Rezensionen

Kas Bewertung 04 Sterne.png

Harter Tobak! "Geliebte der Ewigkeit" von Beth Cillian ist echt harter Tobak! Eine komplexe Geschichte rund um den Kampf gegen das ultimative Böse mit Anlehnung an die irische Mythologie. Das Böse wird personifiziert durch Nathair, einen Dämonenfürsten, der auf der Suche nach seinem weiblichen bösen Gegenstück ist, ihr Name: Sceathrach. Dumm nur, das sich Sceathrach gerade die Pathologin Morrighan Cavanaugh als Wirtin ausgesucht hat. Und noch dümmer, dass Quinn Dál Goran in Morrighan seine Leathéan, also die einzige Frau, die für ihn bestimmt ist - erkennt.

Als Morrighan und Quinn unsanft aufeinanderstoßen, befindet sich Morrighan gerade auf der Flucht vor sich selbst. Sie hat ihren Job als Pathologin hingeschmissen und ist nach Irland geflohen, in dem Wissen, das der Tumor in ihrem Kopf sie nicht mehr lange leben lassen wird. Daher trifft es sie umso schmerzhafter, als sie in Quinn den Mann erkennt, dem sie das erste Mal in ihrem Leben Vertrauen schenken kann.

Quinn Dál Goran ist ein Krieger der Bruderschaft der Rugadh - Vampire, aus menschlicher Sicht und unentdeckt von selbigen. Er wurde dazu bestimmt, die Wirtin von Sceathrach zu finden und zu töten. Für Quinn ein Ding der Unmöglichkeit. Kein Rugadh, kann seine Leathéan töten. Doch Quinn verbirgt etwas vor Morrighan, etwas, das sie das Leben kosten kann …

Puh! Ich sage Euch was, das, was die Autorin hier abgeliefert hat, ist wahrhaftig kein locker-flockiges Popkorn-Kino in Buchformat. Anfangs viel es mir schwer, mich auf die Art und Weise einzulassen, wie Beth Cillian schreibt. Doch "Geliebte der Ewigkeit" lohnt sich. Es ist dunkel, phantastisch und teilweise abgrundtief mit vielen Wendungen. Die Geschichte geht beim Lesen regelrecht ans Eingemachte. Man empfindet das, was die Protagonisten tun, teilweise fern von Gut und Böse. Manchmal war ich richtiggehend baff vor Erstaunen, was Beth Cillian ihren Helden auf den Leib geschrieben hat. Nicht jeder Gute ist unweigerlich nur gut, nicht jeder Böse darf unweigerlich nur böse agieren. Es tun sich "menschliche" Abgründe auf wie Vertrauensbruch, Lügen Verlust etc.

Das Böse ist so Böse, dass die sprichwörtlichen Fetzen fliegen. Apropos fliegen - es fliegen auch schon mal Leichenteile durch die Gegend und bleiben an Stellen hängen, wo man sie lieber nicht haben würde. Also aufgepasst, falls ihr keinen guten Magen habt! *lol* Das die Autorin in der Pathologie und Forensik bewandert ist, kann man eindeutig feststellen. So legt sie Morrighan manchmal Ausdrücke in den Mund, die eine mehr als bewanderte Sprache sprechen.

Ein um das andere Mal war ich geneigt zu glauben, ich befinde mich in einem Horrorfilm. So schickt Beth Cillian wahre monströse Kreaturen ins Rennen, die einem schon beim Lesen den Magen umdrehen. Kennt Ihr den Film "Die Fliege" mit Jeff Goldblum? Ja? Na, dann seid ihr schon ein bisschen vorgewarnt. *fg*

Was mir an der Geschichte rund um Quinn und Morrighan allerdings die Freude geraubt hat, waren manche Textpassagen. So musste ich ein um das andere Mal Sätze nochmals nachlesen um überhaupt zu erfassen, was in der gerade gelesenen Situation überhaupt los ist. Wenn das nicht gewesen wäre, würden hier jetzt mehr als 4 Punkte stehen.

Kurz gefasst: "Geliebte der Ewigkeit" von Beth Cillian ist keine einfache, aber eine lesenswerte paranormale Geschichte.