Rezensionen

Kathis Bewertung 04 Sterne.png

Zwiespältig gestalten sich meine Gefühle. Clares vierter Teil der "Chroniken der Unterwelt" ist gleichwohl interessant, aber dennoch nicht annähernd so gut wie seine Vorgänger. Aber was genau fehlt? Es ist die gewohnte Intensität. Irgendwie wirkt die Geschichte nicht so packend und allumfassend faszinierend. Dieser Roman hat ja auch ein großes Erbe angetreten, nachdem der dritte - damals vermeintlich letzte - Teil der Reihe einen so grandiosen Schlusspunkt hinter die Geschehnisse der ersten beiden Teile setzte.

Unsere Clary bleibt uns weiterhin erhalten. Cassandra Clare berichtet nun zwar aus Sicht mehrerer, zutiefst unterschiedlicher Charaktere, vergisst dabei aber nicht, wie sehr ihre Leser an der jungen Schattenjägerin hängen. Die Autorin gewährt viele neue Einblicke in die Welt der Vampire und Werwölfe. Wir können gespannt sein auf weitere Enthüllungen auf diesem Gebiet in den nächsten beiden Büchern.

Die schön-grausamen Liebesqualen, die Clares Charaktere in den Vorgängern erleiden mussten, sind leider nicht mehr vordergründig - aber dennoch vorhanden. Vielleicht sollte ich mich nicht zu sehr beklagen, schließlich haben Clary und Jace wieder ein schweres Kreuz zu tragen - das aber eher Jace' Schuldgefühlen und seinem Selbstmitleid geschuldet ist, als wahrem Liebeskummer. Und dieser Charakterzug des Jungen wird fast überstrapaziert.

Das klingt ziemlich negativ?

Mag sein. Dabei ist der Roman wirklich interessant und charmant geschrieben. Die für Clares Bücher so charakteristische dunkle Faszination steckt auch hier wieder zwischen den Buchdeckeln. "City of Fallen Angels" bietet wirklich gute Unterhaltung, der jedoch das gewisse Etwas der Vorgänger fehlt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.cultural-noise.de