. Olivia ist berüchtigt, ungewöhnliche Ideen zu haben, die sie auch sofort umsetzt. Olivia und Bathsheba stammen nämlich von den ungeheuerlichen DeLuceys ab.

Olivia möchte ihrer Mutter helfen und den Schatz von Edmund DeLucey finden. Dieser soll ein Pirat gewesen sein und seinen Schatz im Stammschloss Throgmorton der DeLuceys vergraben haben. So sagt die Legende. Olivia macht sich auf den Weg nach Throgmorton. Da Peregrine sie nicht alleine reisen lassen kann, geht er mit ihr auf die Reise. Das führt natürlich zu einigen Verwicklungen.

Zwischenzeitlich wird das Verschwinden von Olivia und Peregrine zur Gewissheit. Deshalb machen sich Bathsheba und Benedict nach einigem Hin und Her auf die Suche nach den Kindern. Das ist gar nicht so einfach. Wann werden sie die Kinder einholen? Was ist mit dem Schatz von Edmund DeLucey?

Loretta Chase versteht es, den Leser zu fesseln. Ich habe mich schon lange nicht mehr so köstlich amüsiert. Ein skandalös perfekter Lord hat für mich Keeperstatus.

Die Hauptfiguren, aber auch die Nebenfiguren sind toll beschrieben und einfach köstlich. Olivia, auf ihre unvergleichliche Art mit ihren ungewöhnlichen Ideen ist mir sofort ans Herz gewachsen. In fast jeder Situation kann sie sich immer wieder behaupten. Peregrine möchte Abenteuer erleben und wächst so aus sich selbst heraus.
Bathsheba und Benedict kommen sich schnell näher. Sie erleben eine leidenschaftliche Zeit miteinander. Vor allem hat mich das Chaos amüsiert, das die beiden auslösten. Einer der Höhepunkte war für mich die Prügelei mit dem Pöbel auf dem Weg nach Bath, bei der auch Bathsheba kräftig mitmischte.

Auch Lord Hargate ist eine interessante Figur. Er möchte seine Söhne gut verheiratet wissen und zieht so im Hintergrund seine Fäden. Durch seine Mutter, der Dowager Countess of Hargate, erfährt er von den Eskapaden seines Sohnes Benedict. Die Beschreibung der Countess ist köstlich. Lord Hargate kann es nicht fassen, dass Benedict zu solchen Auftritten fähig ist, denn Benedict war immer viel zu ernst. Auf Throgmorten, dem Stammsitz der DeLuceys, kann sich Lord Hargate jedoch selbst davon überzeugen, dass Bathsheba nur gut für Benedict ist, denn sie bringt Benedict zum Lachen.

Vor allem die Schatzsuche war interessant. Welches Chaos sie auslöste. Alte Münzen, etwas Schmuck und dann die Ausschmückungen.

Ich kann das Buch wärmstens empfehlen und bin schon gespannt auf Darius Geschichte, die 2010 erscheint.

Die Geschichte von Benedict gefiel mir bisher am besten. Aber ich mag alle Carsington Brüder. Jeder ist auf seine Art unvergleichlich.

Also unbedingt lesen!

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Bathsheba Wingate besucht zusammen mit ihrer jungen, gewitzten Tochter Olivia eine archäologische Ausstellung. Es ist einer der ersten öffentlichen Auftritte der Witwe, nachdem sie vor Jahren ihre Reputation im "ton" verlor.
Doch Olivias Verhalten ist alles andere als diskret, als sie einen jungen Gentleman in ihrem Alter anspricht und ihn darauf hinweist, dass seine zeichnerischen Fähigkeiten sehr begrenzt seien. In Folge des Gesprächs erzürnt der junge Mann Olivia derart, dass sie ihm erbost sein Skizzenbuch um die Ohren schlägt.

So ist es an Bathsheba und Benedict Carsington, der sich als Onkel des jungen Mannes herausstellt, die beiden Streithähne wieder zu trennen. Benedict ist bezaubert von Bathsheba, doch als er von seiner Familie erfährt, mit wem er das Vergnügen hatte, versucht er zunächst den weiteren Umgang mit Bathsheba zu vermeiden- schließlich ist er der Carsingtonerbe und hat daher alle Situationen und Personen zu meiden, die einen Skandal nach sich ziehen
könnten.

Doch Olivia, die von ihren Vorfahren den "ungeheuerlichen DeLuceys" jede Menge an zweifelhaften Talenten geerbt hat, heckt einen schlauen Plan aus- denn sie hat mit einem Blick gesehen, dass die Carsingtons reich und somit potentielle Opfer um die spärliche Haushaltskasse ihrer Mutter aufzubessern. sind. ;-)
So gelingt es ihr Briefkontakt mit Benedicts Neffe Peregrine aufzunehmen und Peregrine überzeugt seinen Onkel wiederum, dass nur Bathsheba Wingate als perfekte Zeichenlehrerin für ihn in Frage kommt.

Benedict lässt sich nach einer weiteren Begegnung mit Bathsheba überzeugen und stimmt zu. Immer wieder kreuzen sich danach ihre Wege, obwohl Benedict es eigentlich vermeiden will. Bathsheba, vor allem aber ihre offene und humorvolle Art gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Ein Zustand den er so gar nicht nachvollziehen kann, denn bisher war sein Verhalten in der Vergangenheit immer nahezu perfekt, was ihm auch im "ton" den Beinamen "Lord Perfect" einbrachte.

Eines Tages, kurz bevor Benedicts Neffe Peregrine nach Schottland abreisen soll um dort eine Schule zu besuchen, verschwindet er spurlos, allerdings nicht allein- auch Olivia, der kleine Satansbraten ist verschwunden. Benedict und Bathsheba müssen sich zusammentun, um die Kinder wiederzufinden. Doch das ist gesagt leichter als getan, denn Olivia und Peregrine befinden sich auf dem Weg zum Landsitz von Olivias Vorfahr, einem angeblichen Piraten, der seinen Schatz am Familienmausoleum vergraben haben soll.
So beginnt eine Reise voller Abenteuer- nicht nur für die Kinder, denn auch Benedict und Batsheba kommen sich währenddessen näher. Doch kann daraus überhaupt mehr als eine flüchtige Affäre werden?

Nachdem ich vom Vorgängerband, der Geschichte über Rupert Carsington und Daphne (Casingtonreihe Teil 2) eigentlich etwas enttäuscht war, hat mich dieser Teil wie zuvor auch Band 1 wieder restlos überzeugt und begeistert und ich möchte "Ein skandalös perfekter Lord" jeder Leserin, die wie ich ein Faible für gute sehr britisch wirkende Regencyromances hat, wärmstens ans Herz legen, denn das Buch ist ein absolutes Juwel unter den "Historicals", ein Keeper und absoluter Pageturner!

Besonders herausragend sind neben der wieder einmal wunderbaren sehr regencypischen, intelligenten Ausdrucksweise der Autorin die humorvollen Begebenheiten und spritzigen Dialoge der Hauptfiguren. Ihre Charaktere sind gut ausgearbeitet und überzeugend, ihre Figuren haben Ecken und Kanten und wirken daher sehr menschlich.

Zwar hat Bathsheba in der Vergangenheit einiges erdulden müssen, doch lässt sie ihre eigentlich verzweifelte Lage niemals nach außen dringen. Sie ist eine starke und auch stolze Persönlichkeit, kurz der perfekte Gegenpart zu Benedict. Auf Anhieb stimmt die Chemie zwischen den Hauptprotagonisten und es ist einfach sehr schön und ergreifend zu lesen, wie aus anfänglicher Zuneigung schließlich Liebe wird.
Wie gesagt gibt es einige amüsante Dialoge in dem Buch zwischen Benedict und Bathsheba, diese hier zum Beispiel, nachdem Benedict Bathsheba wieder einmal umrennt, als sie sich zufällig begegnen:

"Mrs. Wingate", sagte er. "Ich hoffte, dass unsere Wege sich kreuzen würden.""Dann hätten Sie besser daran getan, auf mich zu achten, als nur zu hoffen", erwiderte sie. "Hätte ich mich Ihnen nicht in den Weg geworfen, würden sie mich glatt verpasst haben." (zitat: Cora/Loretta Chase/Ein skandalös perfekter Lord)

Benedict Carsington wirkt auf den ersten Blick eher wie ein gelangweilter Aristokrat, der in allem was er anfasst überaus erfolgreich und dazu sehr von sich überzeugt ist. Man bekommt aber als Leser schnell mit, dass auch er sich im Laufe der Jahre eine äußere Fassade geschaffen hat und innerlich alles andere als gelassen und selbstsicher ist. Besonders Bathsheba gelingt es immer wieder Benedict aus der Reserve zu locken und die Art und Weise wie dies geschieht ist wirklich ganz toll von der Autorin in Szene gesetzt worden.
So wirkt er ebenfalls auf Anhieb sympathisch und man schließt ihn schnell in sein Herz.
Zudem ist sein Sarkasmus wirklich göttlich!

Neben der Liebesgeschichte zwischen Benedict und Bathsheba gibt es auch ein Wiedersehen mit den restlichen Carsingtons und außerdem sorgen auch Peregrine und Olivia für einige Lacher. Hier hatte es mir vor allem die kleine Gaunerin angetan, die sich als echter Schlingel entpuppt und Benedict und Bathsheba gewitzt an der Nase herumführt. ;-)

Kurz gefasst: Einer der besten Liebesromane die ich je las- sexy, warmherzig, intelligent und amüsant! 5 mit *******