Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Als Vera Stanhope eines Abends nach Hause kommt, traut sie ihren Augen kaum. Es scheint, als ob jemand in ihr Haus eingebrochen wäre. Doch der Einbrecher entpuppt sich als ihr Nachbar Jack, der aus lauter Verzweifelung weil seine Frau Joanna verschwunden ist, in Veras Haus auf die Kommissarin gewartet hat.
Er bittet Vera innständig darum, Joanna zu helfen und Vera, die zwar eigentlich lieber ihren Feierabend genießen würde, aber doch Mitleid mit Jack hat, lässt sich schließlich von ihm überreden. Zudem sind Veras Nachbarn wohl die einzigen freundlichen Seelen, die es in ihrem einsamen Leben gibt- wie kann sie Jack da seine Bitte abschlagen?

So beginnt sie damit nachzuforschen und findet schließlich heraus, dass Joanna momentan an einem Autoren-Workshop teilnimmt. Die Besitzerin des Hauses, in dem der Workshop stattfindet ist Miranda Barton, eine einst erfolgreiche Debütautorin, die jedoch nach ihrem Erstlingswerk nie wieder so große Erfolge feiern konnte und nun darin bestrebt ist, dem Autorennachwuchs unter die Arme zu greifen und nebenbei ein wenig Geld für das Hotel das sie führt verdienen zu können. Miranda hat neben Nachwuchsautoren unter anderem auch Leute aus dem Verlagswesen und einen gefeierten Literaturprofessor eingeladen, doch ausgerechnet während Veras Eintreffen auf besagtem Anwesen, wird dieser Professor ermordet aufgefunden. Wer von den Teilnehmern des Workshops könnte ein Interesse daran gehabt haben, Professor Ferdinand umzubringen und vor allem warum? So lange wie Vera in dieser Hinsicht noch im Dunklen tappt, fällt der Verdacht ausgerechnet auf ihre Nachbarin Joanna. Kann es wirklich sein, dass Joanna eine Mörderin ist?

In „Das letzte Wort“ führt die Ann Cleeves ihre Leser und ihre Romanheldin, die knorrige Kommissarin Vera Stanhope in die Welt der Autoren ein und veranschaulicht dabei sehr gut, deren Ängste, Hoffnungen und Nöte; aber es gelingt ihr zudem auch, hervorzuheben, was Autoren antreibt und sie schließlich zum Schreiben animiert, was ich als interessanten und positiven Nebenaspekt beim neusten Stanhope –Krimi empfand.

Erneut muss Vera mit ihrer unnachahmlichen Art viele Verdächtige befragen und man tappt, genau wie Vera lange Zeit im Dunkeln, bis der Mörder schließlich enttarnt werden kann. Diesmal jedoch- ich möchte hier nicht zuviel vorweg nehmen um die Spannung zu erhalten; bekommt Veras berufliche Souveränität erstmals kleine Risse, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, denn bislang war sie zumindest in ihrem Job ihren Kollegen immer weit voraus und es machte sie noch ein wenig menschlicher. Auch der vierte Teil der Stanhope-Reihe ist wieder ein gelungener Roman aus der Feder der Autorin, viele Wendungen und vor allem die Tatsache, das jeder der Workshop-Teilnehmer ein Motiv für den/die Morde hatte, machen die Geschichte sehr abwechslungsreich, atmosphärisch dicht und spannend. Es ist ein klassischer „Who-Done-it“ Krimi, der mich bestens unterhalten hat und für mich ein ganz besonderes Highlight darstellt. Bislang war mein Favorit aus dieser Serie der Vorgängerband „Seelentod“, doch „Das letzte Wort“ hat mich letztendlich sogar noch ein wenig mehr begeistern können.

Kurz gefasst: Ein „Who-Done- It“ Krimi der Extraklasse- Rumdum gelungener Teil der Stanhope Reihe!