Rezensionen

Nicoles Bewertung 04 05 Sterne.png

Caroline hat bislang zusammen mit ihren Freunden in London gelebt. Doch ihr Verlobter stammt von den Shetland-Inseln und so steht es für sie schnell fest, dass sie den Trubel der Großstadt für ihren Mann gerne aufgeben möchte. Ein Umzug auf eine der Nachbarinseln ist bereits geplant. Sehr zur Freude der Eltern des zukünftigen Gatten.
Doch ausgerechnet bei den Hochzeitsfeierlichkeiten auf Unst kommt es zu einer Tragödie. Eleanor, eine enge Freundin von Caroline, wird, nachdem sie zuletzt in der Nacht gesehen wurde, am nächsten Tag ermordet auf der Insel aufgefunden.

Wer kann ein Motiv gehabt haben, Eleanor zu töten? Zwar war sich die überaus attraktive Frau stets ihrer Bewunderer bewusst, doch war sie bereits glücklich mit ihrem Mann Ian verheiratet.
Oder aber kann es einen Zusammenhang mit ihrer geplanten neuen TV Reihe über übersinnliche Phänomene geben? Eleanor, die kurz vorher eine Fehlgeburt erlitten hatte, wollte dem Spuk des Geistermädchens, das angeblich seit vielen Jahren auf Unst sein Unwesen treibt, auf den Grund gehen und behauptete in den wenigen Stunden vor ihrem Tod steif und fest, sie habe „Peerie Lizzie“ gesehen.
Auch Polly, eine weitere Freundin von Caroline und Eleanor, erblickte nur wenig später das „Geistermädchen“, und hielt Eleanor, im Gegensatz zum Rest des Freundeskreises, keinesfalls für überspannt.
Die herbeigerufenen Ermittler Jimmy Perez, Sandy und Willow haben es auf Unst zwar mit einer überschaubaren Anzahl an Mordverdächtigen zu tun, doch gestaltet sich die Ermittlungsarbeit dennoch alles andere als einfach und eine Zeit lang glaubt selbst Willow, dass sie diesen Fall niemals lösen wird…

Der bereits sechste Teil der Jimmy Perez Reihe, ist wieder ein typischer Ann Cleeves Krimi, denn diesmal steht die Ermittlungsarbeit eindeutig im Fokus des Geschehens. War es in den Vorgängerbänden so, dass Jimmys persönlicher Verlust mehr im Mittelpunkt stand, widmet sich die Autorin nun wieder mehr dem Kriminalfall. Um diesen hat sie einen Hauch von Spukgerüchten gewebt, was dem Fall meiner Meinung nach gerade das gewisse Etwas verleiht. Im Gegensatz zu anderen Rezensenten, die „Das Geistermädchen“ etwas langatmig fanden, konnte mich dieser 6. Band fast rundum überzeugen, denn auch die Suche nach dem Täter fand ich alles andere als langweilig beschrieben, da die Autorin einige Motive an der Hand hat, die den Leser in Bezug auf den wahren Täter verwirren sollen. Einzige Gründe für meinen Punktabzug waren zum einen, dass mein Lesefluss manchmal stockte, weil ich manche Dialoge ein wenig sperrig klingend geschrieben empfand und dass ich mir ein wenig mehr private Hintergründe der Ermittler gewünscht hätte. Hier beziehe ich mich allerdings nur auf Willow und Jimmy, denn Sandy gewinnt von Band zu Band mehr an Kontur.

Kurz gefasst: Spannender, atmosphärisch dichter „Who done it“ Inselkrimi.