Rezensionen

Ankes Bewertung 04 05 Sterne.png

Daphne wendet sich hilfesuchend an den englischen Generalkonsul. Dieser glaubt zwar nicht so recht an eine Entführung, ist aber bereit die Witwe zu beruhigen und sich gleichzeitig eines ganz anderen Problems zu entledigen: dem "Ärgernis" Rupert Carsington, den er sonst wiederholt aus dem ägyptischen Gefängnis auslösen müsste.

Daphne, die genau weiß in welcher Gefahr ihr Bruder schwebt, bleibt nichts anderes übrig als das "Ärgernis", das zwar keinerlei Intelligenz zu besitzen scheint, dafür aber ansehnliche Muskeln bereit stellt, auszulösen und seine Hilfe anzunehmen.

Doch Rupert erweist sich weder als Raubein noch als Dummkopf, sondern wird zu einem charmanten Wegbegleiter für Daphne. Der ihr nicht nur hilft ihren Bruder wieder zu finden, sondern auch ihr Selbstbewusstsein stärkt.

"Mr. Impossible" war eines der ersten Bücher, die ich im Original gelesen hatte. Damals war ich als ungeübte Englischleserin fast an dem mitunter verzwickten Englisch der Autorin verzweifelt, so dass ich mir nun das Buch ein weiteres Mal jedoch in der Übersetzung zu Gemüte geführt habe.
Und obwohl ich im Nachhinein doch erstaunt war, wie viel ich vom Original verstanden habe, so konnte ich endlich auch die Feinheiten (dank der tollen Übersetzungsarbeit von Alexandra Kranefeld) von Loretta Chases Sprachstil im Ganzen genießen.

Und dieser ist tatsächlich ein höchst vergnüglicher Genuss, der das Abenteuer von Daphne und Rupert den letzten Schliff gibt. Nicht dass es keine Aktion im Buch gäbe oder einem beim Lesen langweilig werden würde - auf keinen Fall, aber erst die spritzigen Wortgefechte, spitzen Bemerkungen und der trockene Humor macht das Buch perfekt.
Zugegeben Ruperts Spaßvogel-Art dürfte nicht jedermanns Zuneigung wecken und könnte einem durchaus belastend an den Lesenerven nagen, doch sie passt sich perfekt in die Geschichte ein. So kann man schon mal großzügig ein Auge zudrücken und ihn trotzdem ins Herz schließen. Zudem gleicht die kluge und in jeder Hinsicht tolle Heldin Daphne dieses kleine Manko sowie so wieder aus. ;-)

Abenteuer, Humor und eine romantische Liebesgeschichte. "Eine hinreißend widerspenstige Dame" ist ein wundervolles Buch, das ich allen Liebesromanlesern unbedingt ans Herz legen möchte.

Chris' Bewertung 05 Sterne.png

Als Daphnes Bruder in Ägypten entführt wird, braucht sie dringend Hilfe. Im britischen Konsulat gibt man sich eher unwillig und ‘dreht’ ihr Lord Carsingtons missratenen Sohn Rupert an. Der wurde von seinem Vater in die Ferne geschickt, damit er im heimatlichen England nicht zu viel Schaden anrichtet. Allerdings hat Rupert es in kürzester Zeit geschafft auch in Ägypten Probleme zu machen und landet prompt im Knast.

Und dort gabelt Daphne, die eine wohlhabende Witwe und Ägypten-Forscherin ist, ihn auf. Von dieser Begleitung ist sie wenig begeistert, denn Rupert erscheint ihr unerzogen, ungebildet und einfach nur nervtötend. Allerdings hat sie nicht viel Auswahl und Rupert erweist sich als ziemlich anhänglich, kaum dass sie ihn aus dem Gefängnis freigekauft hat.

Rupert ist ein Mann der Tat – leider denkt er erst hinterher. Und deswegen gerät er auch von einer Schwierigkeit in die nächste. Erst will er Daphne beruhigen und wähnt deren Bruder Miles in einem Bordell. Doch als Miles einfach nicht auftaucht und es zu Übergriffen auf Daphne kommt, wird es Zeit Miles aktiv zu suchen. Und ihre gemeinsame Suche führt sie durch Ägypten und auf die Spur eines angeblich noch intakten Grabes.

Daphne und Rupert sind zwei herrlich erfrischende und total gegensätzliche Persönlichkeiten. Während Rupert wie erwähnt ein Hitzkopf ist, der gelegentlich ein wenig dämlich wirkt, ist Daphne eine sehr belesene und gelehrte Frau. Schon früh hat sie sich für die ägyptische Geschichte interessiert, doch ihr verstorbener Mann untersagte ihr jede Forschungsarbeit, hielt sie diesbezüglich klein und unbedeutend.

Doch nun ist Daphne Witwe und kann es sich leisten auf eigene Faust loszuziehen. Als ihren Begleiter hat sie ihren Bruder Miles ausgewählt, der auch als kluger Kopf gilt. Denn als Frau hat sie einfach nichts in der Forschung zu suchen. Allerdings werden Daphne und ihr Bruder Miles schließlich zum Spielball von rivalisierenden Forschern, die beide nach einem Triumph streben.

Zu keinem Zeitpunkt verliert das Buch an Spannung und Loretta Chase – eine Meisterin ihres Faches – schreibt großartige Wortduelle und eine wirklich amüsante Liebesgeschichte.

Kurz gefasst: Eine romantische Schnitzeljagd, die unsere Helden durch das geheimnisvolle Ägypten entführt.

Nicoles Bewertung 03 05 Sterne.png

Daphne bereist nach dem Tode ihres viel älteren Mannes zusammen mit ihrem Bruder Miles Ägypten um Hieroglyphen zu studieren. Alle Welt nimmt an, dass lediglich Miles der schlaue Kopf der Familie ist- in Wirklichkeit liegt der Fall ganz anders. Daphne spricht viele Sprachen fließend und ist diejenige der Beiden, die in der Lage ist, Hieroglyphen zu übersetzen.
Daher wird auch eines Tages Miles entführt, nachdem seine Entführer erfahren haben, dass er im Besitz einer kostbaren Papyrusrolle ist, die zu einem unsagbaren Schatz führen soll.
Daphne ist außer sich, ahnt sie schnell, dass Miles Leben keinen Pfifferling mehr wert ist, wenn die Entführer erfahren, dass er keineswegs in der Lage ist, ihnen zum erhofften Schatz zu verhelfen.
So begibt sich Daphne zum Konsulat um Hilfe zu erbitten. Hilfe wird ihr gewährt; in Gestalt von Rupert Carsington, der ihr auf den ersten Blick jedoch eher wie ein minderbemittelter Abenteurer erscheint. Trotz ihrer Vorbehalte gegen seine Person kauft sie ihm aus seinem Gefängnis in dem er sich seit einem Zwischenfall mit den ägyptischen Behörden befindet frei und fordert im Gegenzug dazu seine Unterstützung.

Rupert lässt sich bereitwillig darauf ein, denn zum einen wittert er eine Chance auf ein neues Abenteuer und zum anderen fasziniert ihn die intelligente, junge Witwe, die ihn jedoch mehrmals abblitzen lässt. Doch ihre gefahrenvolle Suche nach Daphnes entführtem Bruder schafft auch Nähe und je besser sie Rupert kennen lernt, um so schwerer fällt es ihr, sich von ihm fernzuhalten...

Zunächst einmal liebe ich historische (Liebes)Romane mit Ägyptensetting und so war ich auch schon sehr gespannt auf den zweiten Teil der Carsingtonreihe von Loretta Chase.
Und obwohl ich wieder einmal sehr vom geschliffenen Schreibstil der Autorin angetan war, fehlte mir hier doch ein wenig der besondere Kick.

Natürlich sind Daphne und Rupert ein interessantes Heldenpaar aber...
Immer wieder wird betont wie intelligent und gelehrt Daphne ist; mag sein, dass sie auf ihrem Fachgebiet eine Koryphäe ist, doch in normalen Lebenssituationen erschien sie mir eine Spur zu weltfremd, auch wenn es damit erklärt wird, dass ihr verstorbener Ehemann sie sehr kurz und abgeschirmt von der Öffentlichkeit hielt. Obwohl Rupert es forciert, dass ihn alle für einen harmlosen Dummkopf halten, fand ich, dass die Heldin ihm diesen angeblichen „Makel“ eine Spur zu oft vorhält. Mir wuchs sie einfach nicht ans Herz und ich wurde auch im Laufe des Buches einfach nicht mit ihr warm.

Dagegen ist Rupert ein richtig toller Liebesromanheld und so bildhaft beschrieben, dass ich vor meinem geistigen Auge ständig Assoziationen mit Schauspieler- Namensvetter Rupert Everett vor Augen hatte. Er bringt eine Engelsgeduld mit der Heldin auf, die ich wohl weniger gehabt hätte und rettet ihr mehrfach das Leben.

Das Setting ist wirklich außergewöhnlich, genau wie die Story, doch irgendwie hat sie mich trotz aller Sympathie nicht richtig gepackt. Die Rettungsversuche ziehen sich eine Spur zu sehr in die Länge und auch die „Bösewichter“ wirken für meinen Geschmack nicht beängstigend genug.

Trotzdem ist dieser historische Liebesroman der Autorin alles andere als schlecht. Für mich persönlich eher gutes Mittelmaß, denn das Buch hat durchaus auch amüsante Momente, etwa wenn Daphne und Rupert sich spritzige Dialoge leisten, so zum Beispiel die Stelle, bei der Rupert sich bei Daphne beschwert, für welch geringen Preis sie seine Freilassung aus dem Gefängnis heruntergehandelt und erwirkt hat. ;-)

Für die wunderbare Ausdrucksweise der Autorin, für das Setting und schon allein für den Helden des Buches und die prickelnden Liebeszenen möchte ich nicht weniger als 3.5 Punkte vergeben. Für mehr fehlte mir hier einfach „das besondere Feeling“.

Allerdings wird es bestimmt auch viele Leser/innen geben, die das ganz anders sehen als ich, denn nicht umsonst wurde dieser Roman in den USA mit Liebesromanpreisen überhäuft.